55 Antworten von einer Elternbloggerin

Über Alu fand ich die Fragen von Raise and Shine, und ich hatte sofort den Impuls meine Antworten in’s Internet zu schreiben. Los geht’s.

Sind Elternblogs politisch?

Ziemlich sicher. Vielleicht nicht alle, und vielleicht werden mir da einige widersprechen. Die Klischeeblogs (die nenne ich einfach mal so, ohne Wertung) mit Content ausschließlich zu Backen und Basteln, die sind vielleicht nicht so sehr politisch. Denn ganz ehrlich? Rezept an Rezept an Rezept ist für mich nicht politisch, sondern praktisch. Natürlich kann man aber auch zu Rezepten was politisches schreiben, aber wenn es nur das reine Rezept ist, dann ist das für mich nicht politisch. Ausser vielleicht wenn man ein typisches Gericht vorstellt das die Freiheitskämpfer während der Französischen Revolution gegessen haben. Ein Kuchenrezept wäre in dem Kontext genial und zynisch zugleich.

Ich finde, nicht jeder Blog muss hardcore politisch sein. Wenn man das mag, gerne, wenn man sich lieber raushält, warum nicht? Allerdings glaube ich, dass dadurch dass in den meisten Elternblogs die Gesellschaft abgebildet wird, die meisten Blogs doch politisch sind, auch ohne mit einem Parteibuch zu wedeln.

Wenn ja, welcher deiner letzten Posts hatte politische Relevanz?

Ich glaube meine letzten Posts waren eher unpolitisch. Aber definitiv gab es hier auch schon politische Posts, z.B. dieser oder dieser.

Muss jeder Elternblog politisch sein?

Wie oben schon gesagt, nein muss er nicht. Ist er aber nach meiner weitgefassten Einschätzung aber vermutlich, ob er will oder nicht.

Wie wichtig ist es dir persönlich, gesellschaftlichen Einfluss zu nehmen?

Ich möchte gerne aufzeigen, dass man mit Kindern trotzdem ganz gut leben kann. Auch abseits der Norm von 2 Kindern, Kindergarten und Eigenheim. Und ich freue mich, wenn ich mit meinem Artikel zu meiner Fehlgeburt geholfen habe das Thema ein wenig aus der Tabukiste zu holen.

Hast du jemals eine Kooperation im Nachhinein bereut?

Ja. Leider ist die Zahlungsmoral einiger Unternehmen nicht so wie ich sie mir wünschen würde.

Welches Unternehmen wäre dein Traumpartner für eine Kooperation?

Apple. Ich liebe ihre Produkte.

Liest du selbst gerne Werbung auf Blogs?

Ja, zum einen um zu sehen wie andere Blogger die Kampagnen umsetzen, zum anderen weil nicht jede Werbung schlecht ist.

Blogger im Interview, 55 Tipps zum Thema Bloggen als Mama.

Was macht deinen Blog besonders?

Dass er auch prima ohne die Kinder funktionieren kann.

Was kannst du besonders gut?

Muster erkennen, Querverbindungen ziehen.

Wen würdest du gerne entfolgen, traust dich aber nicht?

Wenn man jemanden entfolgen wollen würde und den hier benennt, das wäre sehr kränkend.

Würdest du im Nachhinein sagen, dass du deinen Blog naiv angegangen bist?

Nein. Ich hatte ja kein bestimmtes Ziel, das Blog sollte ursprünglich weder besonders groß werden, noch mein Job.

Rezepte, Mode und Schminktipps – darf man als emanzipierte Frau über diese Themen bloggen?

Als emanzipierte Frau darf man über alles bloggen.

Und überhaupt: Vermitteln wir ein einseitiges Frauenbild, wenn wir als Mütter rund ums Muttersein bloggen?

Nein, denn es gibt so viele von „uns“, dass man sich da (wenn man denn wollte) ein sehr buntes Portfolio zusammenstellen kann.

