Wie wird man eigentlich Übersetzerin?

Was ist „6 Fragen an…“?

Sechs Fragen an, ist eine Serie hier auf dem Blog. Ich stelle Menschen, die beruflich irgendwas machen, immer die gleichen 6 Fragen um mehr über ihre Berufe und den Menschen zu erfahren. Dieses mal mit Riikka. Sie ist freiberufliche Übersetzerin, für Deutsch und Englisch in ihre Muttersprache, Finnisch.

Riikka Hase ist Übersetzerin

Bildrechte: Riikka

Liebe Riikka, wie bist Du auf die Idee gekommen, das beruflich zu machen, was Du machst?

Meine ältere Schwester ging an die Uni um Übersetzungswissenschaften zu studieren, als ich noch in der Schule war. Da stand es für mich fest, dass ich auf keinen Fall das Gleiche tun würde. Ich war lange genug die „kleine Mari“ gewesen, Zeit ganz anders zu sein als die Große. Nein, nein, den Beruf würde ich mir nie aussuchen.
Bis… ja, bis ich mich für ein Studienfach entscheiden musste/sollte/wollte. Was tun, wenn man doch keine Kulturanthropologin wird?
Sprachen! Ja Sprachen müssen es sein. Aber Lehrerin wollte ich nicht werden, also…
Übersetzen und Dolmetschen. Doch. Wie die große Schwester.
Und es war eine tolle Entscheidung, ich glaube, dass ich eine geborene Übersetzerin bin, born to translate. Nicht, weil ich so toll und gut bin, nein, sondern weil ich mir keinen anderen Beruf vorstellen kann, in dem ich meine Stärken so einsetzen könnte und in dem ich zwar immer wieder an meinen Schwächen arbeiten muss, sie aber nicht im Weg stehen. Und: ich darf schreiben auch dann, wenn meine eigenen Ideen gerade weggelaufen sind!

Wie wird man Übersetzerin?

Die Bezeichnung „Übersetzer“ ist in keiner Weise geschützt, und so kann sich jeder Übersetzer nennen und versuchen, Auftrage an Land zu ziehen.
Es gibt viele Übersetzer, die in den Beruf reingerutscht sind, manche weil sie ins Ausland gezogen sind, andere weil es von ihnen im gelernten Beruf verlangt wurde und sie an der Arbeit Freude und Spaß gefunden haben.. die Gründe sind sehr vielfältig. Viele von den „zufälligen Übersetzern“ sind echte Profis und ganz toll. Andere, naja…
Ich bin den klassischen, geraden Weg gegangen und habe an der Uni Turku in Finnland Übersetzen und Dolmetschen studiert. Im Studium genoss ich vor Allem das Dolmetschen, also das mündliche Weitergeben von geredetem. Im Berufsalltag komme ich dazu leider kaum, hauptsächlich wegen den Zeiten, da ich als Mutter nur bestimmte Stunden am Tag zur Verfügung stehe. Die Male die ich beim Gericht gedolmetscht habe, genoss ich allerdings in vollen Zügen.
Nach dem Studium habe ich einige Zeit als Projektmanagerin in einer kleineren Übersetzungsagentur gearbeitet und mich dann, als der Beruf meines Verlobten (damals, heute sind wir verheiratet) uns in eine neue Stadt verschlagen hat, selbstständig gemacht als freiberufliche Übersetzerin (und Dolmetscherin).
Dann ging es erstmal darum, Leute von meinen Fähigkeiten zu überzeugen, Kunden zu gewinnen (und zu behalten) und meine eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Es ist ein Dauerprozess. Ich werde niemals fertig sein, sondern mich immer bewegen müssen, um einsetzbar zu bleiben.

Welche Fragen werden dir im Job am häufigsten gestellt?

Von Kunden: Können Sie das bis morgen früh schaffen? Oder noch besser, könnte das vorgestern Abend fertig sein?
Die Zeit ist immer knapp und die Erwartungen groß. Mit den Jahren habe ich gelernt, abzulehnen, was nicht machbar ist, und um mehr Zeit und/oder Geld zu verhandeln, wenn eines oder beide in der Anfrage zu knapp bemessen sind.
Von interessierten Mitmenschen: Kennst Du wirklich alle die Spezialwörter?
Kenne ich nicht, aber ich weiß, wie ich sie finde. Das ist mein eigentliches Können, das Erkennen von Schwierigkeiten und deren Lösung.

Was hat Dich als Mutter am Kinderhaben am meisten überrascht?

Die Intensität.
Ich hatte schon einiges an Erfahrung mit Kindern, als Tante und Babysitterin und kannte mich mit so einigem aus, aber ich hätte mir nie vorstellen können wie intensiv das alles ist. Die Liebe, die Angst, die Erschöpfung, die Forderung, die Begeisterung, die Bedürfnisse, die mir geschenkte Liebe….

Was ist Dein absolutes Must-have für Mütter?

Bauchgefühl.
Das ist das, was mich immer wieder rettet und Lösungen für schwierige Situationen bietet. Bauchgefühl und das Vertrauen darauf, dass ich meine Kinder wirklich am allerbesten kenne (noch).

Welchen Tipp möchtest du Eltern auf den Weg geben?

Hört auf Euch selbst. Und hört auf Eure Kinder.

Danke dafür dass ich dich interviewen durfte, liebe Riikka!

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By | 2017-03-14T14:05:56+00:00 12. Juli 2016|Categories: Ich schreibe|Tags: |0 Comments

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Katarina (30) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

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