Mama muss nur ein paar Abstriche machen

Da wache ich heute morgen auf, scrolle kurz durch meine Timeline bei Facebook, und finde mich schlagartig sehr wach und mit sehr viel Puls sitzend im meinem Bett wieder.

Ich lese Kommentare im Ton von: „Schon traurig, dass  einige Kinder schon im Kindergarten übernachten müssen, weil die Eltern zur Nachtschicht sind. Irgendwo sollte man als Mutter auch mal Abstriche ziehen“ oder „Ich finde es nicht so schön seine Kinder über Nacht in die Kita zu bringen da mach ich lieber Abstriche ich bin auch nicht mehr in Vollzeit beschäftigt sondern in Teilzeit. Geh von 5-12 arbeiten hab aber einen Mann/Partner der unsere Tochter um 7 in die Kita bringt“.

Aber worum geht es eigentlich genau? Es geht um einen Artikel der Schleswig-Holstein Zeitung vom 4. Mai „Flensburg: Erster Nacht-Kindergarten in SH eröffnet„. In dem Artikel wird beschrieben dass die Caritas ihren Mitarbeitern in Flensburg nun ermöglicht die Kids im Falle eines Nachtdienstes in den (hauseigenen) Kindergarten zu bringen. Die Mitarbeiter dort wissen anhand der Schichtdienstpläne welche Eltern wo eingeteilt sind und ob sie wirklich Nachtdienst haben. Die Schichtdienstleitung würde zudem die Schichten so einteilen dass maximal 2 Nachtdienste pro Woche anstehen. Die Betreuerinnen, die in der Zeit auf die Kinder aufpassen und auch dafür sorgen dass diese (wenn sie im schulpflichtigen Alter sind) am nächsten Morgen pünktlich in der Schule sitzen, haben sich laut Artikel bewusst für die Nachtschichten entschieden.

Es ist laut Artikel also überhaupt nicht vorgesehen dass die Kids 7 Tage die Woche (oder in dem Fall Nächte) in der Kita verbringen.

Trotzdem regen sich in den Kommentaren bei Facebook viele Menschen darüber auf, dass die Eltern vor Ort ihre Kinder „abschieben“ oder sich doch quasi nur mal eben einen anderen Job suchen sollen. Mir platzt bei sowas ja gerne die Hutschnur. Denn zu 99% sind immer ausgerechnet Menschen gegen dieses Modell (oder ähnliche 24h Kita-Ideen), die es gar nicht nutzen müssen. Häufig kommt zuerst sowas wie „Furchtbar! Einself! Die armen Kinder!!!11!“ und im weiteren Verlauf dann „ICH muss das ja zum Glück nicht nutzen, weil….“.

Wieso meinen Menschen, die es sowieso nicht in Anspruch nehmen müssen/wollen, darüber urteilen zu können ob das jetzt gut oder schlecht ist? Ja, ich selber bin zu Hause und betreue meine Kinder selbst. ABER das liegt nur daran, weil wir anno dazumal keine Nachtkita hatten die meine Kids betreut hätte in den Nächten in denen Marc Nachtdienst hatte und ich bis um 1:00Uhr im Kino beschäftigt gewesen wäre. GAB ES NICHT. Bei entsprechender Nachfrage im örtlichen Rathaus wurden wir angeschaut wie Aliens und es wurde gestottert: „Beide Elternteile in Schichtdienst-Arbeitszeiten, das hatten wir hier noch nie…“. Also mussten wir uns aus der Not heraus was anderes überlegen und meine Rentenpunkte weinen noch heute.

Ausgebildet bin ich als Buchhändlerin im Einzelhandel. Auch dort gibt es nicht nur die familienfreundlichen Teilzeitstellen. Auch dort hätte ich am Wochenende oder an „Feiertagen“ wie Weihnachten oder Sylvester arbeiten müssen. Mal eben eine kleine Umschulung machen zur…was weiss ich, Bürodame? Klar, den ABSTRICH hätte ich machen können, aber ich wäre in dem Job kreuzunglücklich und vermutlich auch nicht gut, denn das Bürozeug liegt mir absolut nicht.

