Es juckt! Und außerdem ist alles doof

Lesezeit: 4 Minuten

Der Tag fing schon bescheiden an. Überall kleine, schmuddelige Fingertapsen an den weißen Wänden und Türen („ICH WARS NICHT, ECHT!“).

Im Badezimmer ging es weiter mit einem Waschtrockner der mit seinen LEDs Party macht. Nur doof halt, wenn auf der ganzen Waschmaschine nicht einmal steht wie diese eigentlich heißt. Nachdem ich das rausgefunden hatte, stellte ich weiter fest, dass die Bedienungsanleitung diese Lightshow nicht vorgesehen hat und einfach mal nicht beschreibt.

Da steht nur lapidar „Kontaktieren Sie den Kundenservice“. Will ich aber ungern, denn ich glaube wir haben gar keine Garantie mehr. Dürfte grade ausgelaufen sein.

An dieser Stelle höre ich meinen Freund Finn hysterisch lachen, denn auf der Waschmaschine ist ein Sticker der sagt „Möchten Sie ihren Geräteschutz erweitern?“ und jedes Mal, wenn er bei uns ist fällt ihm wieder dieser Sticker auf.

Vielleicht mache ich da mal einen anderen Sticker hin. „Überweis mir all dein Geld“ oder so.

Zu allem Übel haben „Niemand & Keiner“ auch die Schranktür des Waschbeckenunterschranks aus den Angeln gerissen. Reparierbar, aber AAAHAHAHAAAAAAAAAA.

Kinder sind kleine Zerstörer sag ich euch. Ich verstehe auch gar nicht wie das immer alles passieren kann. Und wie man z.B die schwarzen Finger- und Handabdrücke an den Wänden immer übersehen kann.

HAB ICH GAR NICHT GESEHEN MAMA! WEISS ICH NICHT WANN DAS PASSIERT IST!

Ich beschloss zu streiken und setzte mich vor dem Haus in die Sonne. Sollen sie es doch abfackeln. Ich will einfach nur hier wohnen. Vorzugsweise in Ruhe und halbwegs aufgeräumt.

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Kaffee in der Sonne war wunderbar, Marc kam vom Nachtdienst nach Hause und widmete sich gleich mal den dreihundert Baustellen die im Haus angefallen waren. Guter, nein allerbester Mann.

Mir ging es prima, bis zu dem Punkt an dem ich da so in der Sonne saß und von einer Publizistin las, die mit 28 Jahren an einem unerkannten Aneurysma gestorben ist.

WAS WENN ICH AUCH SOWAS HABE? WAS WENN DAS HIER AUF DER BANK MEINE LETZTEN MINUTEN SIND? WAS WENN ICH MOTTI HEUTE MORGEN DAS LETZTE MAL GESEHEN HABE?

Das sind die Momente in denen bei mir Panik aufkommt. Nicht soweit das ich es als Panikattacke oder Angststörung bezeichnen würde, aber es ist schon gruselig. In meinem Kopf ist es dann wie auf YouTube.

Ich durchdenke ein fürchterliches Szenario und im Anschluss sagt mein Gehirn:“ Wenn dir das nicht gefallen hat, dann möchte ich dir gerne 6 weitere Horrorszenarien vorstellen die dir auch nicht gefallen werden…“

Glücklicherweise komme ich mit meinem Mann dann ganz gut wieder aus dem Apokalypse Strudel und er kann mir glaubhaft erklären wieso ich vermutlich nicht an einem unerkannten Aneurysma sterben werde.

Hatte ich schon erwähnt das ich Greys Anatomy liebe und krass faszinierend finde und gleichzeitig nicht wissen will was man alles so haben kann?

Den restlichen Vormittag verbrachte Marc mit dem Aufbau des Pools und ich damit mit dem Dino einkaufen zu gehen. Mal abgesehen vom offensichtlichen, ist er nicht so wie seine Schwestern.

Während die Mädels immer (selbst die Zwillinge) artig beim Wagen blieben, macht er das was vermutlich all eure Kinder gemacht haben und noch machen. ER RENNT EINFACH WEG.

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Hysterisch gackernd rennt dieser kleine, junge Mann durch die Regale und schmettert mir ein liebliches „Mama komm!“ entgegen damit die wilde Dino jagt ja keinen einzelnen Gang auslässt.

Setze ich ihn in den Wagen, klettert er wieder raus. Nehme ich ihn auf den Arm, lehnt er sich so, dass er fast auf den Boden fällt. Habe ich ihn an der Hand, lässt er sich theatralisch fallen und probt für die beste Schauspielerische Leistung in einem Drama.

