Ausflugsziele Schleswig-Holstein: Tönning an der Nordsee

Lesezeit: 6 Minuten

Wir haben seit diesem Jahr einen Becher voll mit Holzstäbchen. 12 Stück an der Zahl. Auf jedem Stäbchen steht ein Ausflugsziel in unserem Bundesland.

Jeden Monat zieht eins der Kinder ein Ausflugsziel, dann schauen wir in den Kalender wann es passt und dann geht es los.

Familienausflug in Schleswig-Holstein

Den allerersten Monat und damit das erste Ziel, zog der Dino für uns.

Becher mit Holzstäbchen

Es ging für uns also nach…

Tönning an der Nordsee

ortsschild tönning an der nordsee

Wo liegt Tönning an der Nordsee?

Das wussten wir selber nicht so genau, also googelte ich schnell den passenden Wikipedia Eintrag.

„Tönning ist ein Bade- und Luftkurort mit rund 5000 Einwohnern im Kreis Nordfriesland, Schleswig-Holstein. Gelegen an der Eider, nahe deren Mündung in die Nordsee in der Nähe des Eidersperrwerks, verfügt die Stadt über einen Hafen, der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts von großer Bedeutung war.“ – Quelle: Wikipedia

Wir wussten nun, dass es dort das Eidersperrwerk gibt. Unsere Philosophie für die Ausflüge ist: Alles kann nichts muss. Einfach mal losfahren, egal welches Wetter wir haben. Wenn es super ist, oder wir denken das es bei gutem Wetter noch besser sein könnte, können wir ja nochmal hinfahren wenn das Wetter schöner ist.

eidersperrwerk in tönning

Als erstes Besichtigten wir das Eidersperrwerk.

„Was ist eigentlich ein Sperrwerk?“, fragte Motti während wir gut vom Wind durchgepustet wurden und schnaufend den Deich erklommen.

„Tja, äh keine Ahnung“, antworte ich. „Schatz? Was ist eigentlich ein Sperrwerk?“, trug ich die Frage an Marc weiter. Normalerweise ist er ein wandelndes Lexikon, aber das wusste er -aufgewachsen weit weg von der Nordsee- nun auch nicht.

Zack, Handy in der Hand und wir googelten „schnell“ das Eidersperrwerk.

„Hauptzweck dieses größten deutschen Küstenschutzbauwerkes ist der Schutz vor Sturmfluten der Nordsee. (…) Nachdem 1962 die HamburgSturmflut auch Tönning erfasst hatte, überlegte man, ob man die Deiche am Eiderufer erhöhen oder ein Sperrwerk an der Mündung errichten sollte. Man entschied sich für das Sperrwerk. Die Bauarbeiten begannen 1967. “ – Wikipedia

LIES AUCH
Was normale Eltern machen...

 

ausflugsziele mit kindern

Am Eidersperrwerk in Tönning. Hinter uns die Nordsee.

 

Nini und Wawi hatten riesigen Spass bei (gefühlt) Windstärke 80 auf dem Deich herumzuspazieren, rumzuklettern und „Ich liebe den Wind“ in den kalten Winterwind zu schreien.

Motti und der Dino dagegen fanden das es der kälteste Platz der Welt sein muss.

Im Anschluss fuhren wir in die Altstadt von Tönning und parkten mit dem Auto mitten auf dem Marktplatz (Achtung: Parkschein ziehen!) und schauten uns dort um.

Die Kinder entdeckten eine kleine Bäckerei mit einer Goldenen Brezel. Dort wollten sie gerne eine Brezel kaufen. Leider hatte die Bäckerei aber um 16:00 Uhr schon zu, so das wir in einem kleinen Cafe einkehrten.

Kulinarisches

Das Cafe Tortenzauber liegt auch direkt am Marktplatz, und hat Dienstags bis Sonntags von 12:00-18:00 Uhr geöffnet. Ein Schild im Fenster weist auf „Free Wifi“ hin, das haben wir allerdings nicht genutzt.

Die Werbetafel vor der Tür wies folgendes aus:

  • Frische Waffel 1,50€
  • Frische Waffel mit 1 Kugel Eis und Sahne 3,50€
  • Warmer Apfelstrudel 2,50€
  • mit Kugel Eis und Sahne 4,50€
  • oder mit Vanillesauce 3,50€
  • Tote Tante
  • Verschiedene Suppen ab 4,50€

Also durchaus humane Preise wie ich finde.