Wenn ich das schon höre, „Dann muss man halt Abstriche machen„!! Jeder (!!) macht Abstriche wenn er Kinder bekommt. Die werden quasi automatisch mitgeliefert.  Die hat man schon gemacht, wenn das Kind rausplumst, damit fängt man nicht später erst an.

Denken wir das ganze mal weiter…einfach mal so rumspinnen….

„Lösung 1“: Eltern/ Mütter werden wenn sie im Schichtdienst arbeiten einfach nicht mehr für Nachtdienste eingeteilt.

Klingt erstmal nach einer guten Lösung. Hat aber einen massiven finanziellen Haken! Nachtdienste erfahren in den meisten (eh schon schlecht bezahlten) Jobs den Vorteil eines Nachtzuschlags, das gleiche übrigens an Feiertagen. Wenn Mütter nun also aber „freiwillig“ nicht mehr für diese eingeteilt werden, haben sie deutlich weniger Gehalt zur Verfügung um ihre Kinder zu ernähren.

„Lösen“ könnte man dies mit einer monetären Ausgleichszahlung, die Mütter bekommen weil sie eben nicht diese Schichtdienste übernehmen. Quasi Nachtzuschläge ohne Nachtdienste. Das Problem bei diesem Modell: 1. kinderlose Arbeitskollegen die sich fragen wieso sie für das gleiche Geld zusätzlich nachts arbeiten müssten, oder 2. Arbeitgeber die einfach keine Mütter/Väter mehr einstellen, denn wieso sollte ich als Arbeitgeber jemanden dafür bezahlen dass er eine bestimmte Arbeitsleistung NICHT in meiner Firma erbringt?

Und so weit, dass jeder anerkennt dass Kindererziehung mit Erwerbsarbeit gleichgestellt werden sollte, egal ob die Eltern oder Erzieher den Job übernehmen, sind wir noch nicht. Betreuungsgeld (was auch nur als symbolische Lohnersatzleistung verstanden werden konnte) wurde ja grade als diskriminierend abgeschafft.

„Lösung 2:“ Wir schaffen einfach generell die Nachtdienste ab.

Die Absurdität dieses Vorschlags mache ich einfach mal an zwei Beispielen klar:

  1. Ansage aus dem Pflegeheim: „Ihre(n) Oma/Mutter/Vater holen sie bitte jeden Tag um 15:00Uhr bei uns ab, denn um 15:30 Uhr macht der Kindergarten zu, danach sind alle unsere Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter zu Hause bei ihren Kindern. Am Samstag und Sonntag haben wir gar nicht auf, da müssen sie das mit der Pflege und der Sondenernährung schon alleine schaffen. Ach und an den gesetzlichen Feiertagen sind wir auch nicht zu sprechen.“
  2. Der Anrufbeantworter im Krankenhaus: „Leider rufen Sie ausserhalb unserer Sprechzeiten an, unser Personal ist erst am Montag wieder für sie da. Einen Krankenwagen erreichen Sie auch nicht, da müssen sie dann alleine sehen was sie machen. Unsere Kinderärzte sind auch nicht im Haus, aber sie können gerne googeln. Bis Montag dann.“

Von Polizei, Bahn, Bus und Restaurants, Kinos oder anderen Jobs fange ich da gar nicht erst an.

In einer idealen Welt würde sich der Arbeitsmarkt natürlich an den Eltern orientieren und alles so auslegen dass diese möglichst ideal umsorgt werden. Leider sind wir da aber lange noch nicht angekommen und die Wirtschaftsinteressen des Landes arbeiten dem auch nicht unmittelbar zu. Das können wir alle versuchen zu ändern (z.B in die Politik gehen) oder aber vorerst akzeptieren dass es in dieser, aktuellen Realität eben anders aussieht.

Lieber Geld aus den Sozialkassen, statt das Kind Nachts in der Kita?

