Mama? Was gibt’s zum Essen?

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„Mama? Was gibt es zu essen? Ich habe Hunger!“ Bis vor kurzem habe ich diesen Satz gehasst, denn ich geriet durchgehend ins Schwitzen. Was soll man denn jeden Tag kochen? Für die meisten von euch klingt das vermutlich total banal, aber mich überfordert das total.
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ürde der Mann nicht 99,9% des Kochens bei uns übernehmen (und hätte ich nicht die teure Küchenmaschine an meiner Seite, was an dieser Stelle aber keine Rolle spielen soll)… Ja, guten Tag, ich bin Katarina und Koch-fail Mom. Wer von euch kennt die Gilmore Girls Szene, in der Lorelai und Rory in ihrer Küche stehen und darüber philosophieren, was sie „kochen“ könnten, und dann beschließen irgendwas doch nicht zu essen, weil man die Box aufmachen und die Dinger in den Backofen schieben müsste? Japp, that‘s me.

Vielleicht startete meine Abneigung dem Kochen gegenüber schon in der Schulzeit. Dort hatten wir ein Fach namens „Hauswirtschaft“ (an dem auch die Jungen teilnahmen, es waren immerhin die 2000er Jahre und nicht 1960). Dieses Fach hatte schon mehrere Mängel, mal abgesehen vom Kochen selber:

  1. Es waren immer die Randstunden kurz vor Schulschluss.
  2. Die Lehrerin, die das Fach „Hauswirtschaft“ unterrichtete, war eine der unbeliebtesten meiner gesamten Schulzeit.
  3.  Da es ja ein Unterrichtsfach war, mussten die Rezepte pädagogisch wertvoll sein, daher waren sie meistens… gesund. Getreu dem Motto „Zeigen wir denen mal was man schmackhaftes aus Dinkelflockenschleim machen kann“. ÖRKS.
  4. Dass ich mit einem Mädel zusammen in der Kochgruppe war, deren damaliger Lebensinhalt aus Jungsbeeindrucken und ihrem Pony bestand, hat auch nicht geholfen. Ratet, wer mit dem Kochen betreut wurde, wärend die andere den pickeligen Jungs schöne Augen gemacht hat. (Dieselbe übrigens, welche bei Referaten immer, immer, immer die Aufgaben zeitig fertig hatte und mit den Augen rollte, weil Teile der Referatsgruppe nicht einmal wussten, was ein Referat ist und wie man das buchstabiert. Aber dies nur am Rande.)

Zurück zur Ausgangsfrage. „Mama, was gibt‘s zur essen?“.

Aus diesem Satz resultiert ja ein weiteres Problem namens „Schatz, was soll ich einkaufen?“

Ich klinge damit vermutlich fürchterlich faul, aber ich finde Einkaufen generell super langweilig. Also Gemüsebrühe, Nudeln und Hirseflocken und so Zeugs, nicht etwa USB Kabel, Noise-Cancelling Kopfhörer, Fotolampen oder sonstige Gadgets. Für diese habe ich tatsächlich eine klitzekleine Schwäche.

Der Einkaufende schlurft durch die Gänge, um langweilige Sachen zu kaufen. Demnach mag ich diese Aufgabe genauso gerne wie die „Was gibts zu Essen, Mama?“ Frage.

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Aber über die letzten Wochen ist es besser geworden. Denn nun überlege ich immer Sonntags mit den Kindern zusammen, was wir alle essen wollen. Dafür habe ich mir einen „Was gibt’s zu Essen?“ Planer gemacht, und dort gibt es eine Spalte „Essenswünsche Kinder“ und eine „Essenswünsche Eltern“.

Da tragen wir erstmal alles ein was in den Raum geworfen wird. Dann schauen wir uns an, was die Woche über an Terminen und Vorhaben ansteht, und ausgehend davon welches Gericht wann Sinn macht.

Mich entspannt es, zu wissen dass ich zwar immer noch kochen muss (wenn der Mann das Dienstplanbedingt nicht übernehmen kann), dass ich aber einfach nur auf den Plan schauen muss WAS ich da eigentlich zubereiten soll. Die Kinder freut es, weil sie mitbestimmen können, und den Mann freut es, weil er weiß, was er einkaufen muss für die Woche.

