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Trocken werden

Motti ist nun schon seit einiger Zeit ohne Windel unterwegs, und da das ganze so gut klappt dachte ich, ich schreibe euch einmal unsere Erfahrungen zum Thema „trocken werden“ bzw. „Sauberkeitserziehung“ auf.

Meine Tipps zum trocken werden, trocken werden nachts, trocken werden alter

Alle meine Kinder haben herkömmliche, kaufbare Windeln getragen bzw. tragen sie immer noch. Bei Motti fing es ehrlich gesagt damit an dass ICH irgendwann keine Lust mehr hatte ihre Windeln zu wechseln, sie selbst fand die Windel prima.

Immer wenn wir sie (nach dem dritten Geburtstag) fragten ob sie denn nicht einmal ohne Windel probieren möchte, sagte sie „Nein“. Ich hätte es natürlich lieber gehabt wenn sie freudestrahlend „Ja“ geantwortet hätte. Hat sie aber nicht. Ich war frustriert. Denn überall im Internet und im Bekanntenkreis hörte ich von Kindern die quasi mit zwei Jahren morgens aufwachten und keine Windel mehr brauchten. Ganz und gar trocken in den Kindergarten spazierten. Gut, die Eltern beklagten sich meist darüber dass die Erzieher ihnen jeden Tag die Wäsche zum waschen mitgeben würden, aber das schienen „Unfälle“ zu sein. Normal. Mein Kind war demnach nicht normal.

Dann las ich in dem Buch Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt.  (Werbelink) von Herbert Rens-Polster davon, dass Kinder erst dann trocken werden können wenn sie bestimmte Phasen durchgemacht haben. Phasen welche die Eltern im übrigen auch nicht beschleunigen können. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. 😉

Die erste Phase ist die in der das Kind bemerkt dass da in seinem Bauch etwas passiert. In der zweiten Phase zieht das Kind sich zum Blase/Darm entleeren etwas zurück, versteckt sich beispielsweise unter dem Tisch oder unter einer Decke. In der dritten Phase sagt das Kind bescheid, dass es sein Geschäft gemacht hat und die Windel voll ist. Erst danach kommt die Phase in der es vorher bescheid sagt dass es mal muss. Laut Renz-Polster ist erst das der Moment in dem die Eltern ein Weglassen der Windel und ein Töpfchen oder einen Toilettensitz anbieten können.

Wir haben uns damals für einen „Pipi-Thron“ entschieden, einfach weil ich selbst glaube dass Kinder viel durch Nachahmung lernen, und ich selbst gehe ja auch nicht aufs Töpfchen. Außerdem stelle ich es mir unter Umständen schwierig vor, wenn man einmal das Töpfchen angewöhnt hat, es wieder zu entwöhnen. Aber das ist nur mein Gedanke, ich habe dafür keinen Beweis. Wir haben also einen Pipi-Thron, einen Toilettenaufsatz.

 

Trocken werden nachts ist auch kein Hexenwerk

Und eines Morgens, kurz vor Ostern, sagte Motti die magischen Worte:“ Ich brauche keine Windel mehr“. Seit diesem Tag hatten wir tagsüber nicht einen einzigen Unfall (!!) und nach einer Woche, in der auch nachts die Windel trocken blieb, war sie dann trocken. Ein Toilettenkind.

Einfach so.

Renz-Polster sagt übrigens weiter, dass der Zeitpunkt (also das Alter) an/in dem ein Kind trocken wird, ein ganz individueller ist. Die einen lernen schneller laufen als die anderen, und so ist es beim trocken werden auch. Außerdem empfiehlt er den Eltern ganz ruhig zu bleiben, auch wenn das Kind das eine oder andere Mal nicht rechtzeitig zur Toilette eilt und doch noch einmal einnässt. Bloss kein Drama draus machen, sonst verbindet das Kind nachher Trockenwerden mit Stress, und Stress ist nie gut.

Wir haben mit dem Weg von Renz-Polster gute Erfahrungen gemacht und werden auch die Zwillinge nicht drängen zu einem bestimmten Zeitpunkt trocken sein zu müssen. Das wird schon werden. Hat schließlich schon einmal geklappt.

xo,

Katarina

By | 2017-06-25T17:02:49+00:00 7. September 2016|Categories: Familienleben|10 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und Instagram.