Nehmen wir mal meine Freundin S. sie hat sich relativ unschön vom Vater ihres Sohnes trennen müssen. Da war sie mitten in der Ausbildung. Da sie nun plötzlich alleinerziehend war (Sohn war noch nicht 4 Jahre alt), konnte sie die Ausbildung nicht weiterführen. Zu viele Fehlzeiten. Also blieb sie wiederwillig zu Hause und musste Sozialleistungen beantragen. Dann fand sie endlich einen neuen Ausbildungsplatz als Krankenschwester, das Krankenhaus war gewillt sie zu nehmen, allerdings nur unter der Bedingung dass sie einen Kitaplatz für ihren Sohn nachweisen konnte. Die Kita wiederum wollte sie nur nehmen, wenn sie den Ausbildungsvertrag vorweisen kann. Nach viel Rennerei und Sorgen bekam sie den Kitaplatz UND den Ausbildungsplatz. Endlich brauchte sie keine Hilfe mehr vom Staat und konnte selbst für ihren Sohn sorgen (der Vater war monetär eher nicht so anwesend). Hätte sie nun also ABSTRICHE machen sollen, damit ihr Sohn während der in der Ausbildung notwendigen Nachtdienste nicht zu den Großeltern musste? Was wären diese gewesen? Den Ausbildungslatz sausen lassen und lieber für immer vom Amt leben. Nur damit das Kind im eigenen Bett schläft?

Wenn ich das schon höre "Dann muss man halt Abstriche machen"!! Jeder (!!) macht Abstriche wenn er Kinder bekommt. Die hat man schon gemacht, die macht man nicht erst später. Ich (und nochmal: wir haben uns entschieden dass ich zu Hause bleibe) finde es super dass es solche Einrichtungen jetzt langsam gibt. Wie viel einfacher ist es, seinen Dienstplan zu koordinieren wenn man nicht mehr „heute Oma, morgen Papa, übermorgen Freundin A und Sonntag Freundin B“ jonglieren muss. Außerdem stellt doch auch keiner in Frage DASS die Kinder am besten in ihren eigenen Betten schlafen sollten. Manchmal wäre die Alternative halt Armut und ein Leben vom Amt. DAS sind bestimmt noch miesere Voraussetzungen für ein Kinderleben als 3 Nächte im Monat in der Kita zu schlafen. Haben wir eigentlich schon über das Modell „Internat“ nachgedacht? Ist das nicht dann auch ein ganz ganz schlimmes Modell, in dem vorwiegend die Kinder der oberen Zehntausend aufwachsen?
Was sollen Alleinerziehende im Schichtdienst denn machen? Achja…ne Umschulung zu was auch immer. In Teilzeit. Oder halt gar nicht arbeiten. Oder noch besser das „selbstgewählte Lebensmodell alleinerziehend“ gar nicht erst wählen. Ich platze gleich.

Was ich vor allem aus der Diskussion immer wieder raushöre, ist das Mütter sich doch bitte beruflich völlig aufgeben sollen damit die Kinder ja nicht in der Kita schlafen. Pilotinnen, Gehirnchirurginnen, Krankenschwestern und andere hochqualifizierte Frauen, sollen lieber Harz IV bekommen oder aber sich zu betreuungszeitenfreundlichen Jobs umschulen lassen, egal ob sie dabei kreuzunglücklich sind oder nicht. Alles nur damit die Kinder jeden einzelnen Tag im Jahr im eigenen Bett schlafen können.

Die Alternative zum „Abstriche machen“ bleibt natürlich, erst gar keine Kinder zu bekommen. Und diese Entscheidung treffen inzwischen so viele Frauen und Paare, dass unser Land das mit der geringsten Geburtenrate weltweit ist. Was daraus folgt? Dass auch irgendwann deswegen die Gegner von arbeitszeit- und familienfreundlichen Betreuungszeiten „Abstriche machen“ müssten, nicht nur diejenigen, die sich noch für Kinder entscheiden.

Liebe „Gegner dieses Betreuungsmodells“, die es selbst gar nicht nutzen müssen: leben und leben lassen. Für alle denen es wirklich gegen den Strich geht dass (andere) Familien dieses Modell nutzen müssen: verbessert die Situation, engagiert euch in der Politik und ändert die Arbeitswelt. Wenn ihr in Chefetagen sitzt: Seid die besseren Chefs, ändert was in eurer Firma. Es gibt noch viel zu tun.