Denkst du manchmal abschätzig über Kollegen und Kolleginnen?

Nein, denn ich denke normalerweise gar nicht über meine Kolleginnen und Kollegen nach.

Was denkt dein Partner über deinen Blog?

Es ist der Job seiner Frau.

Wer unterstützt dich beim bloggen?

Mein Team und natürlich klassisch meine Familie.

Welche Unterstützung würdest du dir wünschen?

Wenn jemand mein Haus putzen würde, wäre das super. Aber das lässt sich ja lösen, dementsprechend wünsche ich mir eigentlich aktuell keine weitere Unterstützung. Denn es ist ja keine Frage des „ob“, sondern nur des „wie“.

Welche Themen kommen in Elternblogs zu kurz?

Erschöpfung, dass die Kinder eben nicht immer ganz fluffig sind, wie sehr einen das Verhalten vom Chef nervt und wie wenig Bock man auf den ganzen gebastelten Krempel hat.

Warum greifst du diese Themen nicht auf? (Oder tust du das?)

Zum Teil mache ich das, zu einem gewissen Teil aber auch bewusst nicht. Ich möchte nicht dass meine Kinder später in Gänze lesen können dass Mama sie auch manchmal ganz schön anstrengend fand. Da kann man dann mal bei ’nem Bier oder ’nem Wein drüber sprechen, aber das muss nicht im Affekt ins Internet gekippt werden.

Hast du schon einmal jemanden getroffen, den du im Netz toll fandest und persönlich unsympathisch?

Ja. Häufiger.

Oder umgekehrt?

Ja, auch das.

Bist du manchmal neidisch auf den Erfolg anderer Blogger?

Nein. Denn ich denke nicht groß über die anderen nach. Und seit man sich Follower, Likes, Shares und sogar Traffic für die Seite kaufen kann, entsteht auch manchmal oberflächlich Erfolg (im Sinne von Reichweite) dort, wo er eigentlich nicht berechtigt ist.

Sind Blogaufrufe ein Indikator für Qualität und Kreativität von Blogs?

Nein, denn das kann man alles kaufen.

Wirst du manchmal für deinen Blog belächelt?

Bestimmt.

Wenn ja: Offen oder hinter deinem Rücken?

Beides.

Jetzt mal ganz ehrlich: Bist du immer authentisch?

Nein, denn jede Art von Öffentlichkeit ist meiner Meinung nach IMMER eine Inzenierung. Selbst beim Einkaufen im Supermarkt ist man nicht so, wie man alleine zu Hause auf’m abgeschlossenen Klo ist.

Geht das überhaupt?

Wie eben gesagt, nein.

Und wollen deine Leser das?

Ich vermute nicht. Denn auch wenn viele Menschen sagen „für mehr Realität auf Instagram“ sind trotzdem die total gestellten Accounts die mit den hunderttausenden Followern. (Wenn wir mal annehmen, das diese echt sind.)

Was muss passieren, damit du aufhörst zu bloggen?

Ich blogge jetzt seit ungefähr 2004 – das genaue Jahr weiss ich nicht mehr-, allerdings damals noch mit Passwort und seit 2010 öffentlich auf Blogprinzessin. Es müsste schon irgendwas sehr signifikantes passieren, wenn ich nicht mehr bloggen würde. Ich meine, ich bin seit fast 14 Jahren schreibend im Internet unterwegs, es ist inzwischen Teil meiner DNA.

Gibt es Posts, die du im Nachhinein bereust?

Nein, denn mit jedem Post habe ich die Möglichkeit zu lernen. Wenn ich mit einem Post auf die Klappe falle, dann lerne ich immerhin etwas davon.

Was fehlt der Eltern-Blogger-Szene?

Keine Ahnung, ich bin nicht tief genug drin, dass ich mir da ein Urteil erlauben würde.

Networking ist alles – bist du dabei aktiv genug?

