Zois Geburt – Geboren in den USA

Zois Eckdaten:
Geplanter ET: 28.3
Geboren am 17.3.2014 um 1.17 in Newark, DE USA
Spontangeburt, 22 Stunden nach Blasensprung.

Soweit die Theorie

Es war mein Geburtstag. Der 15.3.2014. Der erste Geburtstag ohne meine Familie in Deutschland. Am Morgen war mein Mann beschäftigt damit, seinem Onkel beim Umzug zu helfen. Sie zogen in dieses unglaublich schöne Millionenhaus direkt am Wasser. Während die anderen schleppten, setzte ich mich auf die Terrasse, es war richtig schön für Mitte März…

Ich ging heim, da ich frustriert und traurig war. Mir hatte, ausser meinem Mann, keiner gratuliert. Das geplante Dinner am Abend in meinem Lieblingsrestaurant kam mir mehr wie Pflicht für alle vor, als ein Fest. Als mein Mann kam, fuhren wir noch zur Mall. Eine Runde schauen, was mir eh nicht passte mit 30 kg plus…. Ich hatte keinen Bock, wollte heim.

Abends ging es mit seiner Familie in mein Lieblingsrestaurant. Ich verspeist spicy Shrimps und grandiosen Fisch.

Zuhause angekommen, legte ich mich hin. Mein Mann blieb auf. Gegen eins kam er ins Bett.
Es war 3:34 als ich merkte dass meine Fruchtblase geplatzt war. Es blubberte einfach so raus. Ich sprang auf und sagte“ my water broke.“
Mein Mann sprang auf….. Meine Beine zitterten. Gut, dass meine Tasche schon gefühlte 5 Monate gepackt war….
Wir fuhren also zum Krankenhaus, mein Mann bretterte mit unserem Jeep über sämtliche Absperrungen. Es wurde getestet ob es sich um Fruchtwasser handelte, was es eindeutig tat, und ich kam in meinen delivery room. Hier bleibt man, bis das Baby da ist. Ein sehr schickes Krankenhaus, ich kann nicht meckern.
Die junge sehr nette Ärztin kam, und checkt mich. Ich hatte keine Wehen, der Muttermund war komplett zu. Sie tat etwas, was in Deutschland so nie gemacht werden würde. Mit einem Ballon Katheter wurde mein Muttermund auf 2 cm geöffnet. Sie sagte, das sei das schlimmste an meiner Geburt (PDA habe von vornherein angekündigt) ich habe mich während dessen beömmelt, weil mein Mann so doofe Witze machte.
Also ging es langsam aber sicher auf 6 cm zu. Die Familie meines Mannes war mittlerweile eingetrudelt, und keiner fragte, ob ich es toll fand, dass sie da saßen und mir auf den Sack gingen. ( Verzeihung für die Ausdrucksweise, anders kann ich diese makabere Situation nicht beschreiben)

Es tat sich nix.

Die Krankenschwester interessierte sich recht wenig. Erst zum Schichtwechsel, nach 19 Stunden nach Blasensprung, und ich schätze 10 Stunden PDA, merkte die neue Schwester, dass unsere Tochter eine Sternguckerin war, und sich mein Muttermund  deswegen nicht weiter öffnete.

Die Ärztin kam und redete was von Kaiserschnitt. Ich machte ihr schnell klar, dass ich als Gynkrankenschwester sehr wohl weiss, dass Babys auch als sternengucker auf die Welt kommen, und sie verdammt nochmal zusehen soll, dass sie eine andere Lösung findet! Sie gab mir zwei Stunden. Die junge Schwester kam zu mir, und verdrehte mich sehr lustig auf meinem Bett. Es half.

Nach zwei Stunden ließ die PDA nach. Ich klingelte für einen weiteren Bolus, allerdings hatte ich schon so viel bekommen, dass ich keine Luft nach oben mehr hatte. Als die Ärztin mich checkt stellte sie allerdings fest, dass sich Zog gedreht hatte, und ich bei 10 cm war. Ich konnte pressen.
Mein Mann war an meiner Seite, die Familie zum Glück nicht (sie wurde wie bei jedem Check raus geschickt). Er hielt mein Bein fest und machte mir Mut. Ich drückte, und die Ärztin sagte: „Oh I think I see red hair“.