 

By | 2017-06-25T17:02:55+00:00 5. Mai 2016|Categories: Ich schreibe|30 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Instagram, Facebook und auf Pinterest.

30 Kommentare

  1. Ivi am 5. Mai 2016 um 14:20 Uhr- Antworten

    Also ich habe den Artikel heute Morgen auch gleich gelesen (bei Dir entdeckt) und ich finde, es sollte mehr solcher Kita´s geben. Gerade, weil sie nicht für täglich sind, sondern für solche Betreuungen, die einfach nicht familiär oder freundschaftlich abgedeckt werden.

    Ich merke es gerade selbst, wieder ein neuer Job, nun muss jongliert werden und hier bei uns geht es nur darum, wer die Kinder vom Kindergarten abholt….es wäre schlimm, wenn wir dann auch noch für 3 (ok 2, eine ist schon groß) Kinder für nachts etwas organisieren müssten, weil wir jetzt beide im Schichtdienst arbeiten. Da wären wir auch froh, wenn es eine solche Kita in der Umgebung gäbe. Ich finde das Modell sehr gut!

    LG Ivi

  2. Inga am 5. Mai 2016 um 18:03 Uhr- Antworten

    Interessant, was die Leute sich da aufregen. In Hamburg haben wir schon seit Jahren solche Kitas. Einige haben bis 22 Uhr geöffnet, andere 24 Stunden. Niemand schiebt sein Kind da ab, es hängt einfach mit den Arbeitszeiten der Eltern zusammen, ganz unspektakulär.

  3. Bettina am 5. Mai 2016 um 20:27 Uhr- Antworten

    Einfach nur mal ein „Danke“ für Deinen Artikel!

  4. Miss p. am 5. Mai 2016 um 21:08 Uhr- Antworten

    Huhu, was mich etwas irritiert, dass du selber schreibst , dass du in deinem alten Job auch mal am we oder Feiertagen hättest arbeiten müssen. Äh ja, thats Life. Also ich meine , das ist für viele, auch mit Kindern normal. Ich meine du bist jung, ja warum , wenn solche Arbeitszeiten für euch nicht tragbar sind, nicht tatsächlich umschulen, quereinsteigen? Ich meine irgendwann gehe die kinder zur Schule und dann?

    • Katarina am 5. Mai 2016 um 21:22 Uhr- Antworten

      Hallo Miss P.
      Das ist ganz einfach: Weil ich so glücklich bin wie wir jetzt leben und ich inzwischen als Bloggerin arbeite. Generell kann man natürlich eine Umschulung machen wenn man möchte/muss. Außerdem habe ich eine Ausbildung zur Tagesmutter gemacht, da kann ich jederzeit wieder mit weitermachen.

  5. Desiree am 5. Mai 2016 um 21:52 Uhr- Antworten

    Vielen vielen Dank für deinen Artikel. Bin selbst Krankenschwester. Bin froh das mein Arbeitgeber Nächte bei mir soweit es geht vermeidet, wegen meiner 3 Kinder. Ich habe in dem Zusammenhang noch viel schlimmere Kommentare gelesen: „Wenn man nicht zu Hause bleiben kann sollte man sich doch überlegen ob man besser keine bekommt „. Da habe ich Puls bekommen. Nur weil ich arbeiten muss soll ich keine Kinder bekommen.
    Da packt man sich echt an den Kopf .
    Liebe Grüße
    Desiree

