Alltag bei uns: Folge 67

Schon ist wieder eine Woche um, und es ist Zeit für „Alltag bei uns“ heute zugegebenermaßen etwas später als geplant. Denn, ganz ehrlich? Ich habe den ganzen Tag quasi gar nichts gemacht. Aber von vorne:

Freitag
Freitag früh waren wir nicht alleine im Hause Blogprinzessin, denn die liebe Jessi hatte bei uns übernachtet. Gegen 8:00 Uhr ging es auch schon los für uns zwei, ab auf die Autobahn in Richtung Kiel zum Barcamp. Letztes Jahr war ich das erste Mal in Kiel dabei, und war so begeistert dass ich dieses Jahr Jessi gleich mitgeschleppt habe.

Was ist ein Barcamp?

Ein Barcamp ist eigentlich ganz einfach zu erklären: Es treffen sich ein paar Leute, stellen zusammen eine Art Stundenplan auf und jeder Teilnehmer darf, wenn er möchte einen Vortrag halten. Die Vorträge müssen nicht zu einem speziellen Thema sein oder aufeinander abgestimmt. Das einzige was entscheidet ob der Vortrag auf dem „Session Grid“ (Stundenplan) landet ist das Handzeichen der anderen ob sie Interesse haben. So hat man dann am Ende einer Sessionvorstellungsrunde einen bunt zusammengewürfelten Stundenplan und jeder kann sich aussuchen wo er hingeht.

Dieses Jahr landete ich in einem Anfängerkurs für das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop. Eigentlich dachte ich das ich nach 14 Jahren (OH BIN ICH ALT!!!) Photoshoperfahrung hätte ich nichts mehr was ich noch groß lernen könnte. ABER ja jetzt kommt das unvermeidbare ABER, ich habe tatsächlich ein spezielles Tool kennengelernt welches ich bisher noch nicht benutzt habe. Da sieht man mal wieder wie komplex und riesig Photoshop ist und das man auch 14 Jahre an dem Tool vorbeiarbeiten kann.

Danach ging es zur Session mit Dani von Cozy and Cuddly, in der wir alle versuchten einem verzweifelten Vanilleliebhaber zu erklären wie er SEINEN Blogger für eine Kooperation findet. Außerdem prallten hier wieder einmal die Welten von „Blog“ und „Totholzmedien“ aufeinander. Und die spannende Frage entstand wieso viele Blogkooperationen als Werbung gekennzeichnet werden müssen, obwohl sie eher den Anschein einer Rezension haben.

Als nächstes waren wir bei Calle in seiner Session für „Schlechte Werbung“, die sich ziemlich sicher zum Dauerbrenner auf den nächsten Barcamps etablieren wird. In 30min zeigt einem Calle die schlechteste Werbung die er in 365 Tagen finden konnte und erklärt uns wie wir es besser machen können. Also vielleicht kurz die Proportionen checken oder überlegen ob nicht SUV, PINKELNDER ELEFANT, DRAMATISCHER HIMMEL und undefinierbare VÖGEL am AFRIKANISCHEN HIMMEL ein kleiiiiiin bisschen übertrieben sind. 😉

Die letzte Session des Tages war bei Dirk. Das Thema fasste Dirk ganz schnell zusammen „Hallo ich bin nebenberuflich Vater und brauche Hilfe. Wie bekomme ich Medienkompetenz in meine Kinder? Habt ihr Tipps?“. Dirk erklärte uns also kurz wie alt seine Kinder sind, was es für (furchtbare) Angebote im Internet gibt seine Medienkompetenz zu beweisen.

Es gibt Beispielsweise eine Internetseite die optisch für maximal 6 Jährige gemacht wurde auf der man einen „Surfschein“ (wir sind jetzt mal ganz innovativ und witzig, spricht die Kinder bestimmt an. Noch einen Hai und ein Surfboard dazu und dann wird das bestimmt angenommen) erwerben kann.

Welche Kinder nutzen den Surfschein freiwillig? (Eher niemand). Wann wird der also zwangsweise gemacht? (In der Schule). Macht das Medienkompetent wenn die Seite aussieht wie die uncoole Oma Erna mit dem wackeligen Gebiss? Eher nicht. Ein freundlicher älterer Herr mit Schnauzer und erwachsenen Kindern riet uns allen zu mehr Gelassenheit.

So endete die Session mit dem Fazit „Papa Relax“ und „Medienabstinenz ist nicht Medienkompetenz„. Begleiten aber nicht wahnsinnig machen.

Zum Abschluss des Abends konnten wir uns kostenlos Cocktails oder andere leckere Kaltgetränke an der aufgebauten Bar holen und nebenbei leckere Grillspieße knabbern. Ich stellte fest das die Dichte der Bartträger dieses Jahr besonders hoch war, und generell waren die Gespräche so nett und ungezwungen das ich mich jetzt schon auf den zweiten Tag freute.

