Anna von Familie Motte ruft zur Blogparade auf: „Die Eigenheiten/Unterschiede unserer Kinder„. Da mache ich doch gerne mit, denn unterschiedlich sind meine drei Mädels wirklich.

Wie war das nochmal am Anfang?
Motti: Alles war neu, alles anders, und Marc konnte besser Windeln wechseln als ich. Müde waren wir beide auch, aber mit nur einem Baby konnten wir wirklich noch viel „schlafen, wenn das Baby schläft“. Das war so die Zeit Mai 2012 bis Dezember 2012. Im Dezember war ich schon etwa im 3. Monat mit den Zwillingen schwanger, natürlich schlief Motti da noch nicht durch. Und langsam wurde es nachts unbequemer beim Schlafen. Im Februar/März hatten wir eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse bewilligt bekommen, da ich mich eigentlich schonen und Motti nicht mehr tragen sollte und so weiter. Funktioniert mit einem Baby natürlich nicht wirklich. (Außer man lässt es schreiend in seinem Zimmer liegen und legt sich mit Ohropax auf die Couch – nicht unser Weg.)

Die Dame welche von einer kirchlichen Einrichtung kam war gelinde gesagt furchtbar. Sie war nämlich der Meinung sie wäre da um Motti zu versorgen. Motti (mitten in der Fremdelphase und zusätzlich zahnend) sah das ganz anders und wollte MAMA. Und die doofe Alte sollte sich wieder vom Acker machen. Sobald Frau Hilfe durch die Tür kam, fing Motti an zu schreien und zu weinen. Also beschäftigte sich Frau Hilfe zwangsläufig irgendwann damit die Wäsche zusammen zu legen oder die Wohnung zu putzen. Bis sie eines Tages mit Motti alleine unten vor der Wohnung auf den Spielplatz wollte. Frau Hilfe war sehr resolut und ich sehr beeinflussbar. Ich ließ sie also mit Motti runtergehen. Das ganze Spektakel dauerte keine 10min bis sie wieder oben waren. Frau Hilfe sagte mir dann in strengstem Ton dass ich Motti, wenn sie so schreit und sich nicht von mir lösen kann, doch dringend Medikamente geben soll die sie beruhigen.

Das war der Tag an dem diese Frau aus unserer Wohnung flog und nicht wiederkommen brauchte.

Mit den Zwillingen war der Anfang ganz anders, denn diese waren ja auf der Neugeborenen-Intensiv (für etwa 4 Wochen) und ohne die Hilfe meiner Familie und unserer Freunde hätten wir es nie geschafft täglich bei den Zwillingen zu sein. Ein paar Mal nahmen wir Baby-Motti auch mit, aber da ist dann nicht viel mit Bonding, wenn man ein Krabbelkind davon abhalten muss an irgendwelchen Kabeln zu ziehen.
Ansonsten erinnere ich mich daran dass wir mit drei Kindern, die nicht durchschliefen, sehr sehr sehr müde waren. Das Marc im Schichtdienst auch nachts gearbeitet hat, war da übrigens kein Problemfaktor. Dafür konnte er häufig tagsüber übernehmen wenn andere Papas bei der Arbeit sind.

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Und jetzt nach drei/vier Jahren?
Die Mädels schlafen alle drei bei uns im Familienbett, das stört eigentlich so gut wie nie. Füße habe ich auch nicht im Gesicht. 4,40m x 1,80m ist unser Bett, glaube ich, genug Platz jedenfalls für alle. Und 14 Tage im Monat ist Marc nachts ja eh nicht da, dann haben wir noch mehr Platz.

Schnuller:
Haben alle drei Mädels gerne benutzt, die Zwillinge etwas seltener als Motti. Den Schnuller haben sie sich alle drei übrigens selber abgewöhnt. Ohne weinen und auch ganz ohne Bestechungen ala „Wenn du jetzt…dann Schnullerfee“. Daumen lutscht keins der Mädels.

Essen:
Bis zu unserem „Stilldesaster“, das rückblickend fast (!) mit der erneuten Schwangerschaft der Zwillinge zusammenfällt, lief das Stillen von Motti super. Dann von einem auf den anderen Tag lief nichts mehr und auch Hebamme und Stillberaterin konnten nicht helfen. Plötzliche Dürre.

Die Zwillinge habe ich von Anfang an nicht gestillt, Motti hat zu der Zeit gerade Laufen gelernt / war auf einem recht zielstrebigen Weg und es war mir einfach zu gefährlich mit 1-2 Kindern an der Brust. Da kann man nämlich nicht mal eben aufspringen und Kind 3 vor der steinernen Fensterbank beschützen.