 

Das Cafe Törtchenzauber in Tönning

Das Cafe Törtchenzauber in Tönning.

 

An der Hauswand seht ihr schon eins der Schilder die in Tönning an vielen Häusern zu finden sind. Die alten Häuser in Tönning sind nämlich wirklich alt, viele mehr als 350 Jahre.

Daher ist der Toilettenraum im Cafe auch sehr klein, aber sauber. (Nini merkte das an, und ich nutze es dazu sie darüber zu informieren, dass früher die Häuser allgemein kleiner waren und viel mehr Menschen in ihnen wohnten als heute.)

Kind ist eine frische Waffel in Tönning

Die Waffeln mit Eis schmeckten allen Kindern sehr sehr gut. Zum Abschied gab es von der Ladenbesitzerin für alle Kinder noch riesige Lutscher, die wohl auch ganz famos geschmeckt haben (zumindest sagten die Kinder das zwischen schleck und schmatz).

Tönning ist übrigens eine recht alte Stadt, denn am Rathaus hängt eine Plakette die darauf hinweist, dass Tönning schon 1590 die Stadtrechte verliehen bekommen hat. Wahnsinn!

LIES AUCH
Ach übrigens... 13 ssw. Ich bin wieder schwanger.

Apropos alt. Noch im Cafe fragte uns Motti, ob wir vielleicht die Kirche, welche am Marktplatz steht, besichtigen könnten.

Klar! Wir sind ja nicht festgelegt bei unseren Ausflügen was man genau gesehen haben muss, sondern das Motto ist „spontan treiben lassen“.

St. Laurentius Kirche am Marktplatz in Tönning

Am Marktplatz steht die St. Laurentius Kirche, und das erste was einem von aussen auffällt ist der schicke Turm. Natürlich könnte ich jetzt so tun als ob ich voll der Crack wäre und erkannt hätte das es sich um einen Barockturm handelt. Habe ich aber nicht, das habe ich gegoogelt.

st laurentius kirche in tönning, barock

Die Kinder mit den Lutschern vor der St. Laurentius Kirche in Tönning.

 

Mein erster Eindruck in der Kirche, war das sie mich sehr ans Mittelalter erinnerte. Viel Holz, eine bemalte Holzdecke und sehr viele Schnitzerreien. Allerdings passte der Mittelaltergedanke nicht ganz zu dem was aussen an der Kirche dran stand und auch nicht zu dem Turm der im Barockstil gebaut wurde.

Während wir noch im Dämmerlicht die Wandmalerreien bestaunten, schloss jemand aus einem Nebenraum eine Tür auf. Hinaus trat ein junger Mann mit Brille, etwa um die dreißig.

„Ach, Sie sind noch hier? Dann mache ich Ihnen mal das Licht an.“ sagte er fluchs und erleuchtete das Kirchenschiff.

Wie sich rausstellte ist er der Pfarrer der Gemeinde und freute sich sichtlich, dass wir so viel Interesse an seiner Kirche zeigten. So erfuhren wir nicht nur, dass die Grundmauern der Kirche schon 1186 gebaut wurden, also wirklich im Mittelalter (genauer gesagt im Hochmittelalter).

Echt Leute, ich bin wirklich kein gläubiger Mensch, aber wovor ich mich verneigen kann sind solche Bauwerke. Was für eine Ehre, dass wir in einem Land leben können in dem es so alte Handwerks/Baukunst gibt.

Einmal im Schwung, bekamen wir eine kleine Privatführung durch die Kirche, der Pfarrer beantworte all unsere kleinen und großen Fragen und auch die welche ganz offensichtlich davon zeugten, dass wir von Glauben nicht allzu viel Ahnung haben.

Wir erfuhren, dass das Taufbecken im Altarraum (welchen wir besichtigen durften) deshalb beschädigt ist, weil Soldaten sich Mitbringsel abgebrochen haben.

LIES AUCH
5 Monate Baby sein

Wir erfuhren auch, dass die wunderschöne Kanzel (1703 erbaut) tatsächlich noch genutzt wird, und das es wohl wirklich auch für Pfarrer gewöhnungsbedürftig ist so „von oben herab“ mit der Gemeinde zu sprechen.

