Immer mal wieder fragt ihr mich was ich denn eigentlich so mache, und heute schreibe ich das einfach mal für euch auf.
Heute Morgen weckten mich die Kinder, das ist bei uns immer so dass ich länger schlafen darf, und baten darum dass ich ihnen Frühstück machen könnte. Also fix aus dem Bett, Wasser ins Gesicht geklatscht und die Treppe runter. In der Küche habe ich erstmal 100 Stifte weggeräumt, denn die Mädels haben offenbar gemalt als ich noch nicht wach war. Der letzte Unfall mit Stiften und einem angehenden Picasso ist (klopf auf Holz) schon recht lange her und eigentlich haben sie jetzt wohl verstanden, dass es nicht klug ist irgendwo anders zu malen als auf dem Papier.

Entweder das, oder ich bin noch entspannter geworden. Vermutlich eine gute Mischung aus beidem. Nach dem Frühstück (Müsli) ist Marc auch schon aus dem Nachtdienst zu Hause und wird von allen Seiten überschwänglich begrüßt. Ich stelle die Kaffeemaschine an und schwupp-die-wupp sind Marc und ich in eine Diskussion über „wenn Lisbeth von England die Hufe hochschlägt, dankt Charles dann sofort ab oder ist er so erzogen dass er König wird, obwohl das keiner wirklich will?“ verwickelt. (Wir kommen zu dem Schluss, dass Charles wohl eher König wird als dass er abdankt. Zu sehr geprägt durch die Erziehung und unter der Fuchtel von Elisabeth.)

Vormittags tüdeln die Mädchen so vor sich hin, es wird gespielt und gemalt. Ich gehe in mein Büro, antworte auf Mails und mache mir Gedanken wie es hier auf dem Blog noch schöner werden könnte. Seit Wochen schleiche ich um ein neues Objektiv für meine Kamera rum. Eine Festbrennweite (das heißt man kann nicht zoomen, sondern muss wie bei der Sesamstraße hin und her laufen, „das ist nah….tapp tapp tapp…und das ist fern… tapp…tapp..tapp.“)  Das Objektiv ist unglaublich lichtstark und zusammen mit meinem Teleobjektiv wären dann alle meine Träume was eine Kameraausrüstung angeht erfüllt. Ich finde einen Elektronikmarkt bei uns …naja „in der Nähe“ wäre übertrieben…immerhin noch im Bundesland, der das Objektiv auf Lager hat und bei dem ich es 1. ausprobieren und 2. gleich mitnehmen könnte. Ein klarer Vorteil gegenüber Amazon. Ich ringe also mit mir hin und her, denn günstig ist bei Objektiven immer ein weit gefasster Begriff.

Ich bin aber so hibbelig und nach noch mehr Recherche so überzeugt, dass ich Marc ein paar Stunden später wecke und mich ins Auto setze. 50min hin, 50min zurück und hoffen dass es in der Zwischenzeit keiner kauft. Jessica gibt mir telefonisch Tipps zum Verhandeln, denn am Telefon sagte mir ein Mitarbeiter der Filiale, dass der Elektronikmarkt die Tiefpreisgarantie nicht mehr anbieten würde. Sang- und klanglos abgeschafft. (Im Laden soll es aber schlapp 40€ mehr kosten als beim Onlineversandhandel, der allerdings erst in 4 Wochen liefern kann, und ich will es ja JETZT.)

Bekomme ich mein Objektiv

Im Laden will ich mich also „beraten“ lassen um dann einen guten Moment abzupassen und nach „geht da noch was?“ zu fragen. In der Fotoabteilung ist aber niemand. Rechts den Gang runter ist niemand, links ist niemand und ich mit unglaublichem Zeitdruck im Nacken. Marc muss ja irgendwann (16:30Uhr allerallerspätestens) wieder los zum Nachtdienst und braucht da das Auto. Welches sich grade 50min von zu Hause entfernt befindet.

In einem Western würde jetzt die Mundharmonika anfangen zu spielen und das Strauchgestrüpp von links nach rechts durch den Elektronikfachmarkt rollen.
Also laufe ich in eine andere Abteilung, setze mein freundlichstes „ich will hier Geld lassen“-Lächeln auf und frage nach einem kompetenten Mitarbeiter der mich beraten kann.

