Bisher lief das bei uns beim Abendbrot ja eher so:

„Kinder! Abendbrot! Wollt ihr SELBER SCHMIEREN?“
Und die Kinder so: Nö.

Also schmierten Marc und ich Stullen und Brötchen nach Wunsch mit dem was drauf sollte. Entweder Leberwurst oder Käse oder (neuerdings) Reibekäse auf Margarine. Es ist einfach immer ein kulinarisches Hochprogramm bei uns, wenn die Kinder essen was sie wollen. Wochenlang essen sie X auf Brötchen, wenn wir uns dran gewöhnt haben wechseln sie innerhalb von 24h auf Y auf Brot nur um dann wieder zurückzuwechseln auf B.

Immer wenn wir also denken das wir es voll raus haben mit unseren übertrieben tollen Parenting Skillz machen wir wieder beim Abendbrot alles falsch und einer schmeisst sich theatralisch auf den Boden und heult.
„Doofe Mama.“

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Nun aber trug es sich eines Abends so zu

„Kinder! Abendbrot! Wollt ihr SELBER SCHMIEREN?“
„Jaaaaaa!“ schallte es aus drei Kehlen gleichzeitig.

Stille.

DAS war nicht vorgesehen im Plan. Herrje. Wir haben doch nur so albern buntes Kinderbesteck vom Möbelschweden. Sind davon eigentlich alle Messer sauber? Kann man damit überhaupt was schmieren? Und jetzt?

Ich meine: VIER JAHRE lang haben wir/ich irgendwie dafür gesorgt das die Nahrung in den Kindern landete und mussten sie dafür schmieren.
Ich setzte also die Kinder an den Tisch, schnitt ihnen mit dem scharfen Brotmesser die Brötchen auf und stellte Margarine und Leberwurst hin. „So dann macht mal“ dachte ich.

Und sie machten. Margarinen-Massaker, Bloody-Brötchen-Mary und Leberwurst-Liebestat. Manometer. Ich wusste ja nicht das man mit dem Messer LÖCHER in die Margarine stanzen kann. Dann schmierten sie. Und schmierten. Und schmierten und schmierten noch mehr.
Bergeweise Margarine landete auf dem Brötchen. Zentimeterdick. So dick wie in diesem Hause eigentlich nur Nutella auf einem Brötchen landet.

Was macht man denn jetzt? Sagt man was? Oder lässt man das Kind machen, damit es in seinem Flow nicht gestört wird.

Ist „ein bisschen weniger reicht auch“ schon Maßregeln?

Ich habe sie erstmal machen lassen. Die ersten Brötchen sahen wirklich wahnwitzig aus. In meinem Magen kringelte sich alles. Ich konnte kaum hinsehen so dick war die Margarine auf den Brötchenhälften verteilt und Eifelturmhoch türmte sich die Leberwurst. Augen zu und durch.
Abends im Bett sagte Motti:

„Mama, das war das leckerste Abendbrotbrötchen das ich je gegessen habe.“

Ich glaube ihr das sofort.

selber schmieren

xo,
Katarina