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Ich brauche wieder einen Klingelbeutel

Bei den Zwillingen hatte ich mir irgendwann überlegt, dass ich einfach einen Klingelbeutel an den Kinderwagen hängen muss. Und für jedes „Sind das Zwillinge?“ wirft der oder die Fragende 50ct in den Beutel. Der Reichtum wäre mir sicher gewesen.

Jetzt, nach fast zwei Wochen als 4-fach Mama, hole ich meinen imaginären Klingelbeutel wieder heraus. Innerhalb der letzten Jahre habe ich gelernt, dass die meisten Menschen es nicht böse meinen, wenn sie komische Sachen sagen, daher bitte ich euch diesen Artikel mit einem Augenzwinkern zu lesen. Ich weiß ihr meint es nicht böse, aber manche Fragen von Aussenstehenden finde ich schon etwas befremdlich.

Sprüche viele kinder

„Endlich ein Junge!“, kann ich dabei noch am besten nachvollziehen. Auch wenn ich es selber nie so gesehen habe, und es uns auch total egal war ob „es“ nun (wieder) ein Mädchen oder „endlich“ ein Junge wird. Aber mir haben schon ganz viele von euch geschrieben dass Jungs wohl ganz anders sind als Mädchen und natürlich trotzdem ganz toll. Ich bin da ganz offen und freue mich auf alles was kommt. Ob wir nun auch irgendwann das Müllauto bewundern? Ob endlich jemand dem Trecker im Stall Beachtung schenkt und nicht nur quietscht, dass es schade ist, dass man den Kälbern keine Zäpfchen machen kann? Wir werden es sehen.

Was „typisch Mädchen“ oder „typisch Junge“ angeht, vertreten wir hier folgende Position:

Jeder darf alles mögen und alles nicht mögen. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle.

  1. Der Dino ist genauso wenig ein Prinz wie die Mädchen bei uns Prinzessinnen sind.
  2. Ja, wir sind wirklich fertig, aber selbst wenn nicht wäre das unsere Entscheidung und geht sonst niemanden was an.
  3. Was, noch eins? Ja, noch eins. Und wir sind überglücklich, dass der Dino da ist.
  4. Papa und Mama können auch super mit Mädchen Fussball spielen, Star Wars schauen (später) und Autorennen fahren. Auch für Rittergeschichten, Hütten bauen und Capture the Flag braucht man keinen Penis. Aber wenn man einen hat darf man durchaus mitmachen.
  5. Nein, ich habe nichts „machen lassen“. Zum einen habe ich keine Lust auf Wechseljahre mit Anfang Dreißig und zum anderen ist Verhütung nicht ausschliesslich Frauensache. Willkommen im 21. Jahrhundert.
  6. Ja, sie werden sich umschauen. Vermutlich um zu schauen ob es allen Geschwistern gut geht. 😉

Wir nehmen die Fragen also weiterhin mit Humor und wissen: Die Menschen meinen es nicht böse, sie sind nur überrascht/erfreut/haben eine Meinung.

Mehrfacheltern, wie war das bei euch? Wann brauchtet ihr einen „Klingelbeutel“?

By | 2017-08-20T15:54:40+00:00 20. August 2017|Categories: Familienleben|Tags: , , , |12 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Instagram, Facebook und auf Pinterest.

12 Kommentare

  1. Lagoona am 20. August 2017 um 16:38 Uhr - Antworten

    Huhu,

    ich bin auch Mama von Zwillingen und könnte ein Lied davon singen.
    So einen Klingelbeutel hätte ich mir auch so manches Mal gewünscht.
    Sind das Zwillinge war wohl die meist gefragte Frage, aber auch sind das Jungs war weit oben auf der Liste,
    obwohl ich die Kleinen immer rosa und blau angezogen habe, damit man sie unterscheiden kann.
    Was soll man dazu sagen 🙂
    Ich glaube oft wollten die Leute einfach nur ins Gespräch kommen.
    Und selbst heute noch wird die Zwillingsfrage sehr gern gestellt.

    Ich wünsche Euch einen Guten Start und natürlich Herzlichen Glückwunsch & Herzlich Willlkommen dem kleinen Mann.

    Liebe Grüße
    Lagoona

  2. Nadine am 20. August 2017 um 18:10 Uhr - Antworten

    Oh ja ich hätte auch gern einen Klingelbeutel damals gehabt…ich wäre reich *lach*.

    Zu einem Punkt mag ich aber noch was sagen. Wenn du mit Punkt 5 auf eine Steri anspielst…die löst keine vorzeitigen Wechseljahre aus 😉 . Sonst wäre ich schon seit über Ewigkeiten drinnen…zumal bei mir auch noch ein zweiter Aspekt dazu kommt…isch ´abe gar keine Gebärmutter mehr seitdem ich 31 bin *lach*. Aber recht hast du, dass es keinen was angeht was ihr da jetzt für euch beschließt….halte es einfach nach dem Motto „Stur lächeln und winken“

  3. Steffi am 20. August 2017 um 19:36 Uhr - Antworten

    Wir haben 3 Jungs. Kaum einer (aus Deutschland) kann sich verkneifen:
    „Na, jetzt aber noch ein Mädchen“
    „Und wann kommt das Mädchen?“
    „Wollt ihr noch eins? Dann aber ein Mädchen!“
    Nein, wir wollen keins mehr… Aber Danke der Nachfrage 🙄
    Und die Amis sagen gerne: „Oh 3 boys, then you’ve got your hands full“ (du hast jede Menge zu tun)
    Das hätte wohl auch mit Geschlechtermix… 😂😉

    Übrigens… alles Gute zu eurem Prinzen 😜🙊🙊🙊

    Liebe Grüße, Steffi

  4. Melanie am 20. August 2017 um 20:31 Uhr - Antworten

    Ich fands jetzt schon in der zweiten Schwangerschaft nervig ( unser erstes Kind ist ein Junge): oh was wirds denn jetzt? Ein Mädchen. Ooooh na da habt ihr ja alles richtig gemacht.. Ooooh na perfekt, ein Pärchen, oooh super von jedem was. Oder oh toll, da habt ihr ja jetzt beides und seid fertig..