10 Kommentare

  1. Sui am 7. September 2016 um 19:27 Uhr- Antworten

    Find ich gut so!
    Am Wichtigsten ist einfach, sein Kind zu beobachten und ernstzunehmen. Dass es manchmal nervt, gebe ich gern zu… Ich war echt manchmal schlecht gelaunt, weil zB meine Nichten schon lange trocken waren* und bei H passierte… Nichts. Im KiGa wars dann aber kein Problem, und nach nem halben Jahr (mit dann knapp 3,5 Monaten) kam die Windel tagsüber ab. Jetzt wird sie bald 5 und die bisherigen „Unfälle“ kann ich an zwei Händen abzählen (*meine Nichten hingegen haben noch öfter mal eingepullert, die eine tut es heute noch nach über 3 Jahren „trocken sein“…).
    Bei T bin ich es dann von Anfang an entspannter angegangen, er ist ja nun auch 3 und so laaangsam merkt er auch, dass da was kommt und besonders draußen beim nackig flitzen beobachtet er es gern mal :‘) (also das Pieseln!). Der Schritt zum „ich gehe dann mal rechtzeitig aufn Pott“ scheint aber dennoch weit entfernt zu sein – ich bin also gespannt! Was ich definitiv nicht machen werde: Trocken dressieren. T ist ja schließlich kein Hund!

    Liebe Grüße, Steffi

  2. Lorelai am 7. September 2016 um 19:39 Uhr- Antworten

    So sehr ich Renz-Polster schätze, ich glaube, dass man schon früher ansetzen kann. Wer das Thema „windelfrei“ verpasst, kann, sobald das Kind läuft u/o Treppen steigen kann (es heisst, wer das kann, kann auch seine Ausscheidungen kontrollieren, obwohl das bei „windelfrei“ natürlich ab Geburt so ist), damit beginnen, die Windeln mal eine Weile wegzulassen und ein Töpfchen aufzustellen. Voraussetzung, klar: a) das Kind akzeptiert es b) man hat keine empfindlichen Möbel/Böden etc. und c) man hat die Zeit und Musse dafür, das Kind eine Weile zu beobachten und ihm verständlich zu machen, wofür das Töpfchen da ist, es evtl. halt auch mehrmals täglich daran erinnern… Ui, ja, das sind viele Bedingungen, aber genau so habe ich es bei meiner Tochter (die ich als Baby morgens eine Zeit lang abgehalten habe) mit 18 Monaten gemacht. Nicht total konsequent, darum dauerte es womöglich länger, aber 2 Monate später war sie Tag und Nacht trocken. Es gab‘ noch ab und an Unfälle, aber eher selten. Nachts so gut wie nie und das obwohl sie noch nicht durchschlief und auch nachts stillte…
    Es ist halt schon eine Riesen-Erleichterung wenn ein Kind relativ früh trocken ist. Auch fürs Portemonnaie, obwohl ich fast gleichzeitig sowieso auf Stoffwindeln umgestiegen war 😉 Ich hatte das Glück, dass zu dem Zeitpunkt, als wir das übten, Frühling/Sommer war und warm. Unten ohne war also gar kein Problem. Auch machte die Maus wunderbar mit und akzeptierte zwischendurch auch wieder eine Windel (anfangs v.a. nachts oder unterwegs). Das grosse Geschäft kam zudem recht zuverlässig zu einer bestimmten Tageszeit und ich merkte es ihr auch an…
    Wichtig ist, nie mit dem Kind zu schimpfen oder zu viel Druck zu machen. Das ist kontraproduktiv. Versucht es doch mal aus, seht es als lustiges Projekt an für 2-3 Wochen. Ob das Kind dann auch bereit ist, merkt Ihr bald… verlieren kann man nichts dabei 😉 Viel Spass!

