2014 hatte eine Frau in meiner Twitter Timeline eine Fehlgeburt. Ich frisch mit den Zwillingen zu Hause las davon und war das was die meisten Menschen sind. Sprachlos. Nichts bereitet einen auf die Fehlgeburt vor und niemand bereitet andere darauf vor was man sagen soll. Was man sagen kann.

Nur so kann ich mir erklären, wieso jemand der eine Fehlgeburt erlitten hat, so viele unpassende Sprüche bekommt. Vermutlich meinen es die Menschen gar nicht böse, aber da trifft dann Unwissenheit (Woher sollten sie es auch wissen?)  auf Sprachlosigkeit und bei einigen wenigen Menschen wohl auch auf Unverständnis oder pure Dummheit.

Ich habe meine Fehlgeburt bewusst öffentlich gemacht, weil ich gehofft habe anderen Frauen damit zu zeigen das sie nicht alleine sind. Um selbst zu erfahren, dass ICH nicht alleine bin. Das es völlig normal ist in seiner Verzweiflung im Kopf immer und immer wieder andere Schwangere zu beneiden, sie gleichzeitig schubsen zu wollen und das obwohl man rational weiß das es falsch wäre.

Ich habe auf meine Artikel bisher nur EINEN einzigen schlimmen Kommentar bekommen. Jemand schrieb mir, ich solle mich doch zusammenreißen, meinen Arsch hochkriegen für meine anderen Kinder und mal daran denken das andere Frauen GAR KEINE Kinder bekommen können. Ich hätte ja immerhin schon welche.

Kurz war ich furchtbar verletzt und habe dann beschlossen das Spiel „Dieses Leid ist schlimmer als Deins“ nicht mitzuspielen. Kinder sind kein Spiel. Leid ist auch kein Spiel.

Was man nach einer Fehlgeburt nicht sagen sollte

 

„Ab dem 70. Geburtstag sollte man realistisch bleiben. Das passiert halt.“

Fehlgeburten, (und über anderes wie z.B ein Kind tot zur Welt zu bringen, oder zu wissen das es innerhalb von weniger Stunden sterben wird, darüber kann ich nicht sprechen, will ich nicht sprechen, denn das musste ich nicht erleben) sind meiner Meinung nach für Betroffene oder zumindest für mich nicht anders zu werten wie der „reguläre“ Tod eines geliebten Menschen. Sei es die Oma, die Freundin, der Bruder oder die eigenen Eltern. Nimm was für deine Situation passt.

Niemandem der seine Mama verloren hat wird man nach der Nachricht „Meine Mama ist gestorben“ wohl antworten „Schau doch mal: Du hast ja noch deinen Papa, und der ist doch auch super.“

Niemand der seine Oma verloren hat, wird hoffentlich hören „Wie gut das es jetzt passiert ist, dann musstest du sie wenigstens nicht ins Heim geben.“. Damit meine ich natürlich das man sich lieber Oma gesund zurückwünscht. Nicht das es rational für den Verstorbenen wirklich besser war jetzt zu sterben.

Ich könnte jetzt noch viel mehr Beispiele anführen, aber ich glaube für den Eindruck reicht es. Jetzt stellt sich natürlich die Frage:

„Was kann man nach einer Fehlgeburt sagen?“

Die Antwort ist denkbar einfach.

Was man nach einer Fehlgeburt sagen kann