Richtiges Essen fanden alle drei super. Und alle drei haben gemanscht wie die Weltmeister.

Spielen:
Am Anfang haben natürlich alle drei noch nicht miteinander gespielt. Als die Zwillinge auf die Welt kamen war Motti gerade so ein Jahr alt. Ich würde sagen richtig mit Spielen haben sie vielleicht mit 3 Monaten angefangen, aber das ist schwierig zu sagen. Inzwischen spielen sie ständig miteinander, wobei Motti ganz klar den Ton angibt und die anderen beiden dann mitspielen. Ist Motti nicht zu Hause, spielen die Zwillinge auch wunderbar miteinander und/oder mit ihrem Spielzeug. Nini ist dabei die ruhigere und Wawi der Wirbelwind, welcher sich immer gerne von der großen Schwester anstecken lässt.

Eigentlich haben wir ein Wohnzimmer. Nun muss ich das Laufgitter wieder aufbauen. :( schnief.

Lieblingssachen:
Motti liebt es zu malen und zu basteln, findet Bälle super und kann stundenlang auf dem Sofa rumspringen und hopsen. Außerdem liebt sie jede Art von Pferden und hat grade alles von „My little Pony“ entdeckt.

Nini liebt ihre Kuscheldecke und spielt am liebsten mit der Sandkiste. Wenn sie sich einen Ort im Garten aussuchen
könnte bin ich mir sicher sie würde ihr Laufrad und die Sandkiste wählen.

Wawi liebt eine Perlenkette die sie von Jessicas Motte geschenkt gekommen hat. Ohne diese Kette geht sie seit Februar nicht aus dem Haus und überhaupt auch nirgends sonst hin. Ansonsten adoptiert sie gerne merkwürdige Kuscheltiere. Zum Beispiel liebt sie einen (hässlichen) gehäkelten Teddybären, den sie von Strickomas aus der Notaufnahme im Krankenhaus bekommen hat. Oder wenn kleine Plüschtiere in Goodiebags sind, dann ist klar dass Wawi sie adoptieren wird. Egal ob 5 Augen und 3 Arme, in kotzegrün oder schief und krumm vernäht. Wawi liebt sie.

Baden:
Finden und fanden alle drei super, bis diese Nummer mit dem Haarwaschen kam. Aber seit wir das Badehäschen haben geht es besser.

Haushaltsgeräte:
Die Waschmaschine finden sie nur spannend wenn man da auf Knöpfe drücken kann, das gleiche gilt für den Geschirrspüler, wobei sie da langsam helfen den auch mal ein- und auszuräumen. Sie dürfen dabei bisher nur ihre Kinderteller und -becher aus Plastik anfassen, was aber sehr gut funktioniert.
Beim Staubsauger haben alle drei Angst dass dieser ihr Spielzeug einsaugen könnte und sie finden ihn zu laut.

Unterwegs:
Bei Motti waren wir immer gänzlich ohne Kinderwagen unterwegs, nur Oma hatte zum Schieben einen Buggy weil sie (verständlich) nicht tragen wollte. Bei den Zwillingen waren wir dagegen mit einem bunten Mix unterwegs. Entweder Motti in der Trage und die Zwillinge im Wagen. Oder Motti mit im Wagen, als wir ihn dann zum Buggy umbauten oder ein Zwilling in der Trage und der andere mit Motti im Zwillingswagen/Buggy. Ein Buggyboard hatten wir nie, denn als wir den Kinderwagen wirklich brauchten, konnte Motti noch nicht mal laufen und war ein Krabbelkind. Die hätte sich nirgends festhalten können, geschweige denn über einen längeren Zeitraum.

Inzwischen sind wir mit allen drei Kids entweder mit den Laufräder, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs. Was hier auf dem Dorf allerdings auch nötig ist, denn die Strecke zum Supermarkt würden sie niemals zu Fuß schaffen und auch ich würde alleine an der Straße mit ihnen einen Nervenzusammenbruch bekommen. Gut, man könnte rein theoretisch die Zwillinge in den Zwillingswagenbuggy setzen und Motti läuft, darauf hätte sie aber absolut keinen Bock und würde mit in den Wagen wollen.

Im Gegensatz zu Anna finde ich das erste Babyjahr mit 3 Kindern gar nicht so anstrengend (abgesehen vom gigantischen Schlafmangel) sondern fand die letztjährige Phase (Zwillinge 2 Jahre und Motti 3 Jahre) viel anstrengender. Quasi drei Kinder gleichzeitig in der Trotzphase. Da fällt mir ein, Pubertät wird dann lustig. Bestimmt. Drei Kinder die uns gleichzeitig voll peinlich und doof und unwissend finden. Hurra!

xo,
Katarina