überfordert mit baby blogprinzessin

Gelassen durch die Babyzeit?

Lesezeit: 6 Minuten

Okay, inzwischen sind wir hier auf dem Blog wirklich aus den Babythemen raus. Das wisst ihr, das weiss ich.

ABER trotzdem hat Sarah von Mamaskind.de mit ihrem Artikel „Überforderung in der Babyzeit„, grade bei mir das Gedankenkarussel angeschaltet.

Sie schreibt nämlich über ihre Überforderung in der Babyzeit, wie sehr ihr das Studium gefehlt hat und auch, wie sehr sie ihren Mann vermisst hat, wenn dieser Arbeiten war.

Am Ende ihres Artikels fragt sie: Was hat dir in der Babyzeit geholfen?

Meine Erfahrungen

Dazu fiel mir als erstes folgendes ein: Aus irgendwelchen mysteriösen Gründen war ich als Erstlings-Mama mit Baby zu Hause nicht überfordert. Ich war es einfach nicht.

Ich mit Baby Motti

 

Die erste Zeit mit einem Baby

Die Umstellung war zwar lebensverändernd, trotzdem hatte ich nie das Gefühl „mit dem Baby eingesperrt zu sein“. Am Anfang haben wir (oder ich, wenn Marc nicht da war) einfach so weiter gemacht wie bisher.  Bis zu einem gewissen Alter, hat Motti das auch prima mitgemacht.

Wir waren zum Beispiel mit der wenige Wochen alten Motti bei einer Lesung am Elbstrand. Kind in die Trage und los gings. Ich glaube was uns/ mir wirklich geholfen hat, war Optimismus.

Egal um was es ging, das Motto war immer „irgendwie wird es schon klappen“ und bei der Lesung zum Beispiel, dachten wir uns „Wenn es nicht mehr geht, dann fahren wir halt einfach wieder“. Genau unter der Prämisse waren wir auch im Hamburger Literaturhaus bei einer Lesung.

Wir drei bei der Lesung am Elbstrand.

 

Ihr müsst wissen, das liegt ganz schick an der Alster, alt-ehrwürdig und hat einen wunderbaren Kronleuchter an der Decke. Museum trifft es fast. Reiche Gegend. Und trotzdem hatte ich immer die Einstellung: Irgendwie wird es schon klappen, und wenn nicht, dann gehen wir einfach. Bestenfalls bevor wir alle genervt haben.

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Das sprichwörtliche Dorf hatten wir im ersten Babyjahr auch nicht, aber irgendwie machte das nichts.

Nach sechs Monaten wieder schwanger, mit Zwillingen

Als ich dann, nach etwa 6 Monaten mit den Zwillingen schwanger wurde, wäre es tatsächlich der allerbeste Moment gewesen in Panik auszubrechen. WIE ZUR HÖLLE SOLL MAN DAS DENN MIT DREI KINDERN SCHAFFEN?

Marc und ich waren noch immer recht gelassen, die Umgebung sagte mir nur ständig: „Wollen Sie nicht mal eine Haushaltshilfe über die Krankenkasse bestellen? Sie sind doch SCHWANGER MIT ZWILLINGEN. Und die Lütte ist doch noch kein Jahr alt.“

Besagte Haushaltshilfe bestellte ich wiederwillig, und auch diese trichterte mir immer wieder ein, dass ich mich doch verflixt nochmal ÜBERFORDERT FÜHLEN SOLL.

Problem war nur: Das einzige was mich überforderte, waren die ANDEREN welche mir EINREDETEN, dass ich überfordert zu sein habe.

Einen Tag vor Mottis erstem Geburtstag wurden die Zwillinge geboren. Sie mussten noch einige Wochen im Krankenhaus bleiben, aber das war mehr zur Überwachung, ihnen ging es prima.

