Maisfeld Sommerferien

Blog der verweisten Wörter

Lesezeit: 3 Minuten

Oh man ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie oft ich in letzter Zeit dachte „Oh du müsstest mal wieder was bloggen“ und dann nahm ich mir fest vor mich hinzusetzen und ZACK kam irgendwas dazwischen und Abends wollte ich dann auch nicht mehr.

Letztens habe ich überlegt was vor ein paar Jahren noch anders war. Ich hatte zwar kleine Kinder, sogar ne Menge davon, aber ich hatte Energie ohne Ende. Wie oft habe ich eine Nachtschicht eingelegt um noch schnell was zu bloggen.

Gestern wurde mir dann klar: Früher hatte ich zwar kleine Kinder, aber die wuselten hier so nebenbei mit. Was bei anderen Familien nach einer merkwürdigen Vorstellung klingt, war bei uns eben so. Man konnte ganz prima neben den Kindern bloggen, weil sie sich zu 99% selbst beschäftigt haben.

Jetzt sind sie vormittags aktuell zwar in der Schule, aber das ist dann der Moment in dem ich schnell einkaufen fahre, den Haushalt mache oder mir überlege, was es gleich schon wieder zu Essen geben soll. Und die Snacks, oh die Snacks. Ich weiss nicht wie sie das machen, aber sie haben in letzter Zeit ständig hunger. (Ist das nicht erst in der Pubertät so?)

Jedenfalls komme ich Vormittags nur zu ein bisschen Haushalt, und ab Mittags warten 3x Hausaufgaben auf mich. Das ist der eklatante Unterschied zu früher. Die machen sich bei uns nämlich nicht bei allen Kindern von alleine und manche brauchen mehr Unterstützung als andere. Auch in Klassenstufe drei und vier noch.

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Hurra. Konfetti.

Vermutlich ist auch zusätzlich die kollektive Erschöpfung durch die Pandemie Teil des ganzen, habt ihr auch das Gefühl seit Februar 2020 nicht mehr richtig durchgeschnauft zu haben?

Je länger ich drüber nachdenke, desto logischer erscheint es mir. In der ersten Zeit waren wir alle damit beschäftigt uns anzuschauen was das denn für ein Killervirus ist der uns alle am liebsten umbringen würde. Danach versuchten wir alle die gewählten Maßnahmen umzusetzen, blieben zu Hause, beschulten die Kinder zu Hause (oder sogar beides: Als Lehrer*innen die Schüler Distanzbeschulen und die ggf. eigenen beschulen), Homeoffice oder raus an die Arbeitsfront.

Dann fing es eigentlich erst an richtig bizarr zu werden: Die Maßnahmen änderten sich täglich, kaum einer wusste was denn nun erlaubt oder verboten ist. Man kämpfte um Impftermine mit ein paar Millionen anderen Menschen in den Priogruppen und wenn man noch Energie übrig hatte, dann waren da ja auch noch die tagesaktuellen Nachrichten. Waldbrand hier, brennender Ozean da, Flutkatastrophe und mittendrin wird Wahlkampf gemacht.

Denn damit sollen wir uns jetzt auch noch beschäftigen, reicht ja alles nicht, nein auch noch eine Wahl obendrauf und am Horizont wieder das Schreckgespenst Homeschooling und Homekindergarten.

In unserem Bundesland dürfen die Kinder jetzt in den Pausen draußen ohne Maske laufen, Kohorten wurden aufgelöst, aber bei den Zeugniskonfrerenzen bitte nur mit Maske, Abstand und im Testzentrum getestet/geimpft/genesen. Ist ja schliesslich Pandemie.

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Take your walls and start 'em breaking

Meine Kinder schauen mich inzwischen schon ratlos an, und ich schaue ratlos zurück. Sie sind ja nicht uninformiert. Sie hören ja Kindernachrichten. Delta und Lambda auf der einen Seite, Eltern die sich freuen durchgeimpft zu sein, selber noch keine Aussicht auf einen Termin, aber die Eltern müssen sich besser schützen als die Kinder.

Währenddessen die Meinung der Politiker*innen: Die Schulen sind vielleicht sicherer als letzten Herbst, aber bitte trotzdem lüften und Maske und Abstand und separate Eingänge aber Fussball mit 45.000 Zuschauer*innen das muss schon drin sein.

ICH finde ja, es wäre recht Gescheit jetzt das mit den Masken und Tests auszuweiten in den Schulen, da die Kinder eben noch nicht geimpft sind.

Aber die Logik hinter der ganzen Geschichte verstehe ich auch nicht mehr.

Achja doch, die Logik heisst Wahlkampf.

 

Wo wir wieder bei: „Warum bin ich nach 6 Wochen Sommerferien eigentlich nicht tiefenentspannt?“ wären.

 

Wie gehts euch?

———

Dankeschön fürs Lesen!

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Blogprinzessin ist der Blog mit nordischem Schnack. Ich berichte hier, ohne mich selbst zu Ernst zu nehmen, über meinen Alltag. Virtuell bin ich zu finden auf Instagram, Facebook Erfahre mehr über mich

5 Comments

  1. Suse

    Mich macht es wahnsinnig, dass Kinder und Familien in dieser Gesellschaft so wenig wert sind.
    Und nein, auch das „Aufholpaket“ ändert nichts an der Einstellung.
    Da wird eine Menge Geld auf kaputte Strukturen geworfen, das nicht das bewirkt, was es sollte.
    Ich mag nicht mehr. Bin müde und extrem genervt.

    Liebe Grüße
    Suse

  2. Yvonne vB

    Oh ja… Wir haben hier zwar noch den ganzen August Ferien, dennoch ist es nicht so wie in den letzten Jahren.
    Vom Wetter abgesehen, dass sich so richtig auszutoben scheint und sich einfach von allen Seiten präsentiert.
    Meine haben keine Lust auf große Ferienveranstaltungen wegen der Pandemie. Also müssen sie sich immer wieder neu auf einander einlassen und miteinander auskommen. Fällt ihnen nicht immer leicht.
    Daher genieße ich die Momente, wo sie sich gut verstehen und dann sind die Ferien auch nicht mehr so lang.
    Ausflüge in den Wald, auf besondere Spielplätze oder auch Flohmarkt vor der Haustür sind dieses Jahr die Highlights. Und sie sind schön.

    Nach den Ferien haben wir 3 Schulkinder. Zur Einschulung sind 2 Begleiter erlaubt… wegen der Pandemie. Wie das mit geimpften Erwachsenen und ungeimpften Geschwistern ist… Keine Ahnung. Das scheint unrelevant zu sein. Traurig, aber wir machen das Beste daraus.

    Wahlkampf… Auch genauso traurig. Wir haben zu dem normalen Kram auch noch die Entscheidung für einen Bürgermeister zu treffen. Wir haben uns für Briefwahl entschieden. Nicht nur, weil wir keine Lust auf Wahllokal haben. So können wir uns die Kreuze gut überlegen. Abwägen tun wir jetzt schon. Aber ein klares, DAT isset, bekommen wir dieses Mal nicht so einfach hin.

    Ich finde es sehr traurig, dass von den versprochenen Luftfiltern für die Schulen, die hätten beim Land abgerufen werden sollen, keiner hier in den Schulen angekommen ist. Leidtragende sind schon die ganze Zeit die Kinder. Ob sich das ändern wird? Keine Ahnung. Hoffen dürfen wir ja zum Glück noch.

    Danke für Deinen Beitrag. :-) Gerne gelesen.

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