Aber wir mussten ja noch zurück nach Hause (jaja kein Hotel in Kiel). Also ab ins Auto und ab nach Hause. Dort angekommen haben wir uns tatsächlich hingesetzt und an unserer Session für den Samstag geschrieben. Denn viele Barcamper stellten sich am Freitag vor mit „Hallo ich bin XY und ich habe ein kleines Startupunternehmen.“ (Und wenn ich eins nicht mehr lesen kann dann Kooperationsanfragen welche mit „Hallo Blogger, wir sind ein kleines Startupunternehmen und lesen deinen Blog schon soooo lange. (…) Leider haben wir kein Budget zur Verfügung, aber du darfst den Frischkäse nach dem Test natürlich behalten….“ beginnen.
Zeit etwas dagegen zu tun. Zeit für FeierSun und Blogprinzessin missionarisch tätig zu werden. Zeit dafür Wissen zu teilen. Zeit für:

Kooperationsanfragen aus der Hölle, oder „Bloggen Sie auch für Frischkäse?“

Samstag

Am nächsten Morgen sah ich erst nach einer Runde Restauration im Badezimmer und einer langen Dusche wieder aus wie die Blogprinzessin, welche ich anderen zeigen mag. Marc war mein persönlicher Held, denn er stand tatsächlich um 7:00 Uhr morgens vor dem Supermarkt um einzukaufen nur damit Jessica und ich um 8:00 Uhr wieder auf der Autobahn sein konnten. <3

In Kiel angekommen verwuschelte der Wind erstmal meine Haare, aber das machte nichts denn am Meer muss das so sein. Wir fanden einen Parkplatz ganz nah an der Location und der erste Weg ging natürlich wieder zum gigantischen Frühstücksbüffet. Nach dem zweiten Kaffee lief mir die liebe Renaaade über den Weg und wir hielten erstmal ein Schwätzchen. (Sie stilecht im gelben Friesennerz übrigens.)

Kurz danach ging es daran den Stundenplan für den Tag zu erstellen und Jessica und ich fanden uns in der Schlange vor dem Mikro wieder. Denn wenn wir schon eine Session planen, dann ziehen wir das auch durch. Ob Jessica nervös war auf der Treppe mit dem Mikro, kann ich euch gar nicht sagen. Aber ich erinnere mich wie ich letztes Jahr das erste Mal auf dieser Treppe stand und mir die Knie schlotterten.
Bei Jessica schlotterte nix, sie ist eben eine ziemlich coole Mom. Bei mir schlotterte auch nichts, nur kurz als für unsere „Frischkäsesession“ knapp 25 Arme in die Luft gingen und damit das ganze offiziell wurde.

Unser Slot war um 12:00 Uhr, vorher ging es noch zu „Kreativ auf Knopfdruck“ in der Session war ich letztes Jahr schon, aber auch diesmal konnte ich wieder etwas mitnehmen. Nämlich den Satz:

„Kreativsein ist wie Brausepulver im Kopf.“

Dann kam unsere Session.

Dann ists halt Kacke

Wir haben glaube ich ganz gut erklärt welche Anschreiben bei Bloggern eher im Papierkorb landen und welche Anschreiben wir interessant finden. Solche in denen wir z.B mit unserem richtigen Namen angesprochen werden. Oder solche in denen wir nicht zugeschleimt werden. Wenn in der Mail dann auch noch etwas von Vergütung steht, dann antworten wir bestimmt.

Auch haben wir versucht zu verdeutlichen dass ein (Achtung Nerdkram) No-Follow Link nicht automatisch gänzlich wertlos ist nur weil die Linkpower bei Google wegfällt. Ihr kauft bei Bloggern nicht das Google Ranking!!!

Bei Stefan Dirks lernten wir noch einmal alles zum Thema „Werbung auf Blogs“ und wieso Schleichwerbung NIE eine gute Idee ist. Stefan hat da auch einen tollen Blogartikel zu geschrieben, wenn ihr Blogger seit dann lest euch den mal durch!

Nach dieser Session fanden wir uns wieder bei Calle ein. Denn na klar will ich wissen was passiert wenn bei einem Werbe und Foodfotografen eine Mail eingeht mit „Hallo Foodfotograf, 1 Mal Fodo bitte!“.

Session von Calle Hackenberg auf dem Barcamp Kiel

Jetzt weiß ich, das ist ganz häufig nicht anders als bei mir, wenn mich Firmen ansprechen. Viele wissen gar nicht was sie wollen wenn sie uns ansprechen. In Calles Fall wollen sie „Nur ein schönes Foto halt“, bestenfalls von einem Lebensmittel. Und fertig sein muss alles gestern sein. Besser noch vorgestern.

Ja, das wars auch. So schnell kann ein Barcamp wieder zu Ende sein. Eins ist sicher: BCKI17 ich bin dabei!

Sonntag

.*

*Ich habe nichts gemacht. Füße hoch.

xo,
Katarina

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By | 2017-06-25T17:02:49+00:00 21. August 2016|Categories: Ich schreibe|Tags: |3 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

3 Comments

  1. JesS 21. August 2016 at 21:37 - Reply

    Mir fällt gerade ein, nachdem ich jemandem ins Internet geholfen hatte „bin ich nun ein Nerd?“ – „Ja, aber Du schaust nicht wie einer aus“…. hahahah Freundinnen-Wochenende-Love!!!!

    • Katarina 21. August 2016 at 21:40 - Reply

      Du bist mein liebster nicht-Klischee-Nerd. <3

  2. […] August habe ich euch 10 Dinge über mich erzählt und hatte wieder das Glück aufs Barcamp Kiel gehen zu dürfen. SO SCHÖN war das mit Dani, Jessi, Daniela, Schacki, Niels, Jan, Calle und Renate […]

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