Du bist eine doofe Mama, ich wünschte ich könnte mal Mama sein.

Wie wir das mit den Medien handhaben

Lesezeit: 3 Minuten

Spätestens mit zwei oder drei Jahren, kommen Kinder in der heutigen Zeit mit Medien in Berührung. Das ist natürlich keine belegbare Studie, sondern nur meine Beobachtung aus dem Bekanntenkreis.

So gut wie alle Eltern sind dann an einem Punkt des Mama Mama Mama Mama Mama Mama oder Papa Papa Papa Papa Papa und des Schlafmangels angekommen, dass sie grunzend die Kinder vor eine Folge Trotro, Conni oder einen anderen ihrer lustigen Freunde setzen.Einfach mal fünf Minuten durchatmen. Nichts müssen. Vielleicht sogar auf die Toilette gehen, ohne das kleine Fingerchen zombieartig unter der Tür durchschauen.

Aber. Dann ist es halt geschehen. Die Kinder haben Medien entdeckt, beziehungsweise wurden ihnen vorgestellt. Kinder das ist Kinderfernsehen, Kinderfernsehen dass sind die Kinder.

Das was uns Eltern gemeinschaftlich durchschnaufen lässt, ist das “hypnotisierte Kaninchensyndrom”. Die Sendung geht an, die Kinder starren auf den Bildschirm und bewegen sich nicht mehr.

Je nach eigenem Erziehungsanspruch bricht nach ein, zwei “Kaninchensessions” der Angstschweiss aus. Denn, die wenigsten Kinder machen dann das, was die meisten Menschen für “sozial verträglich” halten. Sie schalten eben nicht ab. Netflix und Co sind auch gar nicht aufs “abschalten” oder “dreh doch mal wieder ne Runde (draußen)” programmiert. Die wollen alles, aber nicht das wir oder die Kinder abschalten. Verständlich aber lästig. Mit Apps auf dem Tablet, Handy oder der Spielekonsole ist es ähnlich. Die wollen auch alle das bloß niemand abschaltet. Findige Entwickler haben sich nun dafür Möglichkeiten ausgedacht, die Eltern dankbar annehmen. Zeitlimits und “Bildschirmzeit”.

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Wer einmal einem Feuerwehrmann Sam schauenden Kind den Stoff abgedreht hat, der weiß es ist gefühlt niemals genug gewesen und eine Folge geht noch. Wieso also die blödeste Mami der Welt sein, wenn das die Zeitbegrenzung übernehmen kann? Die diskutiert nicht, der ist es egal das sie nicht zum Kindergeburtstag eingeladen wird und noch egaler dass das Kind sie nicht mehr lieb hat. Die schaltet ab. Gnadenlos.

Eigentlich ein super Vorteil. Wären da nur nicht die unreifen Gehirnareale von Kindern. Der präfortale Kortex beherbigt nämlich die Selbstkontrolle, eine der Zuständigen Instanzen liegt übrigens direkt über den Augen, verrückt oder? Selbstkontrolle.ist allerdings etwas was man lernen  bzw. üben muss, das ist nicht von Geburt an da. Wer Beweise will: Schaut mal auf dem Spielplatz die buddelnden Kleinkinder an. Einer nimmt dem anderen das Schäufelchen weg, und rumms schon wird das andere Kind mit Sand beworfen. Wäre da die Selbstkontrolle und die Impulskontrolle schon ausgeprägt würde das Kleinkind erkennen, dass es vermutlich nicht ideal ist mit Sand zu schmeissen und das besser ausdiskutiert werden sollte.