Meine Reaktion?

„Put it back…“
Ehrlich! Wir mussten alle so lachen. Es ging dann recht schnell, Zoi war da. Wir wussten nicht, ob Junge oder Mädchen, nicht offiziell, im Inneren wusste ich es schon, und wunderte mich nicht.
Es war so unwirklich, ich konnte uns kann meine Gefühle zu dem Zeitpunkt nicht beschreiben. Ich bekam sie eine Stunde auf die Brust gelegt, bevor sie gewogen und gemessen wurde.
Während der gesamten Geburt durfte ich nicht essen. Ich war noch nie in meinem Leben so müde!

Wie ist es in den USA zu gebären? Geburt in den USA, Geburtsbericht aus den USA

Zoi, geboren in den USA. 2950 gr auf 49 cm

Wir wurden auf unser Familienzimmer gebracht. Dies ist Standard in dem Krankenhaus. Ich war total hilflos, hatte zu wenig Milch, meine Tochter war hungrig. Es war verboten, das Kind ins Bett zu nehmen zum schlafen. Ab dem ersten Morgen tat ich es trotzdem. Wir mussten zwei Nächte bleiben. Ich habe es gehasst.
Mein Mann versuchte mich zum essen zu bewegen. Er brachte mir einen grossen Erdbeermilkshake, Laugenbrötchen mit Schinken Käse und Honig Senfdressing. Sachen die ich liebe.
Ich wollte nur Heim.
Besuch kam wie er wollte. Keiner fragte ob es ok ist. Meine Familie war nicht da.
Die Freude über unsere Tochter war riesig. Ich habe eine unglaublich enge Bindung zu ihr. Ich glaube auch, weil sie meine Verbündete dort war. Mein Mann auch, klar, aber er war immer in gewisser Weise unter der Fuchtel der Familie.

Im Juni entbinde ich unser zweites Kind. In Deutschland! Es wird alles so laufen wie ich es bestimme! Und das sollte jede Mutter auf dieser Welt sich ermöglichen!

Danke liebe Julia für eure Geburtsgeschichte! Ich finde auch das jede Frau das Recht haben sollte eine positive Geburtskultur zu erleben und hoffe das du Baby No.2 so entbinden kannst wie du dir das wünscht, bitte halte mich auf dem Laufenden.

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By | 2017-06-25T17:02:53+00:00 29. Juni 2016|Categories: Gastbeiträge, Geburtsbericht|3 Comments

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Artikel von Leserinnen und Lesern werden unter dem Namen "Gastautor" gebündelt. Wer genau was geschrieben hat, steht immer im entsprechenden Beitrag.

3 Comments

  1. Britta 29. Juni 2016 at 21:26 - Reply

    Ich wurde mit Hilfe eines Ballonkatheters mechanisch eingeleitet. Wird also auch in Deutschland gemacht um wehen auszulösen. Es imitiert den Druck des Köpfchens.

  2. Alicja 8. Juli 2016 at 20:13 - Reply

    Ich habe auch in den USA entbunden und verglichen zu den 2 Kaiserschnitten in Deutschland war die Kaisergeburt, die mir hier auch spontan ermöglicht wurde, die erste Geburt, die ohne grosse Komplikationen ablief, beide Kliniken in DE haben unsagbar gepfuscht.
    War vielleicht ein doofes KH oder so, aber ganz sicher nicht unbedingt typisch für die USA.

    • Katarina 8. Juli 2016 at 23:55 - Reply

      Hallo Alicja,
      das finde ich spannend, denn mir wurde (hier in DE) auch sofort schon in der 10. Woche nach 2 Kaiserschnitten von einer Hebamme gesagt das ich mir eine normale Geburt gar nicht erst wünschen soll, das würde eh kein Arzt erlauben.

      Offenbar kommt es da wirklich auf den Arzt und das Land an…

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