Die erste Zeit mit drei Kindern unter 2 Jahren

Irgendwann waren wir mit zwei Neugeborenen und einem kleinen Kleinkind zu Hause und auch dort stellte sich keine Überforderung ein. Wieso? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Vielleicht gibt es Menschen die mit einem passenden Gen dafür geboren werden, ich habe keine Ahnung. Wenn ja, dann habe ich das wohl.

Zwillinge kuscheln

Keine Elternzeit

Marc war auch nie in Elternzeit, ich war also wirklich bei allen vier Kids sofort ab Tag 1 alleine zu Hause. (Gut beim Dino hatte er Urlaub, aber das ist ja kein „monatelang zu Hause“)

Jedenfalls bekam ich weder Lagerkoller „muss mein Hirn mal wieder fordern“ noch „Hilfe was mache ich denn jetzt“. Ich vermute es lag daran, dass ich damals eine Mama Gruppe auf Twitter um mich rum hatte. Mein Online Clan.

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Hinzu kommt sicherlich, dass ich keine besonders gesellige Person bin. Ich brauche keine anderen Menschen (physisch anwesend) um glücklich zu sein. Mir reicht es wenn ich mich ab und an online einloggen kann und lesen kann was andere so machen.

Die erste Zeit mit vier Kindern

Das allererste Mal „Hilfe und nun?“ dachte ich tatsächlich jetzt, beim Dino. Denn die Mädels hatten immer sich zum spielen. Er dagegen hat motorisch den Superjackpot geknackt.

Ich habe nicht so richtige Vergleichswerte, aber ich starre ihn halt immer ungläubig an, wenn er mit jetzt 25 Monaten sein Brötchen alleine aufschneiden will und es dann selber schmiert. Oder alleine auf der Schaukel sitzt und schaukelt. Auf einer echten Schaukel, keiner Babyschaukel. Oder letztens, als wir rausfanden dass er „Schubkarre“ kann und er die Kraft in den Armen hat dann auch vorwärts zu laufen.

Vier Jahre Altersunterschied sind zu viel? Finde ich nicht. Das ist bei uns perfekt!

Das erste Mal überfordert

Er brachte mich zum ersten Mal zu dem Punkt von „Hilfe ich bin überfordert, weil er sich wie ein Kleinkind benimmt“. Das haben die anderen zwar auch, aber diese waren (und sind) in jedem ihrer Entwicklungsschritte zu dritt. In den ersten Lebensjahren (eigentlich so bis etwa fünf Jahre) interessierten sie sich IMMER gleichzeitig für die selben Dinge.

Daher spielten sie (also die Mädels damals) nicht mit mir, sondern mit einander.

Jetzt beim Dino spielten sie auch mit einander, auch mit dem Dino keine Frage. Aber wenn sie inzwischen in der Schule sind, oder bei Freundinnen, dann ist der Dino ziemlich alleine. Und er spielt sehr ungern alleine. Am liebsten muss jemand „mitspielen“.

Was mir jetzt beim Dino hilft, ist meine Mama, denn dadurch das sie vermehrt auf den Dino aufpasst und mit ihm drei Vormittage verbringt, habe ich drei Vormittage zum Arbeiten und Dinge erledigen.

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Das hätte ich ohne sie nicht, denn der Dino verhält sich eben so wie das Zweijährige Kleinkinder normalerweise machen: Marodiert durch die Bude und versucht sich die ganze Zeit maximalst in Gefahr zu bringen.

Nur um sich Abends glücklich an mich zu schmiegen, die kleinen Ärmchen um mich zu schlingen und „Mama di lieb“ zu sagen.

Mein Süßer.

blogprinzessin

Fazit nach 4 Mal Babyzeit

Ich kann also abschließend sagen, dass ich die Überforderung ala „Hilfe ich mache mein Baby kaputt und ausserdem kann ich mein bisheriges Leben nicht weiterführen“ nicht wirklich kenne. Auch zu „Hilfe ich verblöde zu Hause mit meinem Baby“ kann ich nicht so wirklich was sagen, weil ich nie das Gefühl hatte und auch nicht habe.

