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Was Mütter wirklich brauchen

Vor gar nicht langer Zeit, nach der Geburt des Dinos, wollte ich mir eine neue Hose kaufen.  Genau genommen musste ich es, denn zu meinem eigenen Bedauern war dieses Kind nicht aus mir rausgeplöppt und zack hatte ich meine Vorschwangerschaftsfigur wieder, wie bei den drei anderen zuvor. Nein, nach vier Schwangerschaften, von denen drei in tollen Babies resutierten, hatte mein Körper… nunja, verglichen mit anderen Frauen nicht ernsthaft gelitten, aber so wie ich es gewöhnt war, war er eben nicht mehr.

Was Mütter wirklich brauchen - Ich schreibe - #Mamablog #Blogprinzessin

Kinderkleidung shoppen macht so viel mehr Spass.

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as will man machen, wenn Yoga Pants keine Option mehr sind? Man braucht eine neue Hose. Mindestens eine. Ich stieg ins Auto und beehrte ein Bekleidungsgeschäft mit meiner Anwesenheit. Meine Vorsatz und Willen, nicht mehr als 35€ pro Jeans auszugeben, dämmte die Auswahl etwas ein. Demnach spreche ich in diesem Fall von Bekleidungsgeschäften dieser Preisklasse, von höheren Preisklassen kann ich nichts sagen, da kaufe ich eher selten.

Ich schaute mich um, fand eine Hose und verschwand in der Umkleidekabine. Vorhang auf. Waaaah! Was blendet mich denn da so schrecklich? Ach ja, Umkleidungskabinenlicht. Das muss nah dran sein an Kosmetikerinnenlicht, wenn man da auf der Liege liegt und das riesige Lupenlicht jede einzelne Pore auf Grand Canyon Größe bloßlegt. Keinsehr schmeichelhaftes Licht. Aber was soll’s, ich wollte ja eine Hose kaufen. Die muss man vorher anprobieren. Sollte man zumindest, wenn man keine Post-Partum-Überraschungen erleben will.

Runter mit den Kuschel-Wohlfühl-ich-habe-grade-ein-Baby-bekommen-Klamotten, und rein in die Realität.

Leider bleibt die potenzielle Realität schon an meinem Oberschenkel stecken . Hrrrrggrrrrr…hgrrrrrrrrgrrr. Nein, passt immer noch nicht. Auch nicht mit ziehen und hgrrrrgrgrrrrr. Was jetzt? Zurück in die Yoga Pants und eine größere Größe suchen, die offenbar auch echten Frauen passen soll, oder gleich aufgeben?

Ich entscheide mich dafür, erstmal mit einem Meißel die Jeans wieder von meinem weichen Mamakörper zu meißeln. Danach ein Blick in den Spiegel. Verwuschelte Haare, fahle Haut, Augenringe in dunkelschwarz und ja, der weiche Mamakörper, mit dem man so gut kuscheln kann, wie meine Kinder sagen.

Dann schaue ich mich in der Kabine um. Ein klitzekleines Bänkchen, ein Wandhaken, der 10kg -mehr-Spiegel, das Neonlicht und meine Schuhe auf dem kratzigen Leicht-zu-reinigen-Teppich. Dann dämmert es mir. Wieso sind die Geschäfte da nicht ein bisschen einfallsreicher. Klar, im Alsterhaus bei Gucci und Co sind solche Umkleiden vielleicht Wohlfühltempel, aber wer hat schon das Portmonee für Gucci-Jeans? Die Mehrheit der Menschen ja eher nicht.

Wäre es nicht netter, nach der Geburt in eine Umkleide zu kommen, ach was, generell in eine Umkleide zu kommen, in der man den samtigen Vorhang zur Seite schiebt und dann ein Mitarbeiter sagt:

„Willkommen! Sie sehen gestresst aus, darf ich ihren Mantel nehmen? Wir haben eine Auswahl an Tee und Kaffee für Sie vorbereitet. Sehen Sie den Sessel dort in der Ecke? Setzen Sie sich doch erst einmal. Tief durchatmen. Geben Sie mir mal die Kleidung, welche Sie anprobieren wollen. So. Jetzt hängen wir erstmal diesen grässlichen Spiegel ab, und hängen einen realistischen auf. So, sehen Sie? Alles halb so schlimm. Jetzt wollen wir doch mal sehen…was sagen Sie, Orangenhaut? Kann ich nicht erkennen.

In diesen realistischen Jeans sieht man Ihnen die 10kg mehr gar nicht an. Sie haben grade ein Baby bekommen, halten eine Familie am laufen, arbeiten zusätzlich (oder nicht) und haben einen Haushalt. Da müssen Sie nicht noch Energie auf ihre Oberschenkel und den Bauch verschwenden. Sie denken Sie müssten mal wieder ins Fitnesstudio? Ach, wenn Sie das wollen, machen Sie das. Aber übertreiben Sie es dort bitte nicht. Sie sehen fantastisch aus.

Glauben Sie mir nicht? Schauen sie doch mal in unseren Realismus-Spiegel. Der ist neu auf dem Markt. Neueste Technik. Lange Zeit hat man ja versucht, Frauen einzureden sie wären nicht schön genug. Da hat man diese Zerrspiegel und die Neonlichter verwendet. Bis man festgestellt hat, dass Frauen Kleidung in einem angenehmen Ambiente kaufen wollen, einem das sie unterstützt in ihrem Leben, und nicht in einer Umgebung die einen weiteren Kritikpunkt auf ihrer langen To-Do-Liste suggeriert. Seit wir das erkannt haben, verdienen wir mehr als je zuvor und unsere Kundinnen sind Fans des Unternehmens.