  5. Uhu am 20. August 2017 um 20:40 Uhr - Antworten

    Ich erinnere mich bich an einen Kommentar (vor 21 Jahren auf dem Dorf), als eine Frau zu meinem zweiten Mädchen meinte: na ja, macht ja nix, Hauptsache gesund…ich dachte, ich hör nicht recht! O.o

  6. Vier_sind_wir am 20. August 2017 um 20:44 Uhr - Antworten

    Die Zwillingsfrage kenne ich auch! Nur sind meine Jungs 31 Monate auseinander… was soll ich sagen, sie hassen die Frage, besonders der Große. Das 3. Kind war ein Mädchen und wir wurden von allen Seiten reichlich beschenkt und gratuliert. Das 4. Kind, wieder ein Mädchen, hat dann alle eher entsetzt – noch eins? Ihr habt doch schon beides…

  7. Nina am 20. August 2017 um 21:22 Uhr - Antworten

    Oh man, das ist ja furchtbar! Diese Kommentare der Leute, auch wenn sie es wahrscheinlich nicht böse meinen – zum heulen, und das in einer Zeit, wo die Hormone eh noch verrückt spielen! Es ist doch toll, dass Du ein weiteres Kind geboren hast und sich Eure Familie vergrößert hat!!!

    Ich gratuliere Dir von Herzen, liebe Katarina. Und ob Du nun zwei, drei sechs, acht Kinder bekommst, es geht keinen etwas an!!! Ich wünsche Euch einen guten Start in das Familienleben, versuche Ruhe zu finden und sammle alle Kraft, die Du bekommen kannst!

    Ein Spruch, den ich ganz schön finde:

    „Sei, wer Du bist, und sag was Du fühlst, denn die, die das stört, zählen nicht, und die, die zählen, stört es nicht.“

    Alles Liebe, Nina

  8. Carolin am 21. August 2017 um 10:13 Uhr - Antworten

    Jaja Fragen über Fragen 😁
    Was ich grad ganz oft gefragt werde – meist in der gleichen Situation: Ich geh mit meinen 3 Kids spazieren. „Hast du 3 Kinder? Sind das deine?“
    Well, ich weiß ja, dass ich nicht wie 33 aussehe, aber häääh? Wenn ich mit 3 Kindern spazieren gehe, dann werd ich wohl 3 oder mehr Kinder haben – die anderen könnten ja in der Schule sein 😂 und nein, ich leihe mir eher selten Kinder zum spazieren gehen aus.

    Naja, wir werden es über stehen 😂
    Liebe Grüße
    Caro

  9. Johanna am 21. August 2017 um 12:32 Uhr - Antworten

    Wie wärs mit dieser wunderbaren Tasche als Klingelbeutel? Ich hab nicht genug Kinder, um die zu rechtfertigen, finde sie aber großartig! https://www.etsy.com/listing/253296930/large-yes-they-are-all-mine-tote-bag

    Liebe Grüße, Johanna

    • Katarina am 22. August 2017 um 16:26 Uhr - Antworten

      Hallo Johanna,
      wie lustig. Ich lese den Blog von Natalie schon ganz lange und kenne auch ihre „Yes they are all Mine“ Kollection. (Und habe schon ein Shirt mit dem Spruch in meinem Warenkorb.)

  10. Franzi am 21. August 2017 um 13:35 Uhr - Antworten

    Wir haben Zwillingsjubgs und mit 18 Monaten Abstand noch ein Junge.
    Von ‚oje‘ bis ‚jetzt braucht ihr noch ein Mädchen‘ bis ’so viel Arbeit‘ ist alles seit 3.5 Jahren dabei. Mal mehr mal weniger. Wir wollen nich ein Kind, waswir niemandem sagen, die ‚Klingelbeutel-Weisheiten‘ gehen noch früh genug los!
    Euch ein schönes Einleben zu 6.!

  11. Caroline am 22. August 2017 um 06:47 Uhr - Antworten

    Schon als ich die Tweets dazu gelesen habe, musste ich vor dem Computer sitzend in mich hineinkichern. Es sind eben nur Floskeln, die automatisch ‚rauskommen, so wie auf die Frage: „na wie geht’s?“ üblicherweise nichts mehr als „Danke und selbst?“ erwartet wird. Mich würde das sicherlich genau so belustigen und ärgern. Ich müsste mal meine Schwägerin fragen, wie sie das so erlebt hat. Sie hat vier Kinder, jetzt schon im Teenie-Alter, Altersabstand 18-24 Monate – Geschlechterverhältnis von 2:2 und ist gleichzeitig ihren beruflichen Weg sehr konsequent weiter gegangen. Ansonsten vermute ich, das sich in solchen Kommentaren auch manchmal unbewußter Neid auf die Aufmerksamkeit, die du genießen darfst, verbirgt und Neid muss man sich bekanntermaßen ja erarbeiten.

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