Dazumal: 4 Unser neues Leben

Es ist 11:16 Uhr während ich diesen Beitrag tippe. Mittags!

Oder fast noch Vormittags, denn und ich feiere das grade arg, ich habe neuerdings vormittags Zeit zum Arbeiten. Ich wusste ja gar nicht wie schön das sein könnte. Unsere neuen Tage starten jetzt so:

6:30 Uhr – Aufstehen, auch die Kinder

6:40 Uhr – Anziehen, Haare bürsten, Zöpfe machen

7:00 Uhr – Frühstücken und danach Zähne putzen

7:30 Uhr – Morgenaufgabe machen

7:30 Uhr – 8:15 Uhr – Alle Kinder haben noch Zeit miteinander zu spielen

8:15 Uhr – Abmarsch zu Hause. Alle Kinder kommen mit. Der Dino in seinem Wägelchen, Motti mit Ranzen, die Zwillinge mit dem Kuscheltier des Tages.

8:30 Uhr – Mit viel Zeit für Trödeln und Bagger anschauen und Leuten „Moin“ sagen, kommen wir an der Schule an. Die erste Woche sollten wir Motti immer bis zum Schultor bringen, seit ein paar Tagen sagt sie schon in der Kiss-and-Go Zone für Autoeltern „Tschüss“. Alle Kinder knuddeln nochmal Motti, es gibt reihum Küsschen für alle (und wenn ich mich in Erinnerung bringe auch mich) und dann stapft sie Richtung Schultor und Schulgebäude los. Ab 8:40 Uhr kann sie in ihre Klasse, ohne das wir die Frühbetreuung buchen müssten.

Unterrichtsanfang ist um 8:50 Uhr, eine völlig humane Zeit wie ich finde.
Meine Mädels üben ganz selbstverständlich den Schulweg mit ihrer großen Schwester.

Motti ist schon hinter der nächsten Ecke verschwunden.

Ist Motti verabschiedet, drehen sich die „Schulwegdetektive*“ um und wir machen uns wieder auf den Heimweg. Am Montag lösten wir den Fall von „Wawi und das geheimnisvolle Schnaufen“ (Sie war erkältet) und heute mussten die Schulwegdetektive das Geheimnis der verschwundenen Zahlen lösen. (Jeder der eine Zahl sieht, nennt diese und „findet“ sie damit wieder.) *Erfindung von Wawi, inklusive „Bandenparole“.

So ist man schwupp-di-wupp wieder an unserem kleinen Häuschen. Für mich gibt es dann immer erstmal** den zweiten Kaffee des Tages. Danach mache ich meine Morgenaufgabe (heute war es Wäsche zusammensammeln und anstellen) und die Zwillinge verschwinden ins Kinderzimmer um endlich ungestört auf dem Tablet die Hörspiele zu hören, welche ihnen gefallen. **ausser der Dino funkt mir mit Gebrüll dazwischen.

Da ist es dann meistens gegen 10:00 Uhr und ich schaue mich neuerdings verdutzt um. Denn WAS ZUR HÖLLE MACHE ICH JETZT? Der Dino spielt, die Mädels genießen dank Deezer ihre Hörspiele und ich? Ja, ich setze mich dann tatsächlich an den Rechner und tippe. Es ist mir ein wahres Fest, denn ich KANN ENDLICH WIEDER ARBEITEN. Was total narzistisch und Karrieregeil klingt ist in Wahrheit nur mein lang vermisstes ich, dass einfach nur aus unserem Alltag berichten will. Das kann ich jetzt wieder. Ladies und Gentlemen! Schnallen sie sich an. Blogprinzessin  ist wieder da. Lest ihr mit?