  3. Lamasus am 9. September 2016 um 09:33 Uhr- Antworten

    Hallo,
    das Trockenwerden ist was ganz Individuelles. Als Mama habe ich bei Minilama nie gedrängelt, sondern einfach abgewartet. Allerdings ohne ein Erziehungsbuch drüber zu lesen, da habe ich mich eher auf die Einschätzungen der Erzieherinnen verlassen . Irgendwann waren Wickeltisch und Windeln ein Thema fürs Kind, irgendwann wollte es dann keine Windel mehr. Mit 30 Monaten war mein erstes Kind (100 % Stoff gewickelt) dann sicher trocken. Ohne dass ich direkt was getan hätte.
    Wir hatten ein Töpfchen und einen Sitzverkleinerer, brauchten wir aber nur maximal 8 Wochen. Das Trocken werden hat auch viel mit Sprachfähigkeit zu tun, glaube ich. So wars zumindest bei uns. Und vom Vorbild anderer. Für mich als Mama war das außer Wechselwäsche bereit haben und aufs Kind zu achten keine Arbeit.Viele Horrorgeschichten zu dem Thema sind echt überzogen. Das Kind gibt schon vor.

    Lamasus

  4. Biene am 9. September 2016 um 10:45 Uhr- Antworten

    Also wir haben dann glaube eine Mischung aus beiden gemacht. Ich habe auf die Einschätzung der Erzieher gehört und äußere Umstände etwas abgewartet und mit etwas über 2 Jahren dann ein Toilettentraining angefangen. Einfach immer mal für ein paar Stunden (im Urlaub) die Windel abgelassen. Natürlich sagte sie auch ganz oft, dass sie pullern müsse und dann kam nichts, und es waren auch einige nasse Hosen. Nach dem Urlaub´, zurück in der Kita, war natürlich das Spielen oftmal wichtiger und so gab es anfangs auch die ein oder andere Hose mit und plötzlich ging es ganz von alleine. Nur das große Geschäft ging noch eine Weile in die Hose, kaum hatten wir das im Griff (und in der Toilette) kam eine längere Krankheit und dann hatte sie sich plötzlich das große Geschäft versucht so lange wie möglich wegzudrücken und mit Vorliebe nach dem Schlafen in Windel gemacht… Es dauerte wieder eine gefühlte halbe Ewigkeit und viel zureden, damit sie das große Geschäft wieder in die Toilette machte.
    Aber ich habe auch eine Maus, die sich auf ihrer lieb geworden Windel ausruht und die ihr eine Form der Sicherheit gibt. Somit stand beim Krippe zu Kita wechsel das Trockenwerden zum Mittag an. Wir reden gut zu, verprachene eine Überraschung… nichts. Immer war die Windel voll, teilweise sogar sehr voll. Somit haben wir wieder 2 Wochen vorm Wechsel Nägel mit Köpfen gemacht – Windel einfach abgelassen. Und seitdem gab es 2 Zwischenfälle gleich kurz zu Anfang. 1x Suppe und einmal war zu fester Schlaf Schuld! Ansonsten hat das bisher super geklappt.
    Und diese Theorien von wegen das Kind verkriecht sich oder ähnliches.. kann ich leider nicht bestätigen, meine Maus konnte mit mir spielen und gleichzeitig in die Windel pullern.
    Wir haben jetzt noch die Windel in der Nacht vor uns, sie ist jetzt fast 3,5 Jahre aber hier gebe ich ihr Zeit. Weil man hat ihr angemerkt, dass ihr die Mittagswindel am Anfang ganz schön gefehlt hat und ihr die WIndel wie gesagt, scheinbar Sicherheit bietet. Deshalb habe ich ihr gesagt, dass sie sich hier Zeit nehmen kann. Sie liebt ihre Windeln.

  5. Verena am 10. September 2016 um 22:20 Uhr- Antworten

    Ich bin kein Freund von: in dem Alter kann es schon können. Den Takt, wann das Kind trocken werden möchte, gibt es selber vor. Wir sagen dem Kind ja auch nicht, oooch jetzt kannste aber mal langsam anfangen zu krabbeln oder zu laufen oder so, nur weil es laut Lehrbuch es schon können könnte.
    Ist es nicht meistens UNSER Anspruch ? Das Kind wird schon noch trocken, das eine eher das andere eben später.

