Mein Gehirn macht den Anfang

Eigentlich muss ich mich nur mal hinsetzen und machen. Den Schreibtisch zum Beispiel, den könnte ich mal wieder aufräumen.
O

der aber im Kinderzimmer Staub wischen. Daran denke ich jeden Abend, wenn ich die Kinder ins Bett bringe. Weil ich dann an dem Regal mit der unangenehm hohen Staubschicht vorbeigehe und denke „Ach ja das wolltest du ja machen“ und ZACK, wieder nicht gemacht. Ich habe so einige Ecken hier im Haus, bei denen ich immer wieder daran erinnert werde: Oh ja, das muss ich unbedingt noch erledigen, aber ohje, jetzt ist Abends/Nachts/Dezember, da geht das jetzt ja auch nicht mehr.

Frau im pinken T-Shirt mit elektrischer Zahnbürste in der Hand

Letztens, beim Zähneputzen, grade als ich die Zahnpasta ausspucken wollte, kam mir ein Gedanke:
Was wenn ich niemals anfangen werde dazu Lust zu haben? Was ist, wenn ich mir denke: Das mache ich aber ganz bestimmt morgen. Dann bin ich bestimmt motiviert sechs Maschinen Wäsche zu falten und, noch schlimmer, auch wegzuräumen. Und dann kommt der nächste Tag. Habe ich dann Lust dazu? Natürlich nicht.

Kindheit

In unserer Kindheit passen unsere Eltern auf uns auf. Außerdem darauf, dass wir die sinnvollen Dinge erledigen, auf die wir keine Lust haben. Zähne putzen, frische Unterhosen anziehen, Hausaufgaben machen. Dann wird man irgendwann erwachsen, zieht aus und stellt fest, „Scheiße!“, (Ja so deutlich darf man das dann denken, man ist ja erwachsen), „Manche Dinge sind ja gar nicht cool, sondern ziemlich mies.“ Manche Dinge muss man als Erwachsener machen obwohl sie keinen Spass bringen. Das hatte ich mir als Kind anders vorgestellt. Überhaupt hatte ich mir erwachsen sein eher wie eine coole niemals endende Übernachtungsparty vorgestellt. Kekse, Freunde, Netflix und Chips statt Steuererklärung, Versicherungen und Miete erwirtschaften.

Aber hilft ja nix. Also stehe ich in meinem Badezimmer und denke an all diese Sekunden, die dein Leben verändern. Spreche ich den gut aussehenden Typen da hinten am Tresen an? Gehen wir zu dir oder zu mir, wollen wir Kinder? Wollen wir heiraten? Sag ich „Ja“ oder „Nein“? Greife ich im Supermarkt zum Salat oder zur Pizza? Gehe ich am Fitnesstudio vorbei oder gehe ich rein? All das sind kleine Sekunden, die dein Leben grundlegend verändern können.
Kennt ihr dieses nagende, schlechte Gewissen, wenn ihr euch in der Nähe des Fitnessstudios befindet, aber nicht reingeht? Das ist euer Körper, euer Gehirn, das euch Signale sendet. Nicht das offensichtliche schlechte Gewissen. Sondern das darunter liegende, unbewusste: Hallo, ich bin`s, dein Gehirn-Elternteil und ich sage dir jetzt, was gut für dich wäre. Ich bemuttere dich, weil ich weiss was jetzt gerade die eigentlich sinnvolle Entscheidung wäre.

Hast du morgen Lust auf’s Fitnessstudio/die Wäsche/Fenster putzen/Gesundes kochen? Vermutlich nicht. Übermorgen? Vermutlich auch nicht.
Der Trick ist es einfach zu machen. Ohne groß nachzudenken.

Wie sagte die bekannte Philosophin Shonda Rhimes schon?
„Heute ist ein guter Tag um Leben zu retten.“

Fangen wir an!

