Glückliche Familie am Westerhever Leuchtturm, Ausflugstipp Norddeutschland

Ausflugsziele Schleswig-Holstein: Westerhever Leuchtturm

Lesezeit: 5 Minuten

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Familienausflug in Schleswig-Holstein

Dieses Wochenende stand das nächste unserer Ausflugsziele auf dem Plan, nachdem wir im Januar Tönning unsicher gemacht hatten, ging es nun zum Westerhever Leuchtturm. Nini hatte dieses Ausflugsziel an der Nordsee für uns gezogen.

Aquarell und Tinte, Westerhever Leuchtturm

Grüße vom Meer.

 

Das spannendste an unseren Ausflügen ist ja immer, das wir einfach mal losfahren und gucken was es dort an den Ausflugszielen so zu machen gibt. Keine festgelegte Route, keine festgelegten „Muss man gemacht haben“ Ziele. Einfach ins Auto und los.

Krabbenkutter an der Nordsee als Aquarell

Dieses Mal war da allerdings nicht so viel mit „einfach los“. Der Schweinehund war stark in mir, denn ich schlug am Samstag die Augen auf und hörte gleich wie der Regen gegen das Schlafzimmerfenster pladderte.

„Au man!“, dachte ich und überlegte ob wir wirklich ausgerechnet HEUTE los müssten zu unserem Ausflug. Leuchttum am Meer klingt ja super. Leuchtturm am Meer bei starkem Regen klingt allerdings sehr nass.

Aber, wie gut das ich da meinen Mann habe: Wenn das auf dem Kalender steht, dann wird das auch durchgezogen. Also alle Mann,Frau, Kinder ab ins Auto und los gings.

Ein Meer aus Tränen

Okay, ich übertreibe ein bisschen, aber vielleicht habt ihr es ja in meinem kleinen Video gesehen, das ich auf Instagram geteilt hatte. Wir fuhren nicht durch ein BISSCHEN Regen sondern durch eine 20 Minütige Regenwand. Man sah so gut wie gar nichts.

Marc fuhr wie ein echter Teufelskerl. (Mitlesende Schwiegereltern: So schlimm wars nicht. Augen zu und durch. Habt keine Angst!)

Eine Windböe von rechts, eine von links und Regen von oben.

Glücklicherweise dauert die Fahrt durch das Wetterchaos aber nicht so lange, und irgendwann waren wir durch die Regenwand durch.

Dahinter zeigte sich sogar noch kurz die Sonne. Dann fuhren wir über die Brücke des Nord-Ostsee-Kanals. Die Kinder staunten, Nini fragte wie lange es wohl gedauert hat den Kanal zu bauen. Und was eigentlich der Unterschied zwischen einem Kanal und einem Fluss ist.

Der Nord-Ostsee-Kanal

Na wie wunderbar, dass sie in einem Haushalt voller Klugscheissereltern….ähm.. ich meine Informationsjunkies aufwächst. So konnten wir rasch klären, dass der Nord-Ostsee-Kanal früher „Kaiser Willhelm Kanal“ hieß und ziemlich lange daran gebaut wurde. Nämlich acht Jahre lang.  „Der Unterschied zwischen einem Kanal und einem Fluss ist ja wohl klar“, rief Motti von der Rückbank. „Ein Kanal ist von Menschen gebaut und ein Fluss ist einfach so da.“

Dem hatten wir nichts hinzuzufügen.

Noch ein paar Fahrminuten später, erreichten wir endlich unser Ziel.

Landschaft Eiderstedt, am Westerhever Leuchtturm.

Im Auto sitzend, merkte man von dem Sturm übrigens nichts. Also nur dann, wenn der Wind einen von links nach rechts geschoben hat. Aber den Bäumen sah man das ganze nicht an. „Bäume sind voll krass“, sage ich zu Marc.

Marc prustet lachend. „Wie kommst du denn da drauf?“. „Na es stürmt wie doof und man sieht gar nichts.“

Wir fuhren auf den Parkplatz, ein lokaler Superprofi-Windwanderer stieg aus dem Auto neben uns aus.

Es stürmte. Der Parkplatz stand halb unter Wasser.

Er hatte Gummistiefel an.

„Sie sind voll der Profi!“, staunte ich ehrfürchtig.

