Kinder und Katzenbabys. So bringst du das Internet zum explodieren.

Aus mir wird in diesem Leben kein früher Vogel mehr

Lesezeit: 4 Minuten

Ich brauche Wochenende. Zum Glück dauert es nicht mehr lange und dann IST Wochenende, ich Glückspilz.

Mein Problem ist dabei nicht meine Arbeit, die mag ich sehr, sondern die Schule. Die fängt verglichen mit anderen schon sehr spät an, aber ich bin doch eine Eule. Zwischen 22 Uhr und 0 Uhr bin ich super wach (wer mir auf den Social Media Kanälen folgt merkt das) und morgens um 7:00 Uhr ist einfach nicht meine Zeit.

Die Kinder dagegen sind kleine Lerchen (oder Lärchen?). Sie springen morgens sofort aus dem Bett, sind kein bisschen mehr Müde und plappern ab dem Moment an dem sie die Augen aufgemacht haben und auf einen anderen Menschen treffen.

Ich nicht.

Ich mache meine Augen nur sehr Widerwillig auf, hebe Tonnenschwer Lieder und habe das Gefühl aus dem Koma auferstanden zu sein.

Im Halbschlaf gibts hier also das Übliche: Kind fertig machen, mich fertig machen nebenbei das Baby fertig machen. Eigentlich will ich einen Kaffee trinken, aber 1000 Kleinigkeiten kommen dazwischen. Wie zum Beispiel:

Kaffee 1.0 nur unterbrochen von:

– Kind verabschieden
– Tobende Katzenbabys aus meiner Tasse ziehen
– Den Dino davon abhalten einen Schluck zu nehmen
– Spüler füllen und anstellen
– Katzen füttern
– Dino vom sich & die Wände mit nicht weggeräumten Stiften anmalen abhalten

Danach war mein Kaffee natürlich kalt. Also kippe ich neuen hinzu, so lange bis er wieder als „warm“ durchgeht. Bei kaltem Kaffee muss ich würgen, kein Witz, daher ist für mich Eiscafe auch nix.

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Der Vormittag fliegt nur so an mir vorbei, am Mann auch, der darf nämlich schlafen. Ruck Zuck ist es schon kurz vor 13 Uhr und Motti ist noch nicht wieder da. Was ich nur daran bemerke, das ein Elternteil eines Klassenkameraden bei uns anruft und fragt ob das dazugehörige Kind bei uns wäre. (Die beiden gehen immer zusammen nach Hause.) Marc und ich schauen uns kurz um, nein, keine Schulkinder plötzlich aufgetaucht. Aber noch während des Gesprächs sehen wir Motti durchs Gartentor kommen, das andere Kind winkt noch und trottet dann weiter. Fremdes Elternteil beruhigt.

Kinder und Katzenbabys. So bringst du das Internet zum explodieren.

Hmm, ich war noch gar nicht beunruhigt. Gut, hat wirklich lange gedauert, habe ich heute aber gar nicht registriert. Das wir doch etwas später im Zeitplan lagen, merke ich erst daran, dass ich die Zwillinge ohne Mittagessen (aber mit Apfel) losscheuchen muss, die haben noch einen Termin.

Motti und Marc kämpfen sich derweil durch die Hausaufgaben. Das klingt jetzt dramatischer als es ist, aber unserem Kind fliegt Mathe aktuell eher zu und Deutsch ist komplizierter. Da sie glaubt dass das „zufliegen“ der normale Standart ist wie sich Schule anfühlen muss, denkt sie natürlich das es unglaublich schwer ist. Nach einer halben Seite merkt sie dann auch – so schwer ist das gar nicht und gut ist sie darin auch, wenn sie sich konzentriert und nicht nur schwafelt.

Notiz an andere Erstklässlereltern:

Haben eure Erstklässler auch in der Schule immer „nichts“ gemacht und auf „Wie wars“ antworten sie nur stumpf „Super“?

Manchmal braucht es gar nicht viel Exklusivzeit mit den Kindern, manchmal reichen 10 Minuten im Wartezimmer.

Wawi und Nini unterdessen verhalten sich wie kleine Musterschülerinnen im Wartezimmer und bauen mit Bausteinen. Erst die eine, dann die andere. Beide haben unabhängig von einander das gleiche Ziel: Der Turm soll höher werden als sie selbst.

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Tür auf Nini rein, Tür zu. Wawi baut.  Dann, nach 45 Minuten, geht die Tür auf, Nini kommt raus, Wawi geht rein, Tür zu. Nini baut.

Die andere Mama und ich im Wartezimmer lachen. Weil es so aussieht als würde noch immer das gleiche Kind bauen, nur mit anderen Kleidungsstücken am Körper. Sie sagen sogar die gleichen Sätze und machen die gleichen Konstruktionsvorschläge für ihre Türme. Verrückt.

Die andere Mama, ist übrigens die nette Mama die letztes Mal den Kotzeeimer hielt, während ich den Ranzen aus dem Strahl rettete. Man soll nicht sagen das Kinder nicht Menschen einander näher bringen können.

