Du bist eine doofe Mama, ich wünschte ich könnte mal Mama sein.

Bemerkenswertes und Regen

Lesezeit: 3 Minuten
„Mama, du bist voll doof!“ ruft Motti und versucht theatralisch mit der Tür zu knallen. „Ich würde auch so gerne Mama sein, und dann dürften meine Kinder viel mehr fernsehen und ich wäre keine doofe Stinki-Mama.“ Rumms. Dann ist die Tür zu.
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erdammt. Ich seufze. „Mama sein ist manchmal voll doof!“, murmele ich. Alles nur weil ich dachte, dass man sich mal an die 30 Minuten Fernsehzeit die der Kinderarzt immer abfragt, halten könnte. Das ist ja auch so ein offenes Geheimnis. „Uuund? Wie lange dürfen sie fernsehen?“ Fragt der Kinderarzt und schaut einem tief in die Augen.

Vor dem Frühstück

Aber natürlich bekommt er mich damit nicht, denn ich bin schon fast auf Mamalevel 6.0. Nur noch ein paar Wochen und ich habe das Level zum ersten Mal geknackt! Ich kann es schon riechen. Also beuge ich mich vor, schaue dem Kinderarzt tief in die Augen und sage „Etwa 30 Minuten am Tag“. „Gut, gut“ sagt er und notiert sich meine Antwort.

Dann lehnen wir uns beide in unseren Stühlen zurück und wissen: Die 30 Minuten sind eher ein Richtwert. An einigen Tagen wird hier nämlich gar nichts geschaut und an anderen gibt es 30 Minuten pro Kind.

Ich atme hörbar aus, schließe die Augen, und denke mir: „Wir können gerne mal die Rollen tauschen, junges Fräulein!“. Dann stehe ich auf, decke den Esstisch ab und bringe die Kinder ins Bett.

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Am nächsten Morgen schlafe ich aus. So lange bis Motti irritiert am Bett steht. „Mama? Da ist gar kein Frühstück auf dem Tisch?“. „Ja, echt schade. Aber ich hatte einfach keine Lust. Du bist ja heute Mama.“ Ich drehe mich also noch einmal um. Dieses Nicht-Mama-Sein ist herrlich, denke ich. Aus der Küche höre ich es scheppern. Oh, meine Motti-Mama macht wohl Frühstück. Ich stehe auf und komme in die Küche.

Du bist eine doofe Mama, ich wünschte ich könnte mal Mama sein.

Das Frühstück

„So Mama“, sagt Motti. „Es gibt Müsli mit gesunden Haferflocken zum Frühstück“. Ich setze mich. Gut Müsli mag ich eigentlich nicht so, aber was solls. Erstmal einen Kaffee!

„Nein, Mama“, sagt Motti energisch. „Keinen Kaffee für dich! Der ist ungesund. Das weißt du doch!“ Motti nimmt einen Schluck aus ihrer Kakaotasse mit extra viel Schokopulver.

„Aber Motti!“ rufe ich. „Ich brauche doch meinen Kaffee!“. „Nicht quengeln, Mama! Iss bitte einfach dein Müsli.“ Ich starre sie mit offenem Mund an. Keinen Kaffee? „Bitteee!!!!“ flehe ich. „Na gut“ antwortet Motti. „Aber nur eine Tasse! Weil Sonntag ist.“

Nach dem Frühstück

Nach dem Frühstück ziehen wir uns an. Dann schaut Motti etwas ratlos. „Was machen wir denn jetzt als nächstes?“ „Ahh ich weiß!“ „Los Mama, wir gehen draußen spielen!“ „Ich habe gar keine Lust“, murmele ich. „Keine Müdigkeit vorschützen, liebe Mama. Raus gehts! Aber zieh dir bitte etwas anderes an! Du willst doch wohl nicht schon wieder in diesem ollen Hoodie nach draußen gehen? Nimm bitte die Bluse!“

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Ich stöhne auf. Maaan. „Aber ich hasse die Bluse. Die ist so kratzig und schwitzig und doof!“

„Keine Widerrede Mama! Die war ein Geschenk von Oma. Anziehen! Zack-Zack.“

Ich schlurfe die Treppen hinauf und ziehe mich um. Irgendwie hatte ich mir „wieder Kind sein“ anders vorgestellt.

Du bist eine doofe Mama, ich wünschte ich könnte mal Mama sein.

Später nach dem Frühstück

Wieder unten in der Küche, kommt mir Motti in Turnschuhen entgegen. „So Mama, nicht trödeln! Wir gehen erst Schaukeln, dann aufs Trampolin. Aber nur ohne Schuhe hüpfen!“

Ich laufe hinter Motti her, erst Schaukeln wir. Dann hüpfen wir wie die wilden auf dem Trampolin im Garten. Ich springe so hoch, dass es kitzelt im Bauch. Nach nur 4321 Hopsern lassen Motti und ich uns auf dem Sprungtuch fallen und schauen in den Himmel. Dann hopsen wir weiter. Und noch mehr. Bis….

Sehr viel später nach dem Frühstück

Plitsch. Plitsch. „Was war denn das?“ fragt Motti. „Regentropfen“ antworte ich und schon erwischt uns ein Regenschauer. Wir klettern vom Trampolin und rennen zum Haus zurück. Im Hausflur ziehen wir unsere nassen Sachen aus und wickeln uns in die kuscheligen Decken vom Sofa. „Mama?“ fragt Motti „Kannst du vielleicht ein Hörspiel anmachen?“. Der Regen prasselt gegen das Wohnzimmerfenster.

„Na klar“, sage ich. „Manchmal ist Mama-sein doch nicht so doof.“ „Kind sein auch nicht“, antwortet Motti. Dann kuscheln wir uns zusammen unter die Decke.

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Blogprinzessin ist der Blog mit nordischem Schnack. Ich berichte hier, ohne mich selbst zu Ernst zu nehmen, über meinen Alltag als Mama von 4 Kindern zwischen 6 und 1 Jahr(en).Virtuell bin ich zu finden auf Twitter, Instagram, Facebook und auf Pinterest. Erfahre mehr über mich

5 Comments

  1. Denise BloggerMum

    Wie? Euer Kinderarzt fragt sowas? Unserer fragt auch nur sowas wie „isst er?“ und nie, ob und was. Spart Konflikte und Notlügen der Eltern. Ich kann die Kinder auch verstehen, dieses Fernsehen nach der Uhr. Aber die Motti-Mama ist schon echt großzügig, Dir Kaffee zu zu gestehen. Meine würden sich erst mal rächen und mich aufräumen lassen. Schließlich sollen sie unfairerweise dauernd aufräumen.

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