Haushaltstipp einer 4-Fachmama. Manches sollte man einfach auslagern. Hecke schneiden zum Beispiel.

Der Heckenschnitt und ich

Lesezeit: 3 Minuten

Ich hatte euch ja schon vor ein paar Tagen erzählt, wieso wir einen professionellen Garten- und Landschaftsbauer beauftragt hatten. In Kürze: unsere Hecke ist ein Monster, ich habe vier Kinder, einen Job und einen in Vollzeit arbeitenden Mann.

Da ich leider nicht mit dem Wettergott auf Du bin, entschied dieser regelmäßig, dass es doch bitte zu heiß, zu kalt oder zu regnerisch sein soll, wenn Marc mal frei und damit genug Zeit dafür gehabt hätte, die Hecke zu schneiden. Ich mag meinen Mann echt gerne. Und wenn er denn mal zu Hause ist, verbringe ich auch gerne Zeit mit ihm. Richtig gelesen. Mit ihm. Nicht mit ihm, der Heckenschere und 237102397 Blättern und 2376374947835 fliegenden Monstern die in der Hecke wohnen.

Also beauftragten wir Edward. Da wir aber mit Edward besprochen hatten, dass er nur schneidet und wir den Heckenschnitt selbst beseitigen wollten, mussten wir auch selbst ran. Beziehungsweise ich.

Die Kinder spielten im Garten, ich sammelte Heckenschnitt auf. Dann dachte ich an die Igel und machte an einer entlegenen Stelle des Gartens einen riesigen Laubhaufen, zum überwintern. Der Haufen war wirklich riesig, da würde ja gar nicht mehr so viel übrig sein, dachte ich und drehte mich um. Ich schaute verdattert die Hecke entlang. Groot hatte wohl extra noch etwas mehr Heckenschnitt abgeworfen, denn es sah genauso aus wie bei meinem jämmerlichen Versuch die Hecke zu schneiden. Man erkannte einfach keinen Unterschied. Aber wat mutt dat mutt, wie man hier oben sagt, ich fuhr also Schubkarrenladung um Schubkarrenladung zum Misthaufen. Am Ende meiner Arme war noch immer so viel Heckenschnitt übrig.

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Ich seufzte und blickte auf. Ein Rentnerehepaar kam des Weges spaziert und rief mir „Na Sie sind aber fleissig!“ zu während sie unsere Hecke abschritten. „Nunja“, antwortete ich, „was muss das muss! Ich kann das ja nicht ewig hier liegen lassen. Ist ja öffentlicher Grund auf dem das hier liegt.“ „Wohl wahr wohl wahr!“, riefen sie zustimmend zurück.

Ich schob weiter und weiter. Zusammenkehren, aufsammeln, in die Schubkarre plumpsen lassen, zusammenkehren, aufsammeln, in die Schubkarre plumpsen lassen…ein niemals endender Kreislauf an stupider Tätigkeiten. Die Tätigkeit erledigte mein Kopf quasi auf Autopilot. Nach einer längeren Weile stand das Rentnerpaar wieder neben mir. „Sie sind ja noch immer am machen. Wären wir ein paar Jahre jünger, wir würden Ihnen ja helfen…“ „Ach wissen Sie, Sie haben in ihrem Leben bestimmt schon viel mehr Heckenschnitt weggebracht“, antwortete ich keuchend. „Nunja…“ antwortete mir die Frau. „Eigentlich hat das immer mein Mann gemacht. Ist ja auch Männerarbeit. So anstrengend und so.“ Dann gingen sie weiter. Ich blieb ratlos zurück.

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Wenn also Heckenschnitt aufsammeln und wegbringen „Männerarbeit“ ist, wer macht es denn dann, wenn kein Mann da ist? Dann macht es doch ganz logisch die Frau. Wie war das denn früher? Also so in den 1950er Jahren? Als die Nachbarn noch viel häufiger hinter den Gardinen klebten. Die Männer verliessen morgens das Haus und kamen abends wieder zurück. Am Wochenende hatte „Mann“ frei, und das war also der einzige Tag an dem „Mann“ so Sachen wie Rasen mähen, Heckenschnitt entsorgen etc. machen konnte. Was wenn es regnete? Blieb der Kram dann tatsächlich liegen bis zum nächsten Wochenende?

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Ich bin überfragt. Haben sich Hausfrauen mit ihrer Kittelschürze in der Deckung der Nacht in die Gärten geschlichen? Damit nicht aufgefallen ist, dass der Heinz-Karl schon wieder keine Zeit gehabt hatte? Vielleicht ist die Antwort ganz einfach, vielleicht hat dann der Mann der Nachbarin den Heckenschnitt mitgenommen. Sind wir heutzutage alles Egoisten? Andererseits wäre meine Laune jetzt auch nicht überragend, wenn ich nach unserem Heckenschnitt aus reiner Nettigkeit auch noch den unserer Nachbarn wegräumen müsste…Vermutlich bin ich da selbst zu egoistisch veranlagt?

Leider sind meine Großeltern schon alle verstorben, und ich kann sie nicht mehr Fragen wie man das damals gemacht hat. Vielleicht habt ihr ja noch welche und könnt stellvertretend für mich fragen? Es würde mich WIRKLICH interessieren.

Hier im jetzt macht sowas eben derjenige (oder diejenige) die grade zu Hause ist und Zeit hat. Aber bei uns liegt das dann auch manchmal eine Weile. Unsere Nachbarn sind eh noch völlig berauscht von unserer wunderschönen Hecke. Das hält hoffentlich bis nächstes Jahr. Vielleicht putze ich dann auch mal wieder die Fenster. Wenn das mit der Hecke abgeklungen ist.

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Dankeschön fürs Lesen!

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