Schauen Sie mal, Frau Fiebelkorn, die Hose passt perfekt. Ist doch egal, welche Größe da draufsteht. Sie sehen klasse darin aus. Psst, und so unter uns: Wieso lassen Sie sich von einer beliebigen Zahl so abwerten? Sie sehen super aus!

Geben Sie mir einen Highfive! Und jetzt machen Sie bitte gleich im Auto die Musik unanständig laut an und singen mit.“

Ich gehe zur Kasse, bezahle meine Hose, steige ins Auto und schalte das Radio an. Dann singe ich erst zaghaft und dann laut mit:

„You held me down, but I got up
Get ready ‚cause I’ve had enough
I see it all, I see it now
I got the eye of the tiger, a fighter
Dancing through the fire
‚Cause I am the champion, and you’re gonna hear me roar
Louder, louder than a lion
‚Cause I am a champion, and you’re gonna hear me roar!
– Katy Perry // Roar“

Es könnte so schön sein…

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By | 2018-02-07T01:41:24+00:00 13. Januar 2018|Categories: Ich schreibe|Tags: , |12 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Instagram, Facebook und auf Pinterest.

12 Kommentare

  1. Nele am 13. Januar 2018 um 20:38 Uhr - Antworten

    Einfach nur herrlich! Und so wahr und einer der Gründe, weshalb ich nur online Shoppe… 😀

  2. Frau Mümmel am 14. Januar 2018 um 08:29 Uhr - Antworten

    Genau DAS denke ich auch jedes Mal. Dann gehe ich frustriert heim und bestelle im Internet, damit ich Zeit zum Anprobieren habe und der Spiegel nicht so hart zu einem ist.
    Wie oft ich aus dem Ding kam und dachte „Aber in echt ist es doch nicht so schlimm. Oder?“.

    Ich hatte gerade echt Spaß beim Lesen. Danke 🙂

  3. Ina am 14. Januar 2018 um 11:26 Uhr - Antworten

    Wofür ist das denn eine Anzeige? Die Werbung verstehe ich nicht.

    • Katarina am 14. Januar 2018 um 21:30 Uhr - Antworten

      Da ist ein Werbebanner drüber und über dem steht „Anzeige“, je nach Browser oder Add Blocker wird der Banner aber nicht angezeigt. Daher siehst du wahrscheinlich nur das „Anzeige“.

  4. Melanie am 14. Januar 2018 um 20:41 Uhr - Antworten

    Das wäre wirklich eine tolle Neuerung! Bin auch dafür!

  5. Mandy am 14. Januar 2018 um 21:45 Uhr - Antworten

    Ich habe tatsächlich auch solch eine „ich-komme-an-den-Oberschenkeln-nicht-mehr-weiter-Hose“ … in meiner Realität benutzen die Modehersteller Nahtmaterial dass sich mit Fortschreiten der Jahre enger zusammenzieht ☺️… garantiert

    • Katarina am 16. Januar 2018 um 11:36 Uhr - Antworten

      Mandy, offensichtlich haben wir beide die selbe Jeans. Ganz sicher!!!!!!

  6. Susanne Münch-Kutscheid am 17. Januar 2018 um 15:43 Uhr - Antworten

    Hallo,

    35 Euro Neupreis sind vielleicht zu wenig für die Bedürfnisse des post partum Körpers. Leider sehen oft die billigen Sachen auch billig aus und je mehr Kinder man so hat (bei mir auch bald 4) fällt das ja mehr auf.
    Weißt du wie ich das mache? Ich habe zu besseren Zeiten als alleinstehende Studentin einige Marken kennengelernt, die an mir ganz nett aussehen. Die sind natürlich deutlich teurer als 35 Euro, eher so 80 bis 100. Bei den Marken bleibe ich auch. Ich gucke bei neuem Bedarf dann, welche Größe ich aktuell brauche (durchs Gucken vor Ort, ich gebe mir das bei guter Stimmung) und bestelle mir was in gebrauchtem Zustand, gern Fehlkäufe anderer Damen. Da bin ich mit maximal 10 Euro dabei (mein Limit.) Ich fahre damit ganz gut. Auch mit den restlichen Klamotten für mich mache ich das so. Ich brauche ja fürs Büro schicke Sachen, habe aber keine Lust dafür viel auszugeben.
    Vielleicht ist das doch auch was für dich?
    LG
    Lamasus

    • Katarina am 18. Januar 2018 um 19:11 Uhr - Antworten

      Das klingt gut. Welche Marken kannst du denn empfehlen? Ich kenne mich da gar nicht aus, was es so gibt.

    • Hannah am 7. Februar 2018 um 18:05 Uhr - Antworten

      Huhu. Darf ich fragen wo du die gebrauchten Teile dann bestellst?
      LG Hannah

  7. Lamasus am 26. Januar 2018 um 12:22 Uhr - Antworten

    Hallo,

    hosenmäßig schwör ich auf Only und QS. Obenrum (also Shirts und Westen) auf Zero. Für Jacken und Fleecewesten absolut auf Bench.
    Ich bin eher ein Basictyp, also Jeans und Shirts in gedeckten Farben, eher sportlich und langlebig als übermäßig schick. Könnte dir vielleicht auch zusagen?
    Bench fällt eng aus, Only auch, also ruhig zu M greifen 🙂

    LG
    Lamasus

    • Katarina am 26. Januar 2018 um 13:28 Uhr - Antworten

      Huhu Susi,

      ja die QS Jeans sind super, ich meine die hatte ich auch schon einmal. Bench ist auch in meinem Schrank.
      <3

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