Ich finde schon. Ob das der objektiven Wahrheit entspricht weiß ich nicht. Mir reicht es so.

Vernetzt du dich gerne mit anderen Bloggern oder tust du es, weil es einfach dazu gehört?

Kommt auf die anderen Blogger an.

Welche Ziele verfolgst du mit deinem Blog?

Ich möchte die Gesellschaft revolutionieren und dafür sorgen dass die Welt sich in die andere Richtung dreht. Auch wäre es nett wenn Deutschland mit seiner tektonischen Platte bitte auf der Höhe des Äquator liegen könnte.

Wird es deinen Blog in drei Jahren noch geben?

Ja klar.

Und in zehn Jahren?

Hoffentlich.

Was kommt nach dem Blog?

Ich verstehe die Frage nicht. Vielleicht Weltherrschaft.

Glaubst du, dass Blogs langfristig eine Zukunft haben?

Es gibt Blogs inzwischen mehr als 20 Jahre. Solange niemand das Internet ausschaltet wird es Blogs geben. Ich denke nur dass die Art wie wir Blogs verwenden sich ändern wird.

Würdest du gerne aus einer Social Media Plattform (Instagram, Facebook und Co.) aussteigen?

Ja, manchmal schon.

Was hält dich davon ab?

Solange meine Leser dort sind, wäre es strategisch ungünstig die Plattform zu verlassen.

Realität oder Inszenierung – Was möchtest du auf Instagram sehen?

Eine gute Mischung.

Wie lange noch, bis der nächste „heiße Scheiß“ Insta und Pinterest ablösen wird?

Hat es doch schon. Fragt mal einen Teenager.

Würdest du dich über eine neue Social Media Plattform freuen?

Eine neue Plattform bietet neue Möglichkeiten. Also ja, ich würde mich freuen.

Oder hättest du Angst davor?

Nein, wieso sollte ich davor Angst haben?

Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?

Ich wollte dass Menschen meine Texte lesen können, die nicht bei der abgeschlossenen Plattform, auf der ich geschrieben hatte, angemeldet waren.

Bist du stolz auf das, was du tust?

Klar!

Machst du dir manchmal Sorgen um deine Daten und um die deiner Familie?

Im Sinne von: Wird ein gruseliger Freak vor meinem Fenster stehen? Oder im Sinne von: Die Daten werden verkauft an Firmen die dafür sorgen dass gruselige Menschen Politiker werden?

Welcher Kollege / welche Kollegin fasziniert dich (als Blogger und als Mensch)?

Gary Vaynerchuck.

Weil ich ihn eigentlich unsympatisch finde, andererseits hat er aber im Gegensatz zu vielen anderen eine klare Meinung.

In welchem Bereich würdest du dich gerne weiterbilden?

Geldanlagen.

Was würdest du gerne an deinem Blog verändern?

Da habe ich grade nichts.

Hast du Texte im Entwurfsordner, für deren Veröffentlichung dir der Mut fehlt?

Nein.

Liest du Blogs aus persönlichem Interesse oder aus strategischen Gründen?

Beides.

Welchen Elternblog hast du selbst als erstes gelesen?

Den Blog von Frau Elch.

Liest du diesen Blog auch heute noch?

Nein.

Oder gibt es ihn vielleicht gar nicht mehr?

Es gibt ihn tatsächlich unter der alten Adresse nicht mehr. Aber sie bloggt noch hier.

 

Dankeschön fürs Lesen!

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By |2018-06-12T19:26:56+00:0012. Juni 2018|Categories: Ich schreibe|Tags: |0 Comments
Blogprinzessin ist der Blog mit nordischem Schnack. Ich berichte hier, ohne mich selbst zu Ernst zu nehmen, über meinen Alltag als Mama von 4 Kindern zwischen 6 und 1 Jahr(en).Virtuell bin ich zu finden auf Twitter, Instagram, Facebook und auf Pinterest. Erfahre mehr über mich

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