Motti hat jeden Tag verlässlich um 12:25 Uhr Schulschluss. Das ist hier so das Konzept „verlässliche Grundschule“, es fällt auch kein Unterricht aus, sondern sie hat die ersten 4 Jahre immer bis 12:25 Uhr. Finde ich total klasse. Wenn ich mich da an meine Schulzeit erinnere, da fiel eigentlich immer irgendwas aus. Auch zu Grundschulzeiten. Ich mag mir gar nicht ausmalen was das für meine Mama (Alleinerziehend in Vollzeit) bedeutete, wenn ich -mal wieder- früher aus der Schule nach Hause kam. Gut irgendwann gab es einen Schlüssel, aber in der Grundschhule bin ich dann meistens mit zu Freunden, wenn ich mich recht erinnere…

Mittags hole ich sie dann entweder mit allen Kindern wieder ab, oder laufe alleine schnell rüber. Das ist der Fall, wenn Marc Mittags zu Hause ist und in der Zeit Mittagessen kocht. Manchmal ist Schichtdienst eben doch sehr praktisch.

Am Schultor kommt mir Motti dann immer mit ihrer Freundin (und meist deren Schwester) entgegen, wir bringen die beiden zu sich nach Hause (liegt auf dem Weg). Es folgen lange Abschiedsszenen und „bis Morgen“ „Tschüss“ „Nein du sagst zuerst tschüss“ „Nein, du“ und dann gehen wir  zu uns nach Hause. Dort wartet meistens schon ein Begrüssungskommando aus Dino und den Zwillingen (und Marc) und es gibt erstmal Mittagessen. Nach dem Mittagessen werden Hausaufgaben gemacht und wenn nicht grade Donnerstag/Freitag/ ist, dann gehen leider die Termine los. Schwimmkurs, Was anderes, Schwimmkurs und alles was sonst noch so ansteht. Einkaufen und der normale Blödsinn. Ich habe mich ja bisher immer gewundert, wieso mit Schulbeginn einige meiner liebsten Freunde plötzlich keine Zeit mehr haben. Jetzt weiß ich, alles was man vorher unter der Woche machen konnte, verlagert sich aufs Wochenende, logisch das da dann irgendwie auch keiner mehr Zeit hat.

Ich gebe zu, ich dachte wirklich es würde „schlimmer“ werden. Vorallem für mich, die frühes Aufstehen nur durch Disziplin kann und nicht aus innerem Lerchenantrieb. Aber es geht erstaunlich gut. Und das Beste: Kein bis kaum gemotze mehr, man wäre ja noch gar nicht müde. Denn spätestens um 19 Uhr sind sich hier alle Kinder einig, dass sie ins Bett wollen (und auch sollten).  Nur der Dino tanzt manchmal noch aus der Reihe, aber der darf das auch, dafür schläft er JEDE NACHT DURCH. Und jetzt wo ich das geschrieben habe, macht er das bestimmt nicht mehr. Man darf sowas nämlich nicht aufscheiben, wisst ihr?

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Dankeschön fürs Lesen!

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By |2018-09-06T16:50:23+00:006. September 2018|Categories: Familienleben|Tags: |2 Comments
Blogprinzessin ist der Blog mit nordischem Schnack. Ich berichte hier, ohne mich selbst zu Ernst zu nehmen, über meinen Alltag als Mama von 4 Kindern zwischen 6 und 1 Jahr(en).Virtuell bin ich zu finden auf Twitter, Instagram, Facebook und auf Pinterest. Erfahre mehr über mich

2 Comments

  1. Nicole G am 6. September 2018 um 15:07 Uhr - Antworten

    Toll wie sich bei Euch alles eingespielt hat und naklar ich lese mit :-D. Liebe Grüße, Nicole.

  2. Mimi am 7. September 2018 um 21:44 Uhr - Antworten

    Wow eine coole Schule habt ihr da, ich wusste gar nicht, dass es sowas in Deutschland gibt!! Schulbeginn um 8.50 und jeden Tag zur gleichen Zeit Schulschluss. Ein Traum!
    Bei uns (wir wohnen in NRW) fängt die Schule leider schon um 8.00 an, und Unterrichtsende ist jeden Tag unterschiedlich. So kommt es, dass meine Kinder (2. und 4. SJ) nur an einem Tag in der Woche gleichzeitig Schule aus haben. Da wir zu weit weg wohnen und ich mit dem Auto fahren muss, ist das sehr nervig!
    Ich wünschte, man würde alle Schulen so anpassen wie eure. Und auch den späteren Unterrichtsbeginn finde ich toll!!!

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