Für uns war dieser Plan tatsächlich das erste Mal eine praktikable Lösung zu einem mühseligen Problem.

Wie macht ihr das mit dem Kochen? Kocht ihr gerne?

Das schlimmste für mich ist ja, dass man beim „richtigen“ Kochen (also ohne die teure Küchenmaschine) beim Herd daneben stehen bleiben muss um den Dingen beim Blubbern zuzuschauen. Was man da an Zeit verplempert, unglaublich! Der Mann dagegen sieht das als Quality Time, und summt manchmal sogar dabei. Als ob das Kochen was entspannendes hätte, ey! Unfassbar! 😉

PS. Es soll ja Menschen geben, die Cinderella-artig mit einem Lied auf den Lippen durch den Supermarkt oder über den Wochenmarkt tanzen und mal hier und mal da schnuppern, fühlen und an Sachen rumdrücken. Sogar fremdaussehende Dinge probieren! Einer von diesen Menschen bin ich nicht. Ich bin eher der Typ: „Wann sind wir endlich an der Kasse? Ich will ein Eis! Mein Einkaufschip ist runtergefallen! Sind wir schon an der Kasse? Sind wir bald zu Hause? Schaaahaaatz?!“

By |2018-02-18T21:39:41+00:0018. Februar 2018|Categories: Ich schreibe|Tags: |12 Comments

About the Author:

Katarina (32) ist die Mama von Motti (*2012) und Wawi (*2013) sowie Nini (*2013), dem Dino (*2017) und wohnt in der Nähe von Hamburg mit vielen Kühen als Nachbarn. Virtuell zu finden auf Instagram, Facebook und auf Pinterest.

12 Comments

  1. JesS am 18. Februar 2018 um 21:54 Uhr - Antworten

    Einkaufen mag ich auch null, aber Kochen dafür gerne. Zumindest wenn ich nicht gerade andere Dinge im Nacken habe… dann schmeiß ich alle raus und lass den Mann erst zum Ende wieder rein. Denn ich liebe ja die Regelung: Wer kocht muss nicht spülen… geht icht immer auf, aber ich wäre dafür, dass das ins Grundgesetz aufgenommen wird 😉

  2. Carolin am 18. Februar 2018 um 22:31 Uhr - Antworten

    Also bei mir ist es unterschiedlich. Mal mag ich kochen, mal nicht. Der Sohn ist hier ja noch etwas zu klein um beim Essen mitzubestimmen. Also wird hier aktuell nur eine Diskussion zwischen dem Mann und mir geführt, die leider oft wenig mit Ergebnissen beendet wird. Sondern eher in einem Entscheide du oder was hatten wir denn schon länger nicht mehr?! 😂😂 Also wenig konstruktiv in diesem Fall 🙈. Wir versuchen aber auch immer so halbwegs zu planen was auf den Tisch kommt. Das ist auch mal erfolgreicher mal nicht. Einkaufen finde ich auch mega öde und gehört bei mir auch defintiv auf den Stapel muss das sein.

  3. Cynthia Welters am 18. Februar 2018 um 22:36 Uhr - Antworten

    Naja, ich in so ein Listeneinkäufer. Das geht schnell. Ich koche auch immer für zwei Tage, dann verplempert man nicht soviel Zeit. 🙂

  4. Vivien am 19. Februar 2018 um 12:01 Uhr - Antworten

    Ich glaube ich sollte auch mal so einen Plan für uns machen… Vielleicht kannst du mal eine Beispiel-Woche aufschreiben? Mir fehlt es immer auch an Rezept-Ideen

  5. Janine am 19. Februar 2018 um 12:18 Uhr - Antworten

    Also ganz so negativ stehe ich dem Kochen nicht gegenüber, aber auch mir fehlt die nötige Kreativität. Deswegen haben wir (zumindest für die Wochenenden) vor mehr als einem Jahr HelloFresh getestet. Und sind dabei geblieben. Ähnlich wie im Restaurant müssen wir uns nur entscheiden, was wir essen wollen und das wird dann bestellt. So minimiert sich auch der Wochenendeinkauf, wo ich mir schon oft einen XXL-Einkaufswagen gewünscht habe. Ist zwar teurer, aber wesentlich entspannter.

