Star Wars: Rogue One – die Kinoreview

Lesezeit: 5 Minuten

Es gibt Aufgaben, die überlässt eine Blogprinzessin gerne ihrem Ehemann. Kochen gehört dazu. Oder, wie im aktuellen Fall, das frühe Aufstehen und aus dem Haus schleichen, während alle noch schlafen, um der Pressevorführung eines Filmes beizuwohnen, auf den besagter Ehemann sich seit Monaten wie ein Schnitzel freut, und den er dank der besten aller Ehefrauen so ganze drei Tage vor dem Kinostart sehen konnte.
Was nun folgt, ist seine Bewertung dieses Films. Und weil Disney nett darum gebeten hat, wird nichts verraten, was die Überraschungen beim Sehen verderben könnte. Marc, du hast das Wort!

„Es herrscht Bürgerkrieg. Die Rebellen, deren Raumschiffe von einem geheimen Stützpunkt aus angreifen, haben ihren ersten Sieg gegen das böse galaktische Imperium errungen.
Während der Schlacht ist es Spionen der Rebellen gelungen, Geheimpläne über die absolute Waffe des Imperiums in ihren Besitz zu bringen, den TODESSTERN, eine Raumstation, deren Feuerkraft ausreicht, um einen ganzen Planeten zu vernichten.“

Diese ersten drei Sätze aus dem Vorspann des ersten Star Wars Films , geschrieben von George Lucas, sind inzwischen ein ganz selbstverständlicher Teil der allgemeinen Popkultur und gehören zu den bekanntesten Sätzen, die je auf einer Leinwand zu sehen waren. Sie beschrieben die Ausgangssituation für eine Geschichte über Helden. Über einen verwaisten Bauernjungen, der vom Schicksal mit Geschehnisse konfrontiert wird, die ihn zwingen über sich hinaus zu wachsen, um die Welt zum Guten zuverändern, über eine Prinzessin, die sich und ihr ganzes Handeln dem Kampf gegen das böse verschrieben hat, und über einen charmanten Schurken, der sich in einem Abenteuer wiederfindet, das ihn vor die Wahl stellt weiter nur seinem eigenen Egoismus zu folgen oder sich selbstlos zum Wohle anderer einer größeren Sache zu verschreiben.
Die Abenteuer von Luke Skywalker, Prinzessin Leia und Han Solo haben in den letzten vier Jahrzehnten Generationen von Kinobesuchern begeistert und sind aus dem modernen Geschichtenkanon nicht mehr wegzudenken.

Die Ursprünge von „Rogue One“

Star Wars besteht aus Heldengeschichten. Manche, in denen die Helden triumphieren (die ursprüngliche Trilogie um Luke, Leia und Han), manche die mit dem Versagen und dem Sturz der Helden enden (die Prequel-Trilogie um Anakin Skywalker, Padmé Amidala und Obi-Wan Kenobi). Hinter jeder Heldengeschichte verbirgt sich aber eine weitere. Die meisten werden nicht näher beleuchtet, oder erscheinen irgendwann so selbstverständlich wie die zwei Absätze oben, dass sie nicht mehr hinterfragt werden.

Und dann kommt doch jemand und stellt die Frage: „Moment mal, das ist doch spannend. Was sind die Hintergründe und die Vorgeschichte dieser Ereignisse um die Rebellion und den Todesstern?“
Dieser Jemand war in diesem Fall John Knoll, Special Effects Supervisor bei Lucasfilms Effektschmiede Industrial Licht & Magic, und nebenbei Erfinder der Grafiksoftware Photoshop. Ein Mann also für kühne Ideen. Er ist derjenige, der den Stein für „Rogue One – A Star Wars Story“ ins Rollen brachte, den neuesten Kinofilm aus dem Hause Lucasfilm, der am 15.12. in die Kinos kommen wird. Mit „Rogue One“ geht Lucasfilm neue Wege. Anders als die anderen Filme der Star Wars Saga ist „Rogue One“ nicht Teil einer Trilogie, sondern soll als Einzelfilm für sich abgeschlossen wirken. In diesem Film gibt es keine Skywalkers, keine Jedi, keine aufwendig choreographierten Lichtschwertduelle.

