Öko Eltern – Green Parenting

Heute möchte ich euch das Buch „Green Parenting – Wie man Kinder großzieht, die Welt rettet und dabei nicht verrückt wird*“ von Kate Blincoe aus dem Oekom Verlag vorstellen. Dieses Buch ist etwas für alle die „öko“ leben möchten und ihr Umweltbewusstsein auch an ihre Kinder weitergeben wollen.

Ein Buch für Öko Eltern. "Green Parenting" aus dem Oekom Verlag.

Das  „Öko“-Buch ist unterteilt in folgende Kapitel

  1. Natürlich lernen und spielen
  2. Ihr grünes Nest
  3. Kann ich das essen?
  4. Jäger und Sammler
  5. Körpersprache
  6. Kleine grüne Daumen
  7. Wie die Natur uns gut tut
  8. Grüne Feste

Desweiteren gibt es 19 Rezepte (nicht nur für die Küche) und 24 Tipps und Tricks auf etwa 224 Seiten.

Bin ich genug öko für das Buch

Ich gestehe: Mich hat das Buch wirklich interessiert. Nein, ich bin keine Öko Tante, wir trennen zwar brav unseren Müll und benutzen das recht teure Waschmittel aus dem Bioladen, aber zu meiner Schande hört es dann schon auf. Alle meine Kinder wurden bisher mit Wegwerfwindeln gewindelt und mindestens eine Mülldeponie auf der 500 Jahre lang nichts verrottet ist von uns. An meine Kinder und Kindeskinder: Es tut mir wirklich Leid. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich niemanden kannte der mit Stoffwindeln gewindelt hat und mir die Kosten für solche einfach enorm erschienen. Inzwischen würde ich das revidieren. Man lernt ja dazu. Trotzdem: Es tut mir leid.

Als ich also über „Green Parenting“ stolperte war ich guten Mutes. Ich WILL ja ökologischer leben. Ich schlug also das Buch auf und fing an zu lesen. In einem der ersten Kapitel stand etwas wie „Erklären Sie bei einem Spaziergang ihrem Kind wieso sich Tauben besser an das Leben mit Menschen angepasst haben als andere Vogelarten.“ Ähh…ja? Meine Kinder fragen das noch gar nicht. Aber mal angenommen sie würden es, wüsste ich wirklich nicht wieso sich Tauben besser angepasst haben als zum Beispiel Spatzen. Weiter im Buch lese ich „Erklären Sie ihrem Kind wie ein Windrad funktioniert.“ In babyeierleicht kann ich das natürlich. Der Wind dreht die Flügel des Windrades und produziert so Strom. Da hört es dann aber auch schon auf mit meinem Wissen. Ich vermute da kommt noch was mit Trafo oder so.

Ausserdem lerne ich dass vor jedem Spaziergang erstmal eine grobe Internetrecherche ob aller auf dem Weg liegender „Sehenswürdigkeiten“ angebracht wäre. Damit ich brav alles erklären kann.

Andere Teile des Buchs sind da eher nach meinem „Öko Geschmack“. Kinder dürfen ruhig ein bisschen (im Rahmen ihres Alters) bei der Hausarbeit helfen, und statt bei jeder Spinne kreischend nach dem Staubsauger zu greifen (oder nach dem Mann zu rufen) kann man den Augenblick auch einfach nutzen und den Kindern das possierliche Tier einmal zeigen. Meiner Meinung nach verbirgt man für etwa 12 Sekunden seinen „wäääh“ Reflex und holt dann tapfer ein Glas und ein Papier  schüttelt sich kurz und bringt zusammen mit den Kindern das Tierchen nach draußen.

Gut finde ich auch den Teil der Eltern ermutigt ihre Kinder wirklich einmal richtig draußen spielen zu lassen. Mit dreckig werden. Mit anfassen der Erde. Und ohne danach kreischend nach dem Sagrotan Tuch zu angeln.

Meine Tochter buddelt bei uns im Garten. Ist das schon besonders Öko?

Dreckig bedeutet nämlich nicht automatisch todkrank, sondern meistens einfach nur „Ab in die Badewanne“. 😉

Meine Mädels lieben es im Garten zu buddeln und nach einem Regenschauer sind sie die ersten die in eine Matschepfütze springen. Mit Anlauf. Letztens haben sie das sogar so ausgiebig gemacht, dass wir die tropfenden Kleidungsstücke danach erst einmal gegen trockene tauschen mussten bevor wir zum Supermarkt fahren konnten.

(Ja, bis zu einem gewissen Schmutzgrad dürfen meine Kinder mit mir in der Öffentlichkeit herumlaufen. Ich finde das auch gar nicht so schlimm, es sind eben Kinder und keine kleinen Sammelpuppen.)

Meine Tochter buddelt bei uns im Garten. Ist das schon besonders Öko?

Sehr gefallen haben mir auch Tipps „Mit der Natur gegen kleinere Leiden“, dort wird nämlich sympathischerweise nicht die Schulmedizin verteufelt sondern darauf hingewiesen dass sie durchaus tagtäglich Leben rettet. Trotzdem kann man es bei kleineren Wehwehchen ja auch mal mit Naturmitteln versuchen. So gibt es zum Beispiel ein Rezept für ein „Natürliches Insektenspray“ oder das Kühlpack kann auch ganz wunderbar aus TK Erbsen bestehen und muss nicht mit Gel gefüllt sein.

Für wen ist nun das Buch etwas

Meiner Meinung nach wird das Buch Eltern gefallen, welche sowieso schon sehr „öko“ (und das meine ich keinesfalls abwertend!) leben. Die werden vermutlich die ganze Zeit nicken und sich freuen jemanden gefunden zu haben der ihnen aus der Seele spricht. Für Mamas wie mich (also eher die „Ökoseinwoller“) ist das Buch auch etwas, auch wenn man sich schnell überfordert fühlen kann. Ich sollte dies, müsste das und bitte noch XY beachten…. Der pädagogische Zeigefinger ist zunächst schwierig zu ignorieren, aber wenn man das Buch mit einer guten Prise „Eins nach dem anderen“ angeht, ist es auch was für uns Normaldurchschnittliche. Man kann ja alles mal ausprobieren und dann schauen was davon ins eigene Leben passt ohne großartig anstrengend zu sein.

Ich hoffe, euch hat der Buchtipp gefallen und freue mich natürlich wie immer auf Feedback!

Titel: „Green Parenting – Wie man Kinder großzieht, die Welt rettet und dabei nicht verrückt wird*“
Autor: Kate Blincoe
Seitenzahl: 224
Preis: 19,95€
ISBN: 978-3-86581-778-5
Erhältlich auch als eBook.

(*Rezensionsexemplar)

By | 2017-06-25T17:02:55+00:00 30. April 2016|Categories: Bücher für Erwachsene, Sachbücher|0 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

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