  6. Anke am 19. Februar 2018 um 16:19 Uhr - Antworten

    Ah, ich sollte das mit so einem Plan wirklich mal probieren. Stehe immer etwas ratlos im Supermarkt… da der Mann mittags schon isst gibt es meistens abends nur Brot, aber so wirklich befriedigend ist das auch nicht (gerade wenn ich dadurch dann gar nichts gescheites bekomme am Tag!)
    Kochen tu ich eigentlich gar nicht so ungern und angeblich auch gar nicht so schlecht, aber ich hab das Gefühl es läuft immer auf dasselbe hinaus.

  7. Holly_Holster am 19. Februar 2018 um 17:18 Uhr - Antworten

    Wir kochen beide. Jeder hat seine Spezialgerichte, da ist derjenige dran. Das klappt recht gut und wir versuchen, das Kochen gerecht zu verteilen. Wenn man was für zwei Tage macht, ist eh viel gewonnen.

    Ich liebe den Essensplan und würde es nie wieder anders machen.

  8. Eva Weißgerber am 20. Februar 2018 um 14:12 Uhr - Antworten

    Eine Zeitlang bin ich fast jeden Tag einkaufen gegangen. Das war super nervig, denn auch ich finde Einkaufen furchtbar. Ich mache seit einiger Zeit ein Wochenplan und gehe danach für diesen Zeitraum einkaufen. Es ist auf jeden Fall entspannter zu wissen was man so kochen soll. 😊 Das einzigste was mich etwas stört: ich plane immer alleine.

  9. Mama geht online am 20. Februar 2018 um 18:03 Uhr - Antworten

    Also ich mag Einkaufen. Das entspannt mich (wenn nicht das Kind dauernd fragt: Mama, kann ich das haben?) Aber beim Thema Kochen bin ich auch regelmäßig überfordert. Das liegt vor allem daran, dass bei uns Papa und Sohn sehr wählerisch in Sachen Nahrungsaufnahme sind. Da wird nicht alles gegessen, was auf den Teller kommt 😉
    Vielleicht wäre ein Wochenplan auch die Lösung für uns.
    LG Anke

  10. Mädelsmama am 20. Februar 2018 um 21:04 Uhr - Antworten

    Du bist nicht allein, mir geht’s GENAU SO! Einkaufen und Kochen finde ich super langweilig und lästige Zeitverschwendung. Was man in der Zeit nicht alles machen könnte (und wenn es nur das spannende Buch weiterlesen ist)!!! Wenn ich nicht für die Kinder kochen müsste, könnte ich mich tagelang von Broten o.ä. ernähren. Zum Glück habe ich auch so ein Exemplar von Mann, dem Einkaufen und kochen Spaß macht. Sonst wäre unser Speiseplan wohl ziemlich eintönig.

  11. Biene am 22. Februar 2018 um 14:22 Uhr - Antworten

    Bei uns herrscht das Problem, dass ich auch nicht sooo gerne koche, weil ich immernoch denke, dass ich nicht so weltberühmt koche. Sprich – Hauptsache es geht schnell. Und der Mann? Mag das ebenfalls nicht. Einkaufen gehen wir wiederum beide gerne ;-P
    Irgendwie ergänzen wir uns da glaube nicht so richtig *hihi*
    Zum Glück gibt es Oma, und den Umstand, dass wir eigentlich nur am Wochenede selbst fürs Essen verantwortlich sind, da sonst übern Mittag keiner da ist.
    Und ja, wenn dann Oma kocht, gibts wenigstens was gescheits und bei mir eben eher Kategorie Nudeln oder so 😉

  12. Claudia Pfeiffer am 26. Februar 2018 um 17:44 Uhr - Antworten

    Katharina, du sagst es!
    Ich liebe eigentlich sowohl einkaufen als auch kochen! Aber mit 2 ständig streitenden Grössen und einem 2 jährigen am Bein, ist es einfach Spool schwer.

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