Die Darsteller

Was man hier bekommt ist ein Ensemble von fantastischen Schauspielern in mitreißenden Rollen, die es über den Verlauf der Geschichte hinweg schaffen, den Zuschauer komplett in ihren Bann zu ziehen. Felicity Jones (Oscar-nominiert für „The Theory of Everything“) verkörpert Jyn Erso, eine wunderbar komplexe weibliche Heldin, die von ihrer Familiengeschichte eingeholt wird und sich ihrem Schicksal stellt. Eine Entdeckung ist Diego Luna, der als Rebellen-Captain Cassian Andor einen wunderbaren Gegenpart zu Jyn darstellt. Alle anderen Darsteller des von der Geschichte zusammengeführten Haufens ungewöhnlicher Helden, Alan Tudyk als Captain Andors vorlauter Kriegsdroide K-2SO, Donnie Yen als blinder Mönch Chirrut Imwe, Wen Jiang als dessen treuer Beschützer Baze Malbus, und Riz Ahmed als Frachterpilot Bodhi Rook, haben ganz selbstverständlich ihren Platz im Ensemble und ihre Momente. Ben Mendelson als Direktor Orson Krennic ist ein in seiner Bösartigkeit ganz wunderbar charmanter Antagonist, und war für mich eine ähnlich unterhaltsame Überraschung als Filmbösewicht wie es Christoph Walz in „Inglorious Basterds“ war. Oscar-Preisträger Forest Whitaker als militanter Extremist und Klonkriegsveteran Saw Gerrera (dieser Charakter markiert das erste mal, dass eine Figur aus einer Star Wars-Zeichentrickserie, in diesem Fall „Star Wars: The Clone Wars“, den Sprung von TV auf die grosse Leinwand macht) und Mads Mikkelsen als Jyns Vater Galen Erso runden die Besetzung wunderbar ab.

A Star Wars Story..Jyn Erso (Felicity Jones)

Rogue One: A Star Wars Story..Jyn Erso (Felicity Jones)..Ph: Film Frame ILM/Lucasfilm..© 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Hinter der Kamera

Der eigentliche Star ist aber die Geschichte und das Zeitfenster innerhalb der Star Wars Saga, in der sie sich abspielt. Und da bleibt festzuhalten, dass Regisseur Gareth Edwards mit seinem gerade mal dritten Kinofilm etwas unfassbar großes geschaffen hat. Eingebettet in die Geschichte um die Erbeutung der Todessternpläne erschafft er mit den heutigen modernen Mitteln des Filmemachens ein Universum neu, welches man so und in dieser Ästhetik das letzte mal 1977 im allerersten Star Wars gesehen hat. Über das Design und Worldbuilding hinaus sieht „Rogue One“ unfassbar gut aus. Das mag daran liegen, dass dieser Film im 65mm-Format gedreht wurde, wobei die originalen Kameralinsen von „Ben Hur“ verwendet wurden, welche nach 1966 verschollen schienen und erst vor kurzem wiederentdeckt wurden.
Ein weiterer Aspekt, der zum erfolgreichen Gesamteindruck von „Rogue One“ beiträgt, ist die Musik von Michael Giacchino. Er bleibt stilistisch dem Erbe von John Williams treu, der im Moment an Star Wars Episode 8 arbeitet. Giacchino ist es gelungen, Williams‘ Stil der frühen 80er Jahre zu kanalisieren und seinem Werk trotzdem etwas eigenes beizusteuern, was sich natlos in den Gesamtzusammenhang von Star Wars Filmmusik einreiht. Umso überraschender, dass er für diese große Kompositionsleistung gerade mal 5 Wochen Zeit hatte. Möge uns John Williams noch lange erhalten bleiben, aber wenn er den Stab irgendwann weiterrecht, hat sich Giacchino mit dieser Arbeit als rechtmäßiger Nachfolger empfohlen.

rogue one sternenzerstörer vor todesstern

Rogue One: A Star Wars Story..Star Destoyer ..Ph: Film Frame ILM/Lucasfilm..© 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Fazit

„Rogue One – A Star Wars Story“ ist von Anfang bis Ende einfach ein guter Film. Darüber hinaus ist er auch noch ein großartiger Star Wars Film.
Auch wenn sich das hier lesende Publikum vielleicht nicht als Zielgruppe angesprochen fühlen sollte: liebe Damen, tun Sie sich einen Gefallen und schauen Sie sich diesen Film an. Tun Sie ihren Männern einen Gefallen und schicken/begleiten Sie diese ins Kino. Als Vater von drei Töchtern freue ich mich auf den Tag, an dem meine Mädels groß genug dafür sind, Daisy Ridleys Rey und Felicity Jones‘ Jyn kennenzulernen.
Vielen Dank und Gratulation an Lucasfilm und Disney für die Leistung, diesen Film geschaffen zu haben.
Und vielen Dank an meine Frau, dafür dass sie es möglich gemacht hat, dass ihn vorab sehen durfte.

Und damit gebe ich zurück an das normale Programm in diesem Blog.

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By |2018-04-05T15:26:39+00:0013. Dezember 2016|Categories: Familienleben|4 Comments

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4 Comments

  1. Mamamulle am 14. Dezember 2016 um 22:51 Uhr - Antworten

    Oh jetzt will ich meinen Mann auch mal auf den Blog losschicken! =D

    • Katarina am 17. Dezember 2016 um 23:54 Uhr - Antworten

      Liebe Mamamulle,

      Mach das mal!!! Ich würde es lesen.

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