Seine Vorstellung vom Einkaufen: Durch die Gänge rennen, Dinge rausnehmen die vorzugsweise zerbrechlich sind und regelmäßig nachschauen ob die Olle ihm folgt. Wenn ja, Sprintgeschwindigkeit verdoppeln.

Meine Vorstellung vom Einkaufen: Kind sitzt im Wagen und schaut sich lächelnd die Produkte mit den Augen an. Kind seufzt zufrieden, The End.

Milcheiweißallergie Test

Nachmittags hatte ich meinen Termin beim Allergologen. Erstaunlicherweise hatte der gute Mann Lust zu arbeiten. Vermutlich lag das daran das eine Arzthelferin den Test gemacht hat, und er nur noch einmal kurz auf meinen Arm schauen musste.

Ich:“ Es juckt“

Dr.: „Bei Nummer 2 muss das so, bei Nummer 29 nicht.“

Er:“ Was ist denn Nummer 29? Ah Kuhmilich.“

Ich: „Das hatte ich ja schon vermutet.“

Er:“ Keine Milch mehr, es könnte Sie umbringen.“

Ich: „Geht klar, will ja nicht sterben.“

Er:“ Gute Einstellung.“

Das wars auch schon. Keine Ahnung ob es noch ein Aufklärungsgespräch oder so hätte geben müssen. Prinzipiell war ich darauf ja auch nicht aus, sondern wollte nur meinen Verdacht mit einem Test bestätigt wissen.

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Ändern tut sich bei mir da nichts weiter. Okay falsch, ich kann jetzt bei allen offiziellen Sachen immer sagen „Achtung Milchallergie“ und dann müssen diese Stellen das ernster nehmen als wenn ich sage „Laktoseintoleranz“.

Vergleichbar wäre es in etwa mit einer Nussallergie vs. (ausgedachter) Nussintoleranz

Nussintoleranz: „Ich habe eine Nussunverträglichkeit, sehr unangenehm.“

Menschen: “ Ach stell dich nicht so an, da sind auch nur ganz wenige Nüsse drin. Die wirst du gar nicht merken. Das ist auch eher eine Kopfsache.“

Nussallergiker: „Ich habe eine Nussallergie, wenn ich Nüsse esse kann es sein, dass ich sterbe.“

Menschen: „Okay, dann achten wir darauf dich nicht umzubringen. Wir mögen dich nämlich.“

Ich mag es das man mich jetzt ernst nehmen muss, auch wenn keine Milch viel gemeiner ist als es klingt. Aber es lässt sich damit Leben. Es ist ja kein cerebrales, rupturiertes Aneurysma.

Ps. Hinweis für die Nicht-Allergiker: Bei so einem Test werden Tropfen von potentiellen Allergenen auf die Haut getropft, außerdem ein Tropfen Kochsalzlösung und ein Tropfen Histamin. Dann wird die Haut angepiekst und gewartet.

Auf Histamin sollte man eigentlich immer reagieren (Rötung, jucken, Quaddelbildung), auf NaCl nicht.

Alles was dann so ähnlich aussieht wie die Histaminreaktion ist recht warscheinlich eine Allergie,

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One Comment

  1. Yvonne vB

    Wow.
    Das ist ja richtig viel…
    Das mit den Niemands und Keiner und seid Pettersson und Findus – die Mucklas waren das, kenne ich auch. Unser Treppenaufgang sieht auch eher wie eine Kellerabstiege aus. Dabei haben wir keinen Kohlekeller… :)
    Sachen, die kaputtgehen ist meist unsere Zweite. Da hatte ich auch schon überlegt, ob sie nicht mit einem kleinen Taschengeldjob bei Stiftung Warentest arbeiten könnte. Sie nimmt so gerne spielsachen und auch Taschenlampen, ach eigentlich alles auseinander und ist dann frustriert: a) weil es kaputt ist. b) weil sie es nicht selber reparieren kann. c) MAAAAAAAMAAAAA!
    Das fing schon mit den angeblich unkaputtbaren Babybüchern an und zieht sich bis heute durch, diese Neugierde, wie es wohl im inneren aussieht, ob es wirklich nicht kaputtbar ist….

    Es freut mich, dass Du nun a) den Arzt überlebt hast und er Dir bestätigen konnte, was Du schon geahnt hast.
    b) Du tatsächlich wahrgenommen worden bist! ;-)

    Ganz liebe Grüße und HALTE gut durch :-) … Und wenn es wieder zu wild ist – schnapp Dir wieder den Kaffee und hoffe auf Sonne! ;-)

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