Um 15:30 Uhr schaffen wir es endlich aus dem Wartezimmer, in dem ich nebenbei bemerkt hätte 380 Nickerchen halten können. MÜDE. Zuhause werde ich vom jauchzenden Dino begrüßt und Marc und ich klatschen uns ab. Er macht den Kaninchenstall sauber und fährt dann zur Arbeit. Ich sorge dafür das die ausgehungerten Zwillinge was zu essen bekommen, und bewache den Dino-Terminator.

Bewachen ist wirklich das richtige Stichwort, denn entweder habe ich es vergessen oder die Mädchen waren nie so. (Und das meine ich gar nicht wertend-negativ sondern eher als Fakt.) Während ich mich bei den Mädels immer gefragt habe, was andere denn meinen wenn sie sagen: „Bin völlig fertig! Macht nur Unsinn. Muss ständig aufpassen.“ Oder der Klassiker „Rennt im Supermarkt immer weg und daher hasse ich einkaufen mit Kleinkind“, kann ich jetzt sagen ACH DAS MEINTET IHR. Ich hatte ja wirklich keine Ahnung…. Man muss ja wirklich alle 10 Sekunden schauen was grade wieder los ist, weil sonst der Dino vielleicht ansetzt um die U-Hefte zu zerreißen oder mit den Pinselstiften seine Zunge anmalt. Oder das U-Heft.

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Gahahaha. Da wird man ja bekloppt bei. Ich meine: Puuh, das ist voll anstrengend!

Morgen schaue ich mal, wann genau das Auto eigentlich zum TÜV muss, mir dünkt das ist im März. Naja, immerhin ist bald Wochenende. Und der Nachtdienst vorbei!

———

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4 Comments

  1. Carolin

    Oh ja, ich fühle mit dir. Was hier noch erschwerend hinzu kommt, wenn sie früh raus müssen, heißt bei uns 6.30 aufstehen, schlafen sie garantiert noch. Können sie länger schlafen bis 7 Uhr oder ausschlafen am Wochenende, sind sie zu 90% früher wach.

    Und ja, meine 1. Klässlerin macht meistens nichts oder vergessen in der Schule. Manchmal auch „einen neuen Buchstaben“ das aber eher selten.

    Liebe Grüße
    Caro

  2. Yvonne van Brakel

    Moin!
    Unsere Große meinte immer nur auf die Frage „Wie war es in der Schule?“ „Gut!“ , „was habt ihr gemacht?“ „Gelernt“

    Fragst Du aber nicht, heißt es gleich: „Du magst mich ja gar nicht mehr….“

    Unsere Zweite erzählt manchmal etwas. Zum Beispiel mit wem sie so gespielt hat in der Pause. Vom Unterricht gibt es keine Infos, außer von Geometrie (eigentlich Religion, aber die große Schwester hat das und woher soll ein ERstklässler wissen wat dat is?), das gefällt ihr nämlich und von Kunst erzählt sie, manchmal.

    Bei uns ist das andersherum mit dem Wild sein und Ruhig sein…
    Unsere Mädels sind schon immer eher als wild einzustufen. Die Große konnte ich im Laden alleine laufen lassen und wusste immer, dass sie mich findet und ihre Finger von allem lässt. Die Zweite musste IMMER in den Einkaufswagen, leider ist sie nun zu groß… Denn sie konnte ihre Finger nie bei sich behalten und heute auch nicht, hab es aber rechtzeitig bemerkt…
    Der Lütte sitzt meist im Wagen, weil es so schön bequem ist geschoben zu werden ;-) . Der geht nirgendwo dran im Laden. Er ist von Anfang an die Ruhe in Person (mit den Schwestern zusammen lässt er wohl auch gerne mal die „Sau raushängen“) – Er ist so ein Kind, das Mittags schläft (egal wie lange….) und Abends dennoch zur eigentlichen Schlafenszeit im Bett ist und schläft….
    Das kannte ich vor ihm nur vom Hören sagen. Die Mädels waren selbst nach 5 Min. Powernapping fit wie ein Turnschuh und das bis mindestens 23 Uhr…

    Gut, dass sie nun meistens nicht mehr Mittags einschlafen und hier in der Regel spätestens um 21 Uhr schlafen. :-)

    Dann bin ich mal auf die weitere Woche gespannt. Mit den ganzen Abenteuern, die einen so erwarten können.
    Liebe Grüße.

  3. Feli

    Das mit den kurz angebundenen Antworten ist glaube ich ein allgemeines Kinder-Phänomen und nicht auf Erstklässler beschränkt 😬
    Habe das seit 2 Jahren „wie wars im Kindergarten?“
    „Gut“ „Was hast du gemacht?“ „gespielt“ 🤪
    Und der 2-jährige Mini fängt auch schon an..
    „Wie wars bei S. (Tagesmutter)“ „ssön“ „Was hast du gemacht?“ „Eisenbahn“ 🥰

  4. Sandra

    Guten Morgen, da hast du ja Glück, das deine Kids munter aus dem Bett springen. Da beneide ich dich :) Bei uns ein einziges Theater.. Abends keine Lust ins Bett zu gehen und früh bringe ich sie kaum aus dem Bett.

    Ich muss ja auch noch auf Arbeit. Jeden Morgen das selbe. Aber was gut ist, Wochenende schlafen sie auch länger. Und Mama darf auch ausschlafen :)

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