Selbstkontrolle kann man ganz wunderbar lernen, wenn man selbst bestimmen kann wann der Bildschirm ausgeschaltet wird. Damit meine ich nicht unbedingt “schauen bis der Arzt kommt”, sondern eher dem etwas größeren Kleinkind die Fernbedienung in die Hand zu drücken und zu sagen: “Die Folge noch zu Ende schauen und dann machst du bitte aus.”
Ja, das mit der Zeitkontrollapp wäre einfacher, denn vielleicht klappt das mit der Selbstkontrolle noch nicht sofort. Aber ihr nehmt so eurem Kind eben auch die Chance etwas zu lernen und zweitens, niemand hat gesagt das Kinder aufziehen einfach wäre. Meistens ist es das Beste der Welt, auch wenn man die blöde Arschkuhmama ist.

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Dankeschön fürs Lesen! Wie handhabt ihr das mit den Bildschirmen in eurem Haushalt?

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3 Comments

  1. Yvonne vB

    Da bin ich wieder ;) …
    Bei uns ist es sehr unterschiedlich.
    Bei gutem Wetter spielen die Kinder viel draußen. Dann gibt es auch mal kein TV oder 1-2 Lieblingsfolgen, denn wir schauen auf dem Laptop…
    DAS klappt tatsächlich nahezu selbstgesteuert…. und nach der abgesprochenen Folge macht tatsächlich unsere Große (9) die Läppi zu.

    An regnerischen und stürmischen Tagen machen wir auch schon mal Heimkino. Dann dürfen sie die Filme via Beamer schauen und das ist mega gut. Da sprechen wir auch ab, was bzw. wie lange geschaut wird.

    Dann gibt es diese Tage, an denen ich selber meinen Hintern nicht hoch bekomme. Das sind die Tage, an denen die Kinder fragen: „Dürfen wir noch eine Folge schauen, herzallerliebste Mami?“ Wenn sie dann nicht raus können, weil kalt/ regen oder so, dann sag ich meist unkontroliert ja. Denn dann kann ich auch mal eine Stunde durchatmen, ausruhen… Auch wenn es nicht pädagogisch wertvoll ist, finde ich es ab und an vollkommen ok.
    Meist ist es dann eher beim nächsten Mal schlimm, wenn ich dann sagen muss: „Das gestern war eine Ausnahme. Heute gibt es nur 2 Folgen!“ :-)

  2. Anna

    Wieder einmal danke für den Artikel!
    Bei uns ist das tatsächlich ein bisschen anders, auch, weil wir keinen Fernseher haben (weniger aus Prinzip, eher, weil es sich nie so richtig ergeben hat). Unsere Kinder sind 1,5; fast 3 und gerade 7 Jahre alt und sehen deshalb in unserem Familienalltag nie fern. Irgendwie hat sich das bei uns nie so etabliert; das ist auch echt gar kein Diskussionsthema oder so. Vielleicht auch, weil die Große noch klein ist? Ich weiß nicht, wie wir das später mal mit Medien machen, die wir auch nutzen (Stichwort Smartphone). Das sind dann ja Dinge, die die Kinder auch an uns Eltern sehen, weil wir zwar nicht fernsehen, aber am Computer arbeiten, Smartphones nutzen usw.

  3. mary graupner

    Unser Tochter wird im September 3 und hat mit Medien früh Berührung gehabt : mit Büchern. Etwas anderes kennt sie bisher kaum
    Ich schaue kein Fernsehen mit ihr .Unbewusst hat sie schon mal kurz auf den Bildschirm geschaut als Fußball oder Eishockey lief ubd trotzdem kann auxh ich ruhig aauf Toilette gehen oder habe mal 5 Minuten für mich.
    Kinder in dem Alter können rein von den Voraussetzungen des Hirns gar nicht verarbeiten was ihre Augen im Tv sehen und es richtet nachweislich bleibenden Schaden an wenn man es soch regelmässig zulässt.
    Wie andere Mütter das handhaben ist mir ehrlich gesagt egal und ich mag darüber auch nicht urteilen
    Meine Tochter wird solange es geht kein Fernsehen schauen. Zumal wir im Alltag sowieso kaum Zeit dafür hätten.

    Liebe Grüsse Mary

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