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Schatz, kannst du mal kurz

Lesezeit: 2 Minuten

Letztens fragte ich den Mann ob dieser eventuell zwei Billy Bücherregale aus dem Spielzimmer in den Flur oben bugsieren könnte. Er sagte zu. Ich dachte mir „Nunja, das ist ja schnell erledigt und veranschlagte innerlich für die ganze Aktion maximal 2 Stunden“. Schliesslich hatte ich erst letzten Sommer selbst ein komplettes Billyregal von unten nach oben geschleppt und wusste, das ist anstrengend aber machbar. Man nimmt eben die Bücher aus dem Regal, trägt sie nach oben, läuft wieder runter, nimmt Bücher aus dem Regal … und so weiter. Bis das Regal ganz leer ist.

Dann baut man das Regal gegebenenfalls auseinander und trägt die Einzelteile nach oben. Baut oben das Regal wieder auf und gut ist. (Und montiert es noch an der Wand fest, denn wir haben ja Kleinkinder.)

Ich plante also wirklich nur ein paar Stunden ein, maximal das es bis zum Abend geschafft sei. Schließlich beschäftigten sich die Kinder grade mit was auch immer und keiner sprang Marc zwischen den Beinen rum. Im Gegensatz zu letztem Sommer, wo die Kinder plötzlich SEHR interessiert waren an allem was ich tat.

Er legte los. Er holte sich erstmal eine Einkaufskiste und füllte diese mit Büchern. Dann trug er die Kiste nach oben, leerte sie wieder aus. In diesem Moment muss er in ein Zeitloch gefallen sein, denn er kam erst nach einiger Zeit wieder runter. Unten belud er die Kiste wieder mit Büchern und schleppte sie die Treppe hoch. Oben wieder minutenlang Stille.

„Nanu?“, dachte ich mir und schlich die Treppe hinter im hoch. Inzwischen befanden sich oben vielleicht 50 Bücher und mein Mann stand schmökernd zwischen den Bücherstapeln und erfreute sich an jeder einzelnen verflixten Seite.

Auf meine Frage hin, wieso er denn die Hälfte der Bücher grade quasi liest, statt sie einfach nur stumpf von unten nach oben zu tragen, bekam ich nur die Antwort: „Ich bin ja dabei“. Achja. Das sehe ich ja. 😉  Erinnert ihr euch noch, wie es damals war, wenn einen die Eltern zwangen das Kinderzimmer aufzuräumen? Und man fand in jeder Ecke supertolles Spielzeug, mit dem man genau JETZT spielen musste, weil man es ja schon ewig nicht mehr gesehen hatte? Genau so muss sich mein Mann in dem Moment gefühlt haben. Ich dagegen fühlte mich wie die Erwachsene in dem Stück. Manometer. Es muss doch möglich sein nur mal eben schnell die Bücher von A nach B zu bewegen, ohne jedes einzelne kurz anzulesen? Himmelhilf!

Mann mit Tasse

Im Endeffekt brauchte er für die ganze Umräumaktion dann drei Tage. (Gut er war auch zwischendurch arbeiten). DREI Tage. Wo man ohne das ständige „Buch aufklappen, lesen, weiterlesen, seufzen, zuklappen“ vielleicht 3 Stunden gebraucht hätte.

Mein Mann ist ganz definitiv vom Typ „Du brauchst mich nicht alle sechs Monate daran erinnern etwas zu machen“.

Jetzt interessiert mich:

Wie ist das bei euch? Sind eure Männer da schneller?

By | 2017-06-25T17:02:28+00:00 4. Februar 2017|Categories: Ich schreibe|20 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Instagram, Facebook und auf Pinterest.

20 Kommentare

  1. Susanne am 4. Februar 2017 um 14:37 Uhr - Antworten

    Nein mein Schatz ist da auch nicht schneller. Egal um was ich ihn bitte, es braucht Ewigkeiten.. Nein meistens mache ich es dann doch lieber selber.

  2. Elawen am 4. Februar 2017 um 15:48 Uhr - Antworten

    Scheint ein Männer-Ding zu sein *ggg* Mein Ex war/ist da ziemlich genauso. Im Endeffekt hab ich gar nicht mehr groß gefragt, sondern gleich selber gemacht. Dann wars auch fertig und nicht erst in drölfzig Tagen 😛 Wobei mein Papa dieses Aufgeschiebe und Getrödel auch nicht leiden konnte. Von ihm hab ich das auch, glaub ich 😀

  3. Mamamulle am 4. Februar 2017 um 15:53 Uhr - Antworten

    Ich hab ne Schnarchnase Zuhause – dauert alles ewig!

  4. CaroSis am 4. Februar 2017 um 18:13 Uhr - Antworten

    Zum Glück definitiv schneller 🙂
    Sonst würde ich aber auch ne Krise bekommen *hihihi*

  5. Sarah Lojewski am 5. Februar 2017 um 01:07 Uhr - Antworten

    Hahahaha – entschuldige, aber ich kenne das so gut! Chris braucht für alles immer viel länger als alle anderen. Dafür ist er aber auch viel geduldiger in allem, als ich es bin. Da sind wir echt wie Feuer und Wasser. Aber vielleicht ist es ein Lernfeld, in dem wir beide voneinander lernen können. Da denke ich jetzt mal drüber nach – besonders wenn ich beim nächsten Mal, mal wieder die Augen verdrehe und auf die Uhr schaue 😉 Danke für den Perspektivwechsel <3

  6. Sonja am 5. Februar 2017 um 09:20 Uhr - Antworten

    Hier wird erstmal neues Werkzeug besorgt…..und dann geht alles Schnecken schnell…..Ironie aus!!!! Aus Verzweiflung mach ich viele Sachen inzwischen selber ????????????

