Ich möchte an diesem Punkt einmal meine ungeordneten Gedanken zu dieser Schwangerschaft runterschreiben. Manchmal hilft es ja Dinge aus dem Kopf zu haben. Natürlich ist mir klar, dass all die Gedanken und Gefühle die ich so habe „Luxus“ sind. Der Luxus dass ich nun eben doch schwanger bin. Manchmal bin ich da ganz streng mit mir, und denke mir dass ich jetzt aber nicht meckern darf über etwas, weil ich ja immerhin schwanger bin. Ich höre dann auch gar nicht fremde Stimmen in meinem Kopf, sondern meine eigene Stimme von vor ein paar Monaten.

Daher weiß ich, dass ich alles dafür gegeben hätte, dass ich mir jetzt die Gedanken mache die ich mir so mache. Ungeachtet dessen ist diese Schwangerschaft keine leichte. Sie ist auch nicht wirklich entspannt. Leider. Ich wäre gerne total entspannt. So wie in der ersten Schwangerschaft. Da bin ich mit einer Selbstverständlichkeit durchs Leben gelaufen, die habe ich jetzt nicht mehr. Die hätte ich bei den Zwillingen auch nicht gehabt, hätte ich die Statistiken, die Wahrscheinlichkeiten und alles andere gewusst. Glücklicherweise wusste ich das alles nicht, und war daher herrlich entspannt und gelassen.

Blöd ist nur: Inzwischen weiß ich leider viel mehr. Nicht weil ich alles akribisch googele was man so haben könnte, sondern weil mir auch einfach viel im Nachhinein erzählt wurde. Was die Erzählenden gar nicht böse meinten, ich auch nie so aufgefasst hätte, und was ich jetzt aber trotzdem weiss. Ich weiss nun dass bei einer Geburt vor der vollendeten 22. SSW dem Baby niemand in einem Krankenhaus helfen kann. Das bei der vollendeten 23. SSW die Überlebenschancen nur bei 50% liegen, und da noch gar nicht klar ist wie es dem Kind dann geht. Dass erst ab der vollendeten (!) 24. SSW in der Regel alle Register der Intensivtherapie gezogen werden, weil die Überlebenschancen da erst deutlich über 50% liegen.
Das sind Zahlen, die ich inzwischen leider kenne.

Und die mir wahnsinnige Angst machen, weil keines meiner Kinder es bisher länger als bis zu SSW 37+3 geschafft hat. Daher kann man mir auch jetzt sagen dass der ET dann und dann ist, der Kaiserschnitt dann also etwa (ohne dass wir einen Termin hätten) 10-7 Tage vorher und ich sage trotzdem: Ab Juni/Juli hätte ich gerne alles geklärt was man so klären muss vorher. Nur für den Fall dass ich wieder wochenlang ins Krankenhaus muss (wie bei den Zwillingen).

Ich kaufe nichts fürs Baby, weil wir noch nicht in der „Safezone“ sind, die Zone in der dem Baby auch geholfen werden könnte. Es ist einfach zu schmerzlich, die Vorstellung wir könnten jetzt etwas besorgen, was wir dann weggeben müssten. Leer. Es ist ja erst April und bis August kann noch viel passieren. Vermutlich werde ich dann in der „Safezone“ auch eine Ausrede finden, wieso man JETZT absolut noch gar nichts besorgen müsste, und am Ende stehen wir nach der Geburt ohne Windeln* da.

die große schwester

Motti und die Zwillinge freuen sich auch schon sehr auf ihr neues Geschwisterchen.

Das sind so meine aktuellen (negativen) Gedanken, die mir durch den Kopf gehen. Die positiven gibt es aber auch. Die „Hilfe ich bin jetzt schon so verknallt in unser Baby, es ist zum verrückt werden“ Gedanken. Und auch die: „Ich werde getreten, oh Himmel ich werde getreten! Ge-tre-ten!!!! Ist das toll“ Gedanken.

Auf eine weitere total, langweilige, gesunde Schwangerschaft!

Verwirrte, hormongetränkte Grüße von mir an euch!

xoxo,

Katarina

*Stoffwindeln würden mich jetzt ja auch mal interessieren. Mal schauen ob wir uns welche zulegen, nur sind da ja selbst Startersets eher preisintensiv.

PS. Es gibt, aus ärztlicher Sicht, keinerlei Gründe sich zu sorgen. Alles ist absolut genau so wie es sein sollte. Aber so ist das nunmal mit der Ratio…

(Aktuell wohnt diese übrigens ausgelagert bei meinem Mann. Der holt mich dann immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn ich grade mal wieder Final Destination durchspiele.)