In dem Punkt habe ich sogar meinen Mann gefragt, ob ich mich in den letzten Jahren zur Amöbe entwickelt habe, das hat er glaubhaft verneint.

Was mir dabei geholfen hat? Ich habe nie das Handy verteufelt, ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich es in der Hand hatte und häufig halt einfach das gelesen was mich interessiert hat. Als lesen im klassischen Sinne jetzt die ersten zwei Jahre mit dem Dino unmöglich wurde, habe ich angefangen viele Podcasts und Hörbücher zu hören. Gerne im Auto oder im Supermarkt. Auch beim Wäsche falten oder Küche putzen.

Habt ihr die Babyzeit eher wie Sarah erlebt, oder geht es euch vielleicht so wie mir?

Wenn ihr die Überforderung kennt, was hättet ihr gebraucht damit es euch besser geht?

Ich freue mich auf den Austausch mit euch. Schreibt mir!

 

Überfordert mit Baby zu Hause: wie soll ich das alles allein schaffen?

Überfordert mit Baby zu Hause: Irgendwie wirds schon gehen (müssen).

 

Liebe Grüße hier auch an Nora Imlau, die das Thema (ähnlich) auch in meiner Twitterblase grade diskutiert.

———

Dankeschön fürs Lesen!

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5 Comments

  1. Margarete Audrey

    Mein 3. Kind ist von der Sorte deines Dinos. So richtig überfordert hat mich seine Babyzeit trotzdem njcht ABER nun ist er 2 und seine Schwester isf 4 Monate alt und braucht besonders viel Förderung, weil ihr Start nicht so toll war. Und das, gepaart mit dem übermotorik 26 Monate Kind und einem Neuschüler bringt mich an meine Grenzen. Daher hab ich den Boy jetzt, ganz gegen meine Prinzipien, beim Tagespapa angemeldet.

  2. CaroSis

    Sei froh,dass du das erst jetzt und auch nur im minimalen hast. Bei uns, wie du weisst, war es die ersten Monaten Dank der bescheuerten Koliken unfassbar anstrengend.wirklich bis an die Grenzen. so schlimm,dass ich zwischendurch einfach vor Erschöpfung und Mitleid und dem „nicht helfen können, da alles versuchte nichts gebracht hat“ geheult hab. Und jeder wusste alles besser und gab Tipps. Mal gewollt,Mal ungefragt. Aber das für mich unverstandlichste war, dass ausser große reden nix kam. Niemand ist auch nur einmal auf die Idee gekommen zu sagen „Hey ich schieb Mal ne halbe Stunde mit dem kinderwagen.leg dich hin, Iss was,…“ Und ich dämlack war zu unbeholfen um direkt zu fragen.

  3. Angi

    Huhu, also meistens bin ich ja eher stille Mitleserin, aber zu diesem Thema muss ich dann doch mal einen Kommentar da lassen :):
    ALso überfordert im Sinne „wie soll ich das alleine schaffen“ bin ich mit meiner Kleinen von Anfang an nicht gewesen. Mir geht es eher so, wie dir mit dem Dino – ich habe eine sehr pfiffige, motorisch schnelle 14 Monate alte Tochter, die zwar durchaus alleine spielt, die man aber keine Sekunde aus den Augen lassen kann, weil sie überall hochklettert, reinklettert, etc. Somit komme ich zu kaum etwas anderem. So schön es ist, ihr zuzuschauen und zu staunen, was sie schon wieder Neues kann, macht es mich auch unzufrieden, da ich nichts schaffe. Demnach kenne ich zumindest die Erleichterung, wenn der Mann abends nach Hause kommt und ich meine anliegende Arbeit mal am Stück und zügig wegarbeiten kann. Ich bin da auch irgendwie komisch…ich kann immer erst „entspannen“, wenn meine Arbeiten erledigt sind. Nicht, dass das jemand außer mir so erwarten würde. Ich übe noch, das entspannter zu sehen :-P.

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