  7. Katrin am 5. Februar 2017 um 10:18 Uhr - Antworten

    Liebe Blogprinzessin,

    wie ist das für Deinen Schatz, wenn Du ihn hier öffentlich vorführst? Wie wäre es für Dich, wenn er das mit Dir tun würde?

    Liebe Grüsse

    Katrin

    • Katarina am 5. Februar 2017 um 11:29 Uhr - Antworten

      Liebe Kathrin,
      da er selbst diesen Beitrag vorgeschlagen hat und als ernstgemeinten Vorschlag gesagt hat „schreib doch darüber wie das mit den Bücherregalen war“ denke ich nicht das es ihn stört. 😉

      Liebe Grüße,
      Katarina

      • Katrin am 7. Februar 2017 um 18:43 Uhr - Antworten

        Oha! Dann ist es ja okay. Das hat mich jetzt gerade zum Lachen gebracht.

  8. Mihaela am 5. Februar 2017 um 19:32 Uhr - Antworten

    Das Problem bei meinem Mann ist, dass er einfach nie Zeit habt und super vergesslich ist… 😀

  9. Mareike am 5. Februar 2017 um 20:50 Uhr - Antworten

    hihi schöne Geschichte. Bei uns ist es auch eher, dass meiner nie Zeit hat & ich immer wieder erinnere. Ansonsten ist er ziemlich geschickt 🙂

  10. Sandy am 6. Februar 2017 um 10:32 Uhr - Antworten

    Hahahaha, wie genial! Das könnte mein Mann sein!!!!
    Allerdings fängt er immer in den unpassensten Momenten mit irgendwas handwerklichem an. Seit Monaten lag unten im Keller eingeschwißt ein Regal.
    Am Wochenende, kurz bevor wir raus wollten sollte er Trinken hoch holen… er kam und kam nicht… Ich hörte es plötzlich hämmern!
    Da hat er wie irre versucht das Regal „mal eben“ aufzubauen…. *augenrollundmitmKopfandieWandklatsch*
    Das das Regal heute noch nicht fertig ist, muss ich nicht erwähnen, oder??? hehehehehe

  11. JesS von feierSun.de am 6. Februar 2017 um 23:43 Uhr - Antworten

    hach mein Mann, ist da ganz anders. Hier steht nix rum, her wird alles sofort gemacht. Kann auch anstrengend sein, wenn man vor dem Wegschleppen vielleicht noch was anderes machen möchte…

    Aber ich kenne Marc ja und hey, Ihr beiden seid das Mega-Team-Paar, egal wie lange das Regal wo steht 🙂

    Kisses

  12. Inga - Mama in Hamburg am 7. Februar 2017 um 14:04 Uhr - Antworten

    Oh ja, das kenne ich gut. Er wollte nur Mal eben das Inbus-Set holen, damit wir den Hochstuhl anpassen können und kommt dann nach zwei Stunden wieder, weil er noch im Keller Sachen weggeräumt hat – leerer wird der Rumpelkeller davon leider nicht.

  13. Christiane am 13. Februar 2017 um 12:56 Uhr - Antworten

    Bein uns geht das alles schneller, weil ich es dann doch meistens selber mache 😉 Liebe Grüße, Christiane

  14. […] mangelt es also aktuell ganz stark an verbloggbaren Geschichten. Ich sag es euch, nicht mehr lange diese Harmonie und Ereignislosigkeit und ich werde anfangen […]

  15. Ellen am 19. März 2017 um 09:07 Uhr - Antworten

    Das ist der Grund weshalb ich die Dinge selbst erledige – und zwar zügig. 😉

    • Katarina am 19. März 2017 um 10:20 Uhr - Antworten

      Oh ja! Das habe ich mir auch schon angewöhnt. Aber in schwanger mal eben tonnenweise Bücher schleppen, ist eben keine so gute Idee.
      Sonst hätte ich das schon 3x selber gemacht XD

      Liebe Grüße,
      Katarina

  16. Laura am 26. April 2017 um 09:16 Uhr - Antworten

    Meiner ist auch von dem Holz, er hat doch tatsächlich 2 Jahre gebraucht um endlich mal unsere Fliesen anzubringen, um es dann im Endeffekt in 3 Tagen zu schaffen, Hilfe! Was ich selbst kann, mach ich auch lieber alleine bevor das ewig dauert :-/

  17. Denise am 13. Oktober 2017 um 15:25 Uhr - Antworten

    Also meiner würde nicht lesen, sondern Bücher auf den Weg streicheln oder einzeln tragen. Das ist hier haushaltsinterner Gag, dass er Wäsche und Geschirr streichelt. Denn, was bei mir eine Sache von 5 Minuten ist, dauert bei ihm eine Stunde. Wenn er den Kindern Frühstück macht und die Spülmaschine ausräumt, ist sein Vormittag rum. Aber eine Freundin stellte auch mal fest, ein Mann schaltet den Wasserkocher an und guckt 5 Minuten beim Wasser kochen zu. Eine Frau räumt währenddessen die Spülmaschine aus. Männer stehen auch vor der Mikrowelle und schauen das sich drehende Essen an. Unsere Jungs sind unterschiedlich, der Mittlere räumt effizient und schnell auf. Der Große spielt mit jedem Teil.

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