  6. Sabrina am 6. Mai 2016 um 11:06 Uhr- Antworten

    Hallo Katarina,
    Danke für den tollen Artikel!
    Es gibt so viele Berufssparten, die ohnehin schon damit kämpfen, Beruf und Familie zusammen zu bringen, dass sich bei mir immer mehr der Eindruck erhärtet, dass die, die gegen solche (wirklich hilfreichen) Projekte schimpfen, ziemlich weltfremd sind. Scheinbar machen sich viele gar keine Gedanken, welche Vielfalt an täglichen und meist schon selbstverständlichen Angebote verloren gingen, wenn all diese Menschen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten nicht zur Arbeit gingen: Ärzte & medizinisches Personal können die meisten ja noch verstehen, doch was ist mit der Gastronomie und den vielfältigen Anbietern von Freizeit- sowie Eventangeboten (an das heißgeliebte Kino denken die meisten ja gar nicht 😉 ) D. h. dann wohl: Essen gehen nur noch bis 17.00 Uhr, Konzerte und andere Kulturabende gestrichen, Urlaubsreisen haben sich auch erledigt (Hotelpersonal muss heim) und in der Zeitung vom aktuellen Tag erfahren wir nur noch die veralteten Nachrichten bis zum Vortag um 13.00 Uhr, weil ja auch die Schriftsetzer und Drucker bis 17.00 Uhr mit allem fertig sein müssen. Vom heißgeliebten 24h-Kundendienst diverser Anbieter ganz zu schweigen.

    Wohl kaum eine Mutter bzw. Vater würde solche Angebote zum Spaß nutzen. Da kann man sich über die Kritiker-Kommentare nur wundern. Ich finde, Du hast es super auf den Punkt gebracht.
    Liebe Grüße
    Sabrina

  7. Jeanette am 6. Mai 2016 um 13:25 Uhr- Antworten

    Hallo Katarina ,

    Ich finde deine Ausführungen klasse. Ja mein Sohn ging seit er im Kita-Alter war, Vollzeit in selbigen. Warum? ich war gezwungen bereits nach 9 Monaten wieder zu arbeiten. Und dann kam der Umstand dazu das ich alleinerziehend wurde. Habe ich mir das so ausgedacht? Nein ganz sicher nicht. Wollte ich meinen Sohn Vollzeit von anderen Betreuen lassen. Auch das kann ich verneinen. Was wäre also die Alternative: stimmt ich hätte Sozialleistungen beantragen können, aber wollte ich das? Auch diese Frage kann ich verneinen. Also ging mein Sohn von 07:30 bis 16:30 in die Kita und später in den Schulhort. Er fragte mich mal warum andere Eltern ihre Kinder bereits Mittags von der Grundschule holten und ich erst um 16 Uhr vom Hort. Ich habe ihm vorgeschlagen das ich in Teilzeit ginge, sagen wir von 8-12Uhr. Das wir dann aber unser Auto verkaufen müssten, die drei Zimmer Wohnung leider auch zu teuer wäre und Kino oder McDonalds leider nicht mehr drin seien.
    Ich bin also Vollzeit geblieben, denn Junior wollte diese kleine Extras nicht missen. Heute ist mein Sohn 17, er geht Arbeiten und trotz der Vollzeit Betreuung ist ein ordentlicher Junger Mann aus Ohm geworden. Der weiß dass das Geld nicht vom Himmel fällt und die Werte und Normen die dadurch vermittelt wurden auch nicht schlecht sind.

    Ich freue mich für jede Mama die ihre Kinder selbst betreuen kann. Hätte ich mir das doch auch gewünscht. Beide Stile haben vor und Nachteile. Jemanden wegen der einen oder anderen Art zu verurteilen ist einfältig.

    Lieben Gruß und Danke für deinen tollen Beitrag

  8. Mona am 6. Mai 2016 um 14:42 Uhr- Antworten

    Ich hab besagten Artikel nicht gelesen, aber deinen Beitrag finde ich ganz ganz toll!! Besonders den letzten Absatz. Es muss noch viel mehr davon geben.

  9. Michaela am 28. Mai 2016 um 09:16 Uhr- Antworten

    Guten morgen 😉
    Ein guter Beitrag zu dem Thema Kita über Nacht. Mein Mann ist auch im Schichtdienst tätig,allein seine Arbeitsze sind schon Herausforderung genug! Ich bin durch eine chronische Erkrankung meines Sohnes in einer verlängerten Elternzeit und betreue ihn zu Hause. Ich bin aber auch froh wenn ich möglicherweise dieses Jahr wieder arbeiten gehen kann. Ich denke wir sollten auch durchaus mal dankbar sein für die Betreuungsangebote die wir hier in Anspruch nehmen können. Es ist eigentlich schade das in der“heutigen“ Zeit solche Kommentare kommen! Es gibt für die nächtliche Unterbringung der Kinder auch Regeln die beachtet werden müssen, ich denke auch das Eltern ungern ihre Kinder über Nacht fremdbetreuen lassen. Jedoch was bleibt denn für eine Wahl in unser Gesellschaft geht es um Leistung und wer die nicht bringt, warum auch immer der ist raus. Ich finde es gut das es allgemein Kindertagesstätten gibt egal ob nachts oder tagsüber. Jedes Leben, jede Familie sollte das Recht haben auf eine individuelle Entscheidung über die Betreuung ob zu Hause, Tagesmutter, Kita ob am Tage oder Nachts. Das wichtigste ist das Kinder in einer liebevollen Umgebung aufwachsen und das sie Geborgenheit erfahren auch in einer Kita. Liebe Grüße Mia