Er lachte. „Na die würde ich Ihnen auch empfehlen, wenn SIE da hoch wollen.“ Er machte eine Kopfbewegung Richtung Deichkrone.

Ich schaute auf meine Wildlinge. Na, dann schauen wir mal wie sich die Wölfe so auf dem Deich machen. (Anmerkung: Die Schuhe heissen Wölfe).

Eins, zwei, drei, vier Kinder aus dem Auto geholt. Wir stapften los.

Mit tüchtig Wind ging es den Deich am Westerhever Leuchtturm hoch.

Mit tüchtig Wind ging es den Deich am Westerhever Leuchtturm hoch.

 

Lasst euch nicht von dem Bild täuschen. Ich sags ja, der Wind ging tüchtig. Nini brüllte immer wieder: „Ich liebe den Wind! Ich lieeebe den Wiiind“ und auch Motti und Wawi rannten gackernd den Deich hoch. Weiter, schneller, höher.

„Da ist er ja endlich“, rief Motti.

„LEUCHTTURM SUPER!“, brüllte der Dino gegen den Wind.

„WIND DOOF LEUCHTTURM SUPER!!!!“

Leuchtturm Westerheversand

Näher kamen wir leider nicht an den Leuchtturm Westerhever dran, da müssen wir also unbedingt im Sommer nochmal hin.

Glückliche Familie am Westerhever Leuchtturm, Ausflugstipp Norddeutschland

Glückliche Familie am Westerhever Leuchtturm.

 

Leider kamen wir dieses Mal nicht auf den Leuchtturm drauf. Wir wären ja gerne gegangen, aber einerseits war die Straße die zum Leuchtturm führt überschwemmt, und andererseits fegten unten schon mindestens 50km/h Wind um unsere Nasen. Oben auf dem Turm wäre es warscheinlich mit Kindern lebensgefährlich gewesen.

Aber: Check! Am Meer gewesen, Westerhever Leuchtturm gesehen. Super Leuchtturm, kommt zur Wiedervorlage für den Sommer, dann aber mit Bikini und Badehose. Das wird super.

St. Stephanus Kirche, Westerhever

Als nächstes besuchten wir die St. Stephanus Kirche in Westerhever. Marc hat seit Kindheitstagen einen Faible für „Altes Gemäuer“ und ansonsten gab es in Westerhever wirklich auch nichts mehr zu sehen.

Also: Ab zur Kirche.

 

Stephanus Kirche in Westerhever

  Ganz in der Nähe des Westerhever Leuchtturms liegt die kleine St. Stephanus Kirche.

 

Der Turm der Kirche ist aus dem Jahr 1370. Das muss man sich mal überlegen. Damals hieß es noch nicht Deutschland, sondern „Heiliges Römisches Reich“ und wir hatten einen Kaiser namens Karl IV. Da wurde dieser Turm (siehe Bild) gebaut. 1370 ist das Jahr, in dem angefangen wird die französische Bastille zu bauen. Es ist so krass. Unglaublich.

Leider konnten wir die Kirche nicht von innen besichtigen, da sie sich noch in der Winterpause befindet. Ab März geht es wieder. Also auch etwas für die Liste „im Sommer machen“.

Auf dem Friedhof der Kirche gab es dann noch eine Überraschung, denn dort ist ein bedeutsamer Maler bestattet. Jacob Albers wurde als „Maler der Halligen“ bekannt und war fast überall in Europa unterwegs. In Frankreich konnte er zu seiner Zeit Monet und Renoir treffen und in Berlin war er Gründungsmitglied einer Künstlertruppe die sich als Gegenbewegegung gegen den vorherrschenden Historismus verstand.

Das mag jetzt nicht der Oberknüller sein, vielleicht sogar etwas nerdig-spleenig, aber eigentlich will ich mit solchen Erwähnungen bei unsere, Ausflug auch nur damit aufzeigen, dass es immer irgendwas zu entdecken gibt. Man muss nur hinschauen.

Nach unserem Kirchenbesuch, oder eher Friedhofsbesuch, da die Kirche ja nur von aussen zu bewundern war, fuhren wir mit dem letzten Tageslicht wieder nach Hause.

„Tschüss Leuchtturm“, rief der Dino kurz bevor er im Autositz einschlief.

Tschüss Leuchtturm. Wir sehen uns im Sommer.

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Dankeschön fürs Lesen!

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