    • Lorelai am 12. September 2016 um 19:36 Uhr- Antworten

      Im Prinzip ist es ja so, dass sie auf die Welt kommen und dieses Bedürfnis wahrnehmen und kommunizieren können sofern wir uns darauf einlassen und darauf achten… im Alltag ist das natürlich bei uns oft schwierig, wir leben ja nicht mehr im Dschungel wo wir das eh halbnackte Kind einfach kurz von uns weghalten können wenn wir merken, dass es muss. Aber die Windeln tragen halt leider dazu bei, dass die Kinder daran gewöhnt werden, es zu „verlernen“. Sie melden sich irgendwann nicht mehr. Die heutigen Windeln sind so saugfähig, dass sie es auf gar nicht mehr merken. Das wieder zu lernen, kann mitunter lange dauern… muss nicht, aber es gibt Kinder, die mit 4 Jahren noch Windeln tragen weil sie nicht merken wenn etwas kommt oder nicht ohne Windeln sein wollen weil sie es nicht anders kennen und sich so sicher fühlen…

  6. gruenegurke am 18. Oktober 2016 um 14:41 Uhr- Antworten

    Also ich finde, dass die Eltern oft zu bequem sind. Das Warten auf den Impuls vom Kind ist oft zu lang und dann hat man 3-4-5 Jahre alte Kinder noch mit Windeln im Kindergarten. Viele ignorieren auch den ersten Impuls und sind eher blind dafuer, was das Kind will.

    Meine wurde bis zum Krabbelalter ab und an abgehalten. Leider wollte sie mit dem Krabbeln das nicht mehr, also gabs ein Wechsel aus Stoff- und Wegwerfwindeln. Mit dem Laufen war es ganz schlimm, da ging nichts mehr.

    Als sie ca 15 Monate alt war, hat sie angezeigt, wann sie gross in die Windel gemacht hat. Mit 19 Monaten haben wir dieses Jahr im Fruehling angefangen die ersten Schritte ohne Windel zu machen. Schnell hat sie gelernt wohin sie Pullern und Stuhlgang machen muss.

    Mit 20 Monaten war sie tagsueber trocken, hat super angesagt, da haben wir auch nachts keine Windel mehr angezogen.

    Leider gabs mit dem Eintritt in die KiTa einen Rueckschritt, wie um ihren Protest zu zeigen hat sie mit voller Absicht eingepullert. Nun, mit 25 Monaten kann ich sagen, dass wir auch das gemeistert haben und wir ohne Windel unterwegs sind.

    Lustig ist, dass uns alle entgeistert angucken, wie denn so etwas moeglich ist. Wir waren konsequent, es gab einfach keine Windel mehr! Die Eltern muessen eben auch wollen!!

    Ich bin froh, dass ich als Mutter das so wollte, wir es durchgezogen haben und keine Windeln mehr kaufen muessen! Geld, dass ich lieber in andere Sachen fuer unsere Tochter investiere.

  7. […] September habe ich darüber geschrieben, wie Motti trocken geworden ist und wie wir das gemacht […]

  8. […] feine Bildbearbeitung (zumindest das Logo muss rein) und eigentlich muss ich doch schon wieder auf Toilette wie mich das Baby dezent darauf hinweist. Es springt nämlich besonders gerne in meine Blase. Ay […]

  9. Sandra Piras am 28. Juni 2017 um 22:49 Uhr- Antworten

    Kenn ich….
    Meine Große war mit 2,3Jahren Tag und Nacht windelfrei… somit trocken 🙂
    Bei meinem Mittleren hab ich mir echt Stress gemacht (brachte nur nichts) mit 5Jahren war er Nachts trocken, aber tagsüber ging es noch sehr oft in die Hose ???? aber pünktlich zum Schulbeginn hatten wir es dann endlich geschafft ????????????
    Beim Kleinen war ich dann echt schon entspannter…. als er willig war klappte es auch recht schnell (ab und an geht es mal noch daneben ????) mit 3,8Jahren ist er tagsüber windelfrei… Nachts noch Nicht, aber das wird schon noch ????????????
    Unsere Windeltage sind somit gezählt ????

    Jeder anders….
    Der eine schneller, der andere später und trotzdem können es irgendwann alle ????????????

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