„Zum Glück wissen meine Gottesdienstbesucher, dass ich das alles nicht von oben herab meine“, erklärte er lachend.

chorstuhl in der St. Laurentius Kirche in Tönning

Chorstuhl in der St. Laurentius Kirche in Tönning

 

Zu den beeindruckenden Dingen in dieser Kirche, gehört zum Beispiel dieser Chorstuhl. Man sieht ihm an das er alt ist, aber ich war trotzdem beeindruckt, dass er schon mehr als 350 Jahre auf seinem hölzernen Buckel hat.

Das muss man sich mal vorstellen. Was der wohl schon alles „gesehen“ hat und wie viele Popos schon auf ihm gesessen haben.

Im übrigen kann man die Sitzfläche auch hochklappen, wie ich gelesen habe, denn im Stehen singt es sich besser.

Den Dino hat am meisten die Deckenmalereien beeindruckt, die kommentierte er quasi durchgängig mit „BOAH!“ und auch den Altar fand er super.

Nini und Wawi waren vor allem von den Holzschnitzereien beeindruckt („So viel Arbeit!“) und Motti interessierte sich sehr für die Häbräische Sure an der Decke des Kirchenschiffs. („Was bedeutet das? Papaaa? Was heisst das?“)

Nach unserer ausgiebigen Erkundungstour stiegen wir wieder ins Auto, fuhren noch am historischen Hafen vorbei und kamen dann beim letzten Abendlicht auf die Autobahn.

Schade, dachte ich, dass wir gar keinen kitschigen Kühlschrankmagneten gefunden haben. Aber sonst erfüllte uns alle ein wunderbares Gefühl der Zufriedenheit.

Was für ein toller Auftakt für unsere Ausflugsreihe 2020.

Danke Tönning! Es war wunderbar mit dir.

Zu Hause zog Nini dann das Ausflugsziel für den nächsten Monat.

Es wird zum Westerhever Leuchtturm gehen!

Kurzer Hinweis in eigener Sache

Du hast keine Zeit ständig auf Facebook zu schauen ob du vielleicht etwas verpasst hast, weil du das erste Mal heute einen heißen Kaffee in der Hand hältst?

TRITT MEINEM CLUB BEI!
(So geht es mir nämlich auch.)


Mehr Infos findest du hier & Datenschutzerklärung.

Wenn Ihr einen Beitrag besonders mögt, aber keine Zeit zum Kommentieren habt, schenkt ihm doch einfach ein Herz!

7 Comments

  1. Eva W

    Die Idee mit den Ausflügen ist ja toll. Finde ich super. 😊
    Der Ausflug hört sich toll an. Wobei mir der Wind am Deich wohl zu viel wäre. Ich wäre wohl erfroren. 😉

    1. Katarina

      Huhu Eva,
      das gut ist ja: Uns reicht es auch kurz den Deich hochzustiefeln und zu schauen und wieder runterzustiefeln. Wenn man selbst das Programm bestimmt darf man eben auch gehen, wenn man will.
      Ich hatte allerdings auch drei Schichten an, damit gings gut.
      Liebe Grüße,
      Katarina

  2. Janine

    Das ist ja eine tolle Idee. Die werde ich mir „klauen“, denn ich nehme mir schon so lange vor, die nähere Umgebung zu erkunden, aber bisher haben wir es nicht in die Tat umgesetzt. (Meine ursprüngliche Idee war es, eine Karte der Umgebung auszudrucken und dann mit einem Darts-Pfeil das Ziel zu bestimmen, aber es scheiterte an der Umsetzung. ;-) )

    Liebe Grüße!

    1. Katarina

      Hallo Janine,

      Die Idee mit dem Dart Pfeil finde ich auch super, wenn auch mit kleinen Kindern ein bisschen gefährlich XD Da ist das mit den Stäbchen doch ein wenig ungefährlicher…

      Liebe Grüße,
      Katarina

  3. Nina

    😊 Das klingt nach einem gelungenen Tag, nach dem alle gut geschlafen haben 🤪 Nordseeluft macht einfach glücklich. Deshalb liebe ich die so ❤️

    1. Mechthild

      ich find die ideen mit den stäbchen und auch mit dem dartpfeil von janine ganz toll.
      war bestimmt ein megatoller tag. ich möcht auch mal wieder ans meer😕 ist schon lange her
      lg mechti

  4. Carolin

    Oh wie cool, super Idee, mal schaun, ob ich meinen Mann davon überzeugen kann, auch sowas zu machen :-)

    Ich bin gespannt auf die nächsten Ausflüge.
    Liebe Grüße

Comments are closed.