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By |2018-04-23T13:53:48+00:0018. April 2018|Categories: Ich schreibe|5 Comments
Blogprinzessin ist der Blog mit nordischem Schnack. Ich berichte hier, ohne mich selbst zu Ernst zu nehmen, über meinen Alltag als Mama von 4 Kindern zwischen 6 und 1 Jahr(en).Virtuell bin ich zu finden auf Twitter, Instagram, Facebook und auf Pinterest. Erfahre mehr über mich

5 Comments

  1. Sarah am 19. April 2018 um 11:48 Uhr - Antworten

    Die bekannte Philosophin Shonda Rhimes? 😂 Und um uns richtig zu motivieren tanzen wir es vorher raus 😉

    Du hast Recht mit deiner These. Viele Dinge müssen halt getan werden und verschieben macht das Leben nicht leichter. Da fällt mir die DSGVO wieder ein 🙈

    Heute ist ein guter Tag um eure Daten zu schützen – auf geht’s 😉

    • Katarina am 20. April 2018 um 19:37 Uhr - Antworten

      Genau! Wobei ich es nicht nur auf blöde Dinge beziehen würde, sondern einfach auf alles bei dem man sonst (wie bei einer Gewohnheit) reagiert. „Ich weiss ich sollte früher aufstehen um Morgens nicht so gestresst zu sein. Oh, es ist so schön warm im Bett da drücke ich doch lieber nochmal den Snooze Button. Und nochmal und nochmal und ach du scheisse ich habe verschlafen. Kinder zack-zack“. Das wäre das alte Verhaltensmuster. Beim neuen Klingel der Wecker, du denkst (wie gewohnt) „3-2-1“ und stehst auf. Dann hatte dein Gehirn noch gar keine Zeit dir zu erzählen wie schön dein Bett ist, und das du auch morgen noch früher aufstehen könntest.

  2. Jacqueline Cappi am 19. April 2018 um 13:21 Uhr - Antworten

    Hallo Katarina.
    Ich weiß, was du meinst. Mir geht es oft genug genau so.
    Aber du hast Recht. Einfach machen! Nicht Nachdenken.
    Gibts dafür einen Knopf im Gehirn? Ich kann nicht NICHT denken 😉

    Liebe Grüße von der sonnigen Nordsee
    Jacqueline

    • Katarina am 20. April 2018 um 19:33 Uhr - Antworten

      Huhu Jacqueline,

      Ja den gibt es sogar. In solchen Momenten ganz schnell sich selbst zu einer Handlung zwingen die ans Ziel führt. „Will ich den Typen da hinten ansprechen? 3-2-1 Oh meine Beine laufen ja schon los.“ Es geht nicht darum ob es dann (um bei dem Beispiel zu bleiben) der Mann deines Lebens wird, sondern nur darum das du losgelaufen bist, statt dir das auszureden. Kann auch sein das der Typ ein Vollarsch ist. Aber statt zu zögern bist du losgelaufen.

      LG,
      Katarina

  3. Philipp von Ich will ein Pony am 8. Mai 2018 um 09:22 Uhr - Antworten

    Oh! Mein Lieblingsthema: Procrastination oder Prokrastinieren, ist das Stichwort, wo man Einiges im Netz dazu findet – wer Bock hat.
    Ich bin Profi-Prokrastinierer.. bei mir reicht es nicht zu sagen: „ich mach das jetzt einfach“. Denn ich habe da jahrelang Schutzmechanismen aufgebaut, die ich jetzt erstmal abbauen muss. Ich helfe mir mit Software, die mich motiviert und mache viele Übungen aus dem NLP, etc.

    Der beste Trick ist aber folgender. Man beginne mit den „kleinen“ Dingen des Lebens. Diesen Dingen, die man wirklich easy erreichen kann, ohne sich groß motivieren zu müssen:

    a) Morgens rasieren
    b) zwei Liegestütze vor dem Schlafen gehen machen
    c) versuchen gerade zu sitzen

    Dein Gehirn freut sich über die Erfolge und dein Selbstvertrauen steigt. Demnach gehst du dann auch Aufgaben an, die dir etwas anstrengeder erscheinen (und mehr Disziplin verlangen) So arbeitet man sich hoch, bis man sich an die ganz großen Dinger rantraut – und diese auch schafft.
    Überprüfe immer deinen Fortschritt und sei ehrlich zu dir selbst. Denn nur dann bringt es dir was für die Entwicklung deine Disziplin.
    Diese Tips sind aus dem Buch Willpower von Tierney/Baumeister. Darin gibt es noch einige Erkenntnisse mehr, die auch Wissenschaftlich belegt sind.

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