Coronavirus – Schulschliessungen Woche 4

Lesezeit: 3 Minuten

Ich weiss nicht wie es euch geht, ich komme aktuell zu absolut gar nichts. Nichts von dem was ich mir so Arbeitstechnisch vorgenommen hatte funktioniert aktuell.

Das ich jetzt hier tippen kann liegt nur an einem Kaffee neben mir und Disney+ und den Schnittchen, welche die Kinder beim TV schauen Abendbrotessen.

Tagesablauf heute:

6:00 Uhr – Der Wecker klingelt, das Kind neben mir ist schon aufgestanden. Wann genau, weiss ich nicht. Er ist 2,5 Jahre und ich höre ihn mit seinen Schwestern unten im Spielzimmer spielen.

7:00 Uhr – Frühstück für uns alle, Kaffee für mich

9:00 Uhr – Wir starten mit dem heutigen Schulprogramm, dadurch das die Kinder nicht wie am Dienstag zwei Tage bearbeiten müssen, sondern nur einen Tag, sitzen wir diesmal wirklich nur während der normalen Schulzeit an den Aufgaben.

Der Dino fackelt nebenbei die Bude ab, brüllt weil keiner Zeit hat mit ihm zu spielen „blöde Schule“!

Er beschliesst, dass er ab jetzt keine Windel mehr trägt und reisst sich diese vom Körper. Nungut, dann ist das eben so. Wir können ja aufwischen und innerlich hoffe ich, dass „es“ eben nicht auf dem Sofa oder anderen Möbeln landet.

Während ich Lernwörter diktiere, Matheaufgaben erkläre und alles über die Nase lerne, renne ich nun dem kleinen Nacktfrosch hinterher und sammele nasse Kleidungsstücke auf.

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Die Morgenaufgabe

11:00 Uhr – Der Dino verlangt seine tägliche Fortbildung im Katastrophenschutz. Ich schalte Paw Patrol an, und mein schlechtes Gewissen aus.

12:25 Uhr – „Schulschluss“

12:30 Uhr – Die Kinder bekommen ein Hüngerchen und verlangen nach Nahrung.  Ich koche dann mal.

13: 00 Uhr – Mittagessen

14:00 Uhr – Küche richten, Schulsachen wegräumen, ignorieren das da eigentlich noch ein Zettel mit Kopfrechenaufgaben für die Zwillinge wartet. Kurz in die Arbeitsemails geschaut und gesehen: Da will einer was von mir, Zeit zu Antworten keine.

14:30 Uhr – Marc kommt von der Arbeit (und von der Geburtstagsgeschenkebesorgungstour, wir haben jetzt für alle Mädels Fahrräder ohne wirtschaftlich ruiniert zu sein!) Er fällt nach der Dusche ins Bett.

15:00 Uhr – die Kinder wollen auf dem Hof Fahrrad fahren, der Dino will auch, eine der Zwillinge video-telefoniert an meinem Handy mit einer Klassenkameradin. Ich stehe draußen und schubse den Dino auf dem Dreirad an, reiche Essen und Trinken, bewundere Stöcker und Steine und Zeug. Nebenbei passe ich auf, das er beim Geschwister nacheifern sich nicht umbringt.

16:00 Uhr – Ich wecke Marc, er muss in 20 Minuten zur Arbeit. Nebenbei wische ich den Boden, staubsauge und be- und entlade die Waschmaschine, falte Wäsche, räume den Spüler aus.

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Wieso Kinder spielen müssen

Wer sagt „in dieser Zeit könntest du doch arbeiten“: Nein könnte ich nicht. Denn wenn ich nicht wische, essen wir zwischen Kinderpipi und vergossener Apfelschorle, haben nichts sauberes anzuziehen und keine Teller.

16:20 Uhr – Marc verschwindet zur Arbeit. „Tschüss Schatz, ich liebe dich, bis morgen!“

17:00 Uhr – Die Kinder sind immer noch draußen aber mittlerweile schwarz wie kleine Erdschweine, spielen aber immerhin grade miteinander, ich miste den Hasenstall aus und füttere die Kaninchen. Immer den 2,5 jährigen im Blick.  Ich bewundere Stöcker und Steine und Zeug. Nebenbei passe ich auf, das er beim Geschwister nacheifern sich nicht umbringt.