  10. Camilla am 30. Mai 2016 um 20:28 Uhr- Antworten

    Danke für den tollen Beitrag. Mein Freund und ich arbeiten beide in der Pflege. Beide Elternteile sind somit in Schichtdienst-Arbeitszeiten. Ich arbeite zwar „nur“ Teilzeit, aber im Monat kommt es ungefähr 5 Mal vor, dass wir eine Betreuung über Nacht in Anspruch nehmen müssen. Zwar haben wir das große Glück, dass die Mama meines Freundes zuhause ist und unseren kleinen Mann dann über Nacht übernimmt, aber ich wäre sehr dankbar, wenn es auch hier eine KITA geben würde, die Kinder über Nacht betreut, denn viele meiner Kolleginnen können auf Grund der nicht vorhandenen Kinderbetreuung keine Kinder bzw. keine weiteren Kinder bekommen. Ich finde es sehr, sehr traurig, dass Eltern, die eine solche Betreuung nicht in Anspruch nehmen müssen, über andere urteilen.
    Ich würde gerne wissen, was genau jene Menschen sagen würden, wenn ihre Eltern oder sie selbst im Krankheitsfall auf Grund mangelnder Pflegekräfte (die alle eine Umschulung gemacht haben, nachdem sie Eltern geworden sind), mangelnde Betreuung erleben müssten.
    Auch wenn wir uns gegen Nachtdienste entscheiden würden, wäre die „normale“ Tagesbetreuung einer KITA für uns ein großes Problem, da unser Frühdienst morgens um 6 Uhr beginnt und wir zu dieser Zeit weder eine KITA noch eine Tagesmutter in Anspruch nehmen könnten.

    Liebe Grüße.

  11. Käthe am 13. Juni 2016 um 12:47 Uhr- Antworten

    Du sprichst mir aus der Seele. Lieben Dank dafür. Wir selbst haben (noch) keine Kinder, sind aber mit Herz und Seele Paten eines wunderbaren Minis. Aufgrund der Arbeitssituation der Eltern (beide im Schichtdienst), kommt es immer mal wieder vor, dass er seit dem er ca 8 Monate alt ist bei uns ist und auch dort übernachtet. Einem Ort, mit dem er vertraut ist, an dem er sich wohl fühlt und an dem der Rhythmus den er von zu Hause gewohnt ist auch weitestgehend eingehalten wird. Eigentlich ein Träumchen, sollte man meinen 😉 Es schlägt einem aber sehr viel Kritik entgegen. Eltern müssten selbst und möglichst alleine für ihr Kind sorgen. Als würden die Eltern sich das nicht selbst auch wünschen, doch irgendwie müssen ja die Brötchen verdient werden? Ich denke die (spät)Folgen von Hartz4 sind doch durchaus größer, zahlreiche Statistiken beweisen das doch. Hinzu kommt auch noch der eigene Anspruch daran eben nicht vom Staat abhängig zu sein.

