Schulausflug nach Hamburg

Schulausflug

Lesezeit: 3 Minuten

Ich fühle mich ein bisschen so, als ob ich grade aus dem Schwimmbad komme. Das wohlig warme Gefühl, und die leise Müdigkeit die mitschwingt. Ich gähne.

Heute Morgen war ich nämlich schon ganz früh auf den Beinen, denn die Schulklasse von Motti machte heute einen Ausflug nach Hamburg. Da ich wie immer wahnwitzig veranlagt bin, und Marc heute frei hatte, bin ich natürlich mitgefahren.

Also so offiziell als Begleitung für die Klassenlehrerin., damit der Ausflug stattfinden kann. Nicht als Helikoptermama. Man warnte mich und sagte mir „Oho!“ und „Hut ab!“.

Wie immer dachte ich mir:“ Entweder ich unterschätze das alles total, oder es wird super. 25 Grundschüler und 3x Umsteigen. Das kann doch nicht so schwer sein?“

War es dann auch gar nicht. Die Kinder haben sich nämlich super verhalten (finde ich), die andere Mama die mit dabei war war auch super und die Klassenlehrerin hat ja sowieso Übung darin die Kinder im Blick zu behalten.

Kaum waren wir mit unserer Bahn aus dem beschaulichen Dörfchen raus und in der großen Stadt, bekamen die Kids auch gleich die volle Dröhnung Großstadtfeeling. Ein stark betrunkener Mann in der Bahn, der leider so viel Getrunken hatte, das er A) ziemlich roch und B) sich nicht mehr wecken liess.

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„Frau F. ist der Mann tot?“, fragten mich einige Kinder besorgt.

„Nein“, antwortete ich mehrmals. „Ich glaube der hat sehr viel Alkohol getrunken und der schläft jetzt sehr fest.“

Innerlich überlegte ich mir, wie man denn jetzt jemandem Bescheid sagt, dass sich um den Mann gekümmert wird. Ich bin da viel zu sozial eingestellt, und denke mir immer: Wäre das jemand den ich kenne, dann würde ich auch wollen das dem Menschen geholfen wird.

Aber im Zug war keine Telefonnummer und ob unser ÖPNV auf den sozialen Medien vertreten ist, war ich mir tatsächlich nicht sicher.

Glücklicherweise stieg irgendwann zufällig ein Mitarbeiter des Bahnunternehmens ein und ich konnte ihn ansprechen. Dieser versuchte auch den Mann zu wecken, klappte nicht, dann funkte er mit der Zentrale hin und her, nannte die Wagennummer und erklärte mir, dass an einer der nächsten Stationen jemand kommen würde um ihm zu helfen.

Außerdem erklärte er mir, dass man in einem solchen Fall auch auf den Notfallknopf drücken darf, und der Zugführer sich dann meldet.

Das war mir tatsächlich gar nicht so klar, denn wie sehr Notfall ist ein sehr betrunkener Mensch? Man will ja dann als „Anrufer“ auch nicht angemotzt werden, weil man so einen „Notfall“ meldet. Der tat ja nichts, der sah nur so aus als bräuchte er vielleicht generell Hilfe.

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Aber der Mitarbeiter versicherte mir, nein nein für genau sowas dürfe man den Knopf eben auch drücken.

„Hoffentlich denkt der Mitarbeiter nicht, dass ich den Mann anschwärzen will, weil er stinkt und mir lästig sein könnte“ kam mir in den Sinn,  denn ich fühlte mich höchstens Geruchsbelästigt.

Alles andere war wirklich der Wunsch, dass dem Mann geholfen wird. Wenn jemand nicht mehr aufwacht, obwohl 26 recht laute, aufgeregte Grundschüler um ihn rumtoben und ein Schaffner ihn auch nicht wecken kann, dann wäre wegschauen für mich schon fast unterlassene Hilfeleistung.

Wie ihm dann genau geholfen wurde, weiss ich leider nicht, denn wir mussten dann vorher umsteigen.

Die Kinder hatten an unserem Ausflugsziel alle ziemlich viel Spass und auch die Rückfahrt haben wir alle gut hinbekommen. Alle Schüler wieder gut bei den Eltern abgegeben.

Ich glaube, das mache ich nochmal mit. Denn es war gar nicht schlimm, sondern toll mal die Klassenkameraden live zu erleben.

Jetzt habe ich endlich Gesichter zu all den Kindern, die mein Kind so kennt die es aber noch nicht durch unsere Tür geschafft haben.

Für mehr Schulausflüge! Hurra!

———

Dankeschön fürs Lesen!

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2 Comments

  1. Yvonne vB

    Gerne gelesen
    Danke dafür!

    Ich finde, dass Du es richtig gemacht hast. Wenn man zu oft jemanden sieht, der betrunken ist, reagiert man wohl meist mit Ignoranz. Ich kann da auch nicht wegschauen. Aber nicht weil ich das so toll finde, sondern um abzuchecken, ob noch alles jut ist.

    Wie gut, dass der Schaffner so hilfsbereit war und so freundlich alle Fragen beantwortet hat. :-)
    Hoffentlich hat der Mann auch Hilfe erfahren und ist nicht bloss aus der Bahn geholt worden…

    Liebe Grüße und ich blubber nun noch flott in der Wanne…

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