18: 00 Uhr – Die vier Erdschweine müssen unter die Dusche, können das alleine aber noch nicht alles. Also vier mal duschen, danach kann ich eigentlich mich auch duschen nass bin ich ja schon.

18:30 Uhr – Die Kinder ziehen sich Schlafanzüge an, ich stehe (mal wieder) in der Küche und bereite das Abendbrot vor. Begleitet vom Frust der Kinder, denn die hätten gerne ein 3-Gänge-Menü. Es gibt Brot. Vor dem Fernseher, damit ich diese Zeilen tippen kann. Ich trinke Kaffee, damit ich nicht einschlafe.

19:30 Uhr – Wir sind mit dem Abendessen fertig.  Ich aber noch nicht mit diesem Text, also erlaube ich noch weiter zu schauen. Ein Bild für den Beitrag, damit er besser aussieht? (Und klickt) ahahahaha!

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Familienausflug in die Husumer Bucht

21:00 – Ich sitze noch immer am Kinderbett, der Dino will nicht einschlafen und heult. Ich heul auch gleich.

Ich bin echt gespannt, was dieses Pensum mit Eltern macht. (Natürlich auch was es mit den Kindern langfristig macht.) Aber… ich weiß natürlich auch keine Lösung… nur ARBEITET SCHNELLER AN EINEM IMPFSTOFF.

Immerhin ist übermorgen erstmal Wochenende. Endlich keine Schule und dann vermutlich mal Zeit das abzuarbeiten, was unter „Lohnerwerb“ fällt. Nur noch 9 Wochen bis die Sommerferien beginnen. Immerhin ein Lichtblick.

Zeugnisse werden sicherlich spannend. Also ich finde meine Kinder machen das toll. Schuljahr 19/20 2. Halbjahr: „Lehrerin Mami bescheinigt allen Kindern wunderbare Zeugnisse und alle steigen in ihrer Klassenstufe auf. Lehrerin Mami wünscht einen tollen Sommer zu Hause, hofft das ihr immerhin eure Freunde sehen könnt und vermutlich sehen wir uns dann im Herbst im Klassenzimmer „Küchentisch“ wieder.“

Hoffentlich irre ich mich.

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Dankeschön fürs Lesen!

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Blogprinzessin ist der Blog mit nordischem Schnack. Ich berichte hier, ohne mich selbst zu Ernst zu nehmen, über meinen Alltag als Mama von 4 Kindern zwischen 7 und 2 Jahren. Virtuell bin ich zu finden auf Twitter, Instagram, Facebook und auf Pinterest. Erfahre mehr über mich

6 Comments

  1. Eva W

    Puuh, hört sich das anstrengend an. Ich bewundere deinen Mann, der nach 1,5 (?) Std schlaf wieder arbeiten ist. 😯
    Mein Mann verzweifelt aktuell mit unserer Tochter. Sie blockt bei den Hausaufgaben komplett ab. Vor den Ferien lief das echt super. 😐
    Die Lehrerin hat jetzt ein Telefonat mit sich und Zoomen mit den Klassenkameraden als Motivations hilfe vorgeschlagen. Bin mal gespannt obs hilft.
    Ich arbeite im Kiga. Aktuell haben wir ein Notkind. Wir arbeiten/ langweilen uns (leider) also kann ich nicht helfen.

    Liebe Grüße Eva

  2. Annette

    Zum Glück müssen wir hier kein Homeschooling machen, dafür arbeiten wir 1,5 Vollzeitstellen aus dem Homeoffice mit nicht ganz 4-jährigem der nicht versteht, dass am Computer tippen Arbeit ist und grade plant, wen von seinen Freunden er alles zum Geburtstag im Mai einladen will, während wir ganz vorsichtig anmerken, dass das vielleicht nicht geht.

  3. Lena

    Danke für den Einblick! Ich musste wirklich schmunzeln beim Lesen, denn ich habe mich und unseren derzeitigen Alltag zu 80% wiedergefunden. Einzige Unterschiede: hier toben nur zwei Schulkids und ein 3 Jahre altes Mädel rum und mein Mann arbeitet keine Schicht.
    Es tat echt gut zu lesen, dass es anderen genauso ergeht. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und was die Lehrerin meines Sohnes immer schreibt: „Halten sie durch!“ Was für ein guter Wunsch!

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