Den gibt es aber nicht. Zumindest nicht an einem Mittwochnachmittag. „Die Kollegin da hinten, hinter den Regalen. Sie können Sie nicht sehen, sie ist etwas kleiner. Die kann Ihnen helfen“, sagt man mir.
„Hallo, ich suche nach einem lichtstarken Objektiv für meine Nikon. Können Sie mir helfen?“, frage ich.
Die Mitarbeiterin erbleicht und erklärt mir dass sie von Fotografie absolut keine Ahnung hat, und dass sie sich freut wenn sie weiß wo man ein Foto macht, aber sie würde mir jemanden suchen der mir helfen könne.

Die Uhr tickt. Wer ist auch so blöd und will sowas in einem Markt 50min von daheim kaufen? Achja, ich.
Die Mitarbeiterin kommt wieder und schüttelt bedauernd den Kopf, es gäbe leider niemanden der mir helfen könne, Ahnung hätte niemand. ICH WILL ABER DIESES SPEZIELLE OBJEKTIV. JETZT.
Ich nenne ihr also (vermutlich strategisch ungünstig, denke ich im nächsten Moment) mein gewünschtes Objektiv. Sie schaut im Computer nach, findet es nicht. „Dann schauen wir mal in der Auslage“. Wir schauen und wir finden. Ich frage ob ich es einmal IM LADEN ausprobieren dürfte. Ich darf. Sie lässt mich sogar mit dem Objektiv allein und will grade wieder hinter den Waschmaschinen verschwinden, als eine andere Kundin auf sie zukommt. „Hallo, ich bin Laie und will mir ein Teleobjektiv kaufen. Können sie mir was empfehlen?“. Die Mitarbeiterin sieht aus als würde sie gleich anfangen zu weinen. Oder aus Trotz in eine Waschmaschine kriechen.

Verliebt

Ich teste weiter das Objektiv, und es ist Liebe auf den ersten Klick. Hach. SO SCHÖN. Aber nicht für 40€ mehr als beim Onlinehändler, denke ich. Am Rande bekomme ich mit dass die andere Kundin nach dem Unterschied zwischen „Teleobjektiv das auch die Nichtexistenz von Paris Hiltons Schlüppi aus dem gegenüberliegenden Hotelzimmer beweisen kann“ und „Teleobjektiv – damit können sie Nachbars Hund beim Kacken erwischen“ fragt. Die Mitarbeiterin stammelt. „Jaa das eine ist halt teurer als das andere“. Herrje. Ich mache das was ich nie jemandem raten würde und mische mich ein, alte Buchhändlereinzelhandelsgene oder so, und benenne den Unterschied. Kundin happy und die Mitarbeiterin ist inzwischen schon wieder in Richtung Waschmaschinen unterwegs.
Ich schaue auf die Uhr und sprinte ihr hinterher. Jetzt oder nie. Jetzt oder 4 Wochen Wartezeit.

„Ja, also ich hätte schon Interesse…aber in ihrem Onlineshop ist es ja viel günstiger als hier im Laden…und bei Amazon noch günstiger…geht da nicht was?“ Sie checkt die Preise.
„Ich denke ich kann das machen, sie haben mir ja grade aus der Patsche geholfen“, antwortet sie und gibt mir den 40€ Rabatt.

Ich sags ja immer. Hilfsbereit kommt weiter!

Und jetzt zeige ich mal was das gute Stück so schönes kann:

Mein Kind trägt Brille

Nini mit einer alten 3-D Brille aus dem Kino, inzwischen hat sie keine Gläser mehr und Nini trägt die Brille zum Spielen ohne alles.

Meine Miele Küchenmaschine

Meine 25 Jahre alte Küchenmaschine, ich glaube von Bosch ist die. Ich habe sie von meiner Mom und habe selber schon als Kind bei genau dieser Maschine geholfen und jetzt helfen meine Mädels.

Pizzaschnecken Rezept nach meinesvenja

Zum Abendessen mache ich uns nämlich Pizzaschnecken mit Hackfleisch, Karotten, Salami, Käse und Tomaten.

 

Einfach schicke Lösung für meine Tombows

Mein allererstes Testfoto mit dem neuen Objektiv. So schön. In der Dose sind meine Tombows, spezielle Stifte welche ich fürs Handlettering nutze.

Lustige Paar Sprüche

Das hier habe ich letztens auf Wunsch meiner Schwester gelettert, sie möchte es gerne bei sich drucken lassen und dann aufhängen.

Marc hat es übrigens pünktlich zum Nachtdienst geschafft, und als ich weg war nicht nur die Kinder bespaßt sondern nebenbei auch noch unseren Garten von etwa 213961239 Disteln befreit und Rasen gemäht. Meiner! Den behalte ich.