  12. Sarah am 2. August 2016 um 12:42 Uhr- Antworten

    In der modernen Gesellschaft verlagert sich das Leben und der Alltag zunehmend in die Nacht. Bei einer so großen Bevölkerungsdichte ist das auch nur logisch. In der Steinzeit und noch im Mittelalter lebte man nach der Sonne. Wenn das Licht nicht mehr da war konnte man auch nicht mehr viel arbeiten. Es gab keine Freizeitangebote in der Nacht.
    Wir können nicht mehr zurück (nicht freiwillig) und daher muss sich auch das Familienleben im allgemeinen anpassen, anpassen an die Gesellschaft. Die logische Konsequenz ist nun einmal, dass man selbst arbeitet und die Kinder von Fremden betreut werden und dafür auch Geld bekommen. Denn Familien werden kleiner und das finanzielle einkommen gewichtiger durch mehr Luxus. Es geht auch puristisch, doch das möchte auch kaum jemand. Es wird wohl in Zukunft eher in Richtung 24std Kitas gehen und das schon ab dem 3. Lebensmonat. So ist die Gesellschaft angelegt.
    Ich selbst bin eher altmodisch und habe meine Kinder erst mit 3 Jahren in die Kita gegeben, doch ich habe Oma und Opa an meiner Seite.

  13. Zesyra am 26. Oktober 2016 um 17:07 Uhr- Antworten

    Ich hab da noch n Vorschlag: Ich fände es viel besser, wenn die Arbeitgeber (qualifizierte!) Babysitter bezahlen müssten. Damit die Kinder nicht zusätzlich zu der Trennung von den Eltern noch die fremden Räumlichkeiten ertragen müssen. Von Nacht-Kitas bin ich nämlich auch kein großer Fan. Da müssen Staat und Arbeitgeber halt ein paar Abstriche machen.

    • Katarina am 7. Februar 2017 um 12:16 Uhr- Antworten

      Liebe Zesyra,
      grundsätzlich verstehe ich deinen Punkt total. Nur: Wieso sollte ein Arbeitgeber dann noch Eltern einstellen, wenn diese mit den „Mehrkosten“ Babysitter kommen? Dann kann man (auch wenn ich deine Idee gut finde) auch gleich Singles ohne Kinder einstellen. Kosten viel weniger und machen die gleiche Arbeit.

      Liebe Grüße,
      Katarina

  14. Linda am 7. Februar 2017 um 17:05 Uhr- Antworten

    Liebe Katarina,
    Sehr schön geschrieben. Ich finde es sehr schlimm dass es immerwieder Mütter gibt die glauben über den „anderen“ zu stehen, nur weil sie „abstriche“ gemacht haben.
    Jeder sollte die Lösung für sich selbst finden und nicht andere zwangsbekehren. Sonst wird es wirklich so wie du gut geschrieben hast immer weniger Kinder geben und/oder immer weniger Frauen in hohen Positionen. Dann hätten wir wieder System, wenn der Mann sehr gut verdient kann ich es mir leisten Kinder zu haben, uns die ganze Emanzipation um due wir gekämpft haben ist dahin. (Könnte dazu noch mehr schreiben).
    Eigentlich will ich dir nur sagen wie toll ich es finde, dass du die ganze Situation auf den Punkt gebracht hast ohne irgendwen zu beleidigen und danke für deine Worte, dass man eben nicht immer für sein Kind alles Abstriche machen muss.
    Liebe grüße

  15. YoYo Schweizer am 7. Februar 2017 um 19:31 Uhr- Antworten

    Ein Kuss für diesen Artikel! Also deinen!

  16. Dieverlorenenschuhe am 8. Februar 2017 um 10:28 Uhr- Antworten

    Ein toller Beitrag. Wir arbeiten selber im Schichtdienst. Mein Mann noch etwas mehr als ich. Ohne Großelernen ginge das nicht. Und ich habe auch nichts anderes gelernt und möchte auch nichts anderes machen. Denn wie du schreibst, gerade wir Mütter machen mit der Geburt eines Kindes viele Abstriche. Wir machen das gerne, aber sich komplett selbst aufgeben halte ich für kontraproduktiv. Ausserdem bleibt da eben der finanzielle Aspekt, und wirren hier ja nicht um ein geführtes Luxusleben, sondern oftmals u das nackte Überleben und zumindest ein bisschen Rente im Alter. Viele scheinen da nicht weitsichtig genug zu sein. Und es wird oft vergessen, dass nicht nur die Eltern gut fürs Kind sind und wir früher ganz selbstverständlich ein ganzes Dorf zur Aufzucht hatten. Zumindest war das bei mir so. Liebe Grüße.

