Alltag bei uns: Wir finden uns noch

Lesezeit: 3 Minuten

„Wir sind so gut in der Zeit, wir sind so gut in der Zeit wir sind super-duper-gut in der Zeit“ singe ich und greife am Donnerstag zu meinem Kaffee. Grade als ich ihn an den Mund setzen möchte klingelt das Telefon.

„Nanu?“, denke ich. „Wieso ruft denn der Klassenlehrer der Zwillinge mich an? Naja, vielleicht irgendeine last-Minute-Info das sie irgendwas mitbringen sollen.“

Die Große hatte ich pünktlich zur Schule geschickt, als Drittklässlerin hat sie nun die Ehre jeden Tag zur ersten Stunde kommen zu dürfen.

Die Erstklässler*innen kommen an unserer Schule dagegen immer zur zweiten Stunde und die Zweitklässler*innen haben an drei Tagen zur zweiten Stunde und an zwei Tagen zur ersten Stunde. Quasi ein sanftes ranführen an das frühe aufstehen.

„Na dann mal sehen was Herr Schulz will“, denke ich und greife zum Hörer.

„Ja, hallo?“

„Hallo Frau Blogprinzessin, sagen Sie kurz… haben Sie die Zwillinge für heute abgemeldet?“

„WAS? Wieso das denn? Nein, die sind fit für den Tag und super in der Zeit.“

„Naja… sagen wir mal so… wir stehen hier alle schon auf dem Sportplatz.“

Ich gebe zu, in dem Moment wurde mir etwas heiss und kalt und schwindelschwitzig. SPORTPLATZ? WIR? MOMENTCHEN.

„Nein! Die Zwillinge haben heute zur ersten Stunde?“

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Noch mit dem Lehrer an der Hand renne ich zum Stundenplan. Tatsache. Donnerstags in der ersten Stunde Sport.

„Oh nein! Wir gehen sofort los!! Muss ich Ihnen jetzt noch irgendwas schreiben? Eine Verspätungsentschuldigung oder so?“

Der Lehrer lacht: „Nein nein. Jetzt weiss ich ja das die beiden gleich hier sind. Bis gleich dann!“

Ich lege auf.

„WAWIIII, NINIIIIII  ihr müsst loooooos!“ rufe ich diplomatisch-hektisch, während ich auf einem Bein hopse und mit der anderen Hand dem Dino Sandalen an die Füsse werfe.

Wawi und Nini verstehen die Welt nicht. Handtellergroß werden die Augen, als ich ihnen erkläre wieso wir JETZT SOFORT LOS MÜSSEN.

„Aber fahren wir mit dem Auto?“ fragt Nini hoffnungsvoll.

„Nein, das hat Papa! Wir müssen sehr flott laufen. Aber nicht rennen! Und auf die Autos achten und kommt ihr?“

Wir fliegen mit dem Dino an der Hand durch die Tür. Ich reiße das Fahrrad aus dem Schuppen und setze den Dino in den Fahrradanhänger. Die Zwillinge laufen-nicht-rennen vor.

Der Dino und ich fliegen auf dem Rad hinterher.

KNACK.

„Was wie KNACK? und wieso gehen die Pedalen plötzlich so komisch? Warum komme ich so schlecht vorwärts?“

Ich schaue vorsichtig unter mich.

„Schneller Mama, wir müssen die Mädchen einholen!“, schreit der kleine Gladiator hinter mir und knallt mit der imaginären Peitsche.

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Mama, also ich, steige allerdings lieber ab. „Mist! Die Kette ist abgesprungen“.  Ich lasse den Gladiator aussteigen.

Der Gladiator findet das nicht so gut, folgt aber meiner bitte.

Ich überlege, dann erinnere ich mich, dass der Mann letztens das selbe Problem hatte und das irgendwie mit Pedale drehen und Kette auflegen gelöst hatte.

Ich drehe und starre auf die Kette.

Nichts passiert.

Ich drehe nochmal.

Die Zwillinge sind irritiert. Es passiert nichts. Die Kette springt leider nicht wieder magisch auf das Zahnraddingsda auf.

„Geht einfach weiter, passt auf und ich hole euch eh nicht mehr ein“.

Die Zwillinge traben weiter zur Schule.

Der Dino-Gladiator-Imperator starrt mich missmutig an.

Ich schiebe das Rad mit dem Anhänger wieder nach Hause.

„Dann müssen wir eben laufen“, sage ich zum Dino.

Der Imperator will auf den Arm.

Es sind 33 Grad. 15 Minuten. 1 km und ein Tennisarm als wir am Kindergarten ankommen.

Schweissüberströmt setze ich meine Maske auf und öffne die Tür.

„Hallo Hallo ich bin jetzt endlich da!“, ruft der Dino erfreut und stiefelt in den Gruppenraum. „Meine Mama sehr langsam lauft.“ fügt er an.

Mama ist dann ein bisschen flotter, aber sehr sehr sehr schwitzig nach Hause gelaufen.

Ach ja. Da war ja noch ein Kaffee. Ich greife zur Tasse.

———

Dankeschön fürs Lesen!
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