  17. […] mag ich es ja auch sehr so ohne Kita. Nur manchmal, wenn solche Tweets auftauchen, an einem lauten Tag, da denke ich mir schon ob es […]

  18. Mamamulle am 24. April 2017 um 22:54 Uhr- Antworten

    Oh, wusste gar nicht, dass es sowas gibt, finde es aber gut. Das hilft doch bestimmt vielen! Hier bei uns auf dem Land wäre ich übrigens schon froh, wenn die Betreuung länger als 12:30 ginge.

    Liebe Grüße
    Mamamulle

    • Katarina am 24. April 2017 um 22:55 Uhr- Antworten

      Nur bis 12:30???? Wann soll man denn dann arbeiten? 8:00-11:30? Da stellt einen doch niemand ein. ????

  19. […] regt sich in ihrem Text Mama muss nur ein paar Abstriche machen auf, weil sich Menschen gegen Kitas mit Übernachtungsmöglichkeit aussprechen. Wie sollen auf […]

  20. helen am 9. Mai 2017 um 11:39 Uhr- Antworten

    Hm, jeder so wie er es kann oder? Hartz IV war für mich nie eine Option. Aber als meine Tochter ein Jahr alt wurde war mir schnell klar, dass ich sie unter keinen Umständen in die Krippe geben werde. Mein Mann hat damals noch studiert und wir brauchten mein Gehalt. Hätten meine Eltern sich nicht bereit erklärt, die Kleine zu betreuen, hätte ich auf Sozialleistungen zurück gegriffen. Für mich gehören so kleine Kinder einfach nicht fremd betreut. Was mich zusätzlich nervt, sind ganz bestimmte „Alleinerziehende“. Davon hatte ich gleich zwei im Studium. Die vor lauter Torschlusspanik sich haben schwängern lassen, von Männern mit denen sie eigentlich eh keine Zukunft sahen, und die jetzt rumjammern wie schwer sie es haben.

  21. […] Artikel in einer Onlinezeitung der Elternblogs (namentlich auch meinen) maginalisierte und als unpolitisch und belanglos […]

  22. […] laufen. Wenn man da als Theaterleitung einfach absperren würde um  18:00 Uhr (okay 17:00 Uhr, der Kindergarten macht ja zu), dann wäre das was? Achja. Grob fahrlässig. Man darf nicht einfach Menschen im Kino einsperren. […]

  23. Judith am 1. Juni 2017 um 12:55 Uhr- Antworten

    Sapperlot!
    Toll geschrieben.

  24. […] Mann ist auch klar, dass Haushalt und Kinderbetreuung die ich hier zu Hause ja nunmal mache Zeit und Energie kostet. Und das Organisationstechnisch (Wer […]

  25. Tine am 10. August 2017 um 10:28 Uhr- Antworten

    Die Leute haben scheinbar nichts anderes zu tun, um sich über die Lebenssituation anderer Menschen aufzuregen. Ich kann es nicht verstehen und finde solche Nachtmodelle überhaupt nicht schlimm – denn mal ernsthaft – die Kinder schlafen doch in der Regel nachts. Klar, finde ich es schön, wenn ICH dem Kind die Gute Nacht Geschichte vorlese, aber danach schläft das Kind – ich kann also keine Zeit mit ihm verbringen. Wenn das Kind bereits schulpflichtig ist, geht es am nächsten Morgen in die Schule, während die Mama/der Papa nach einem Nachtdienst schlafen geht und danach Zeit für das Kind hat, wenn es aus der Schule kommt während andere vielleicht bis nachmittags arbeiten und auch k.o. sind. So stelle ICH mir das zumindest vor.

  26. Bloggermumofthreeboys am 6. Oktober 2017 um 14:39 Uhr- Antworten

    Hi, ganz ehrlich, die meisten Leute lesen die Überschrift und geben dann eine pauschale, komplett unreflektierte, knallharte Meinung ab. Das sieht man bei vielen Themen. Da wird nichts hinterfragt, etwas überlegt, sondern ohne irgendwelche Fakten und Details gibts eine „Meinung“. Du hast nämlich natürlich völlig Recht.

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