Volle Lotte genervt

Lesezeit: 3 Minuten

Okay heute ist so ein Tag, da gehe ich mir selbst auf die Nerven. Ich hatte einen wunderbaren Plan für den Tag und konnte dann, bis zu diesem Moment, nicht akzeptieren dass ich ihn nicht durchziehen konnte.

Es fing eigentlich ganz harmlos an, ich schreckte aus dem Tiefschlaf, wie ich es immer mache wenn Marc bei der Arbeit ist. Dann schrecke ich nämlich auf und denke das wir verschlafen haben, und Motti zu spät zur Schule kommt. Bisher ist das noch nie passiert, aber mein Kopf ist der Meinung das es passieren wird. Also schrecke ich pünktlich zum Weckerklingeln auf und bis ich verstanden habe, dass ich nicht verschlafen habe, habe ich schon schlechte Laune.

Der morgen läuft ganz normal ab, bis zu dem Punkt an dem Motti ihre Armbanduhr nicht findet. „Die ist ganz sicher hier…irgendwo.“ Ich stellte das ganze Haus auf den Kopf, wühlte in der Deckwäsche und bestellte im Geiste die doofe Uhr nochmal. Dann kommt mir der Gedanke: „Du sag mal hast und die Uhr gestern beim Tanzen abgemacht und Papa gegeben?“ „Ja ähh nee, aber da fällt mir ein… die habe ich beim Tanzen abgemacht und dort aufs Sofa gelegt.“

Na super.

Ich schreibe die Tanzlehrerin an, ob sie eventuell das gute Stück gefunden hat. Ja hat sie, wir können die Uhr ab Nachmittags abholen. Ich stehe in einem durchwühlten Haufen Zeug. Das Kind lächelt entschuldigend. Ich seufze.

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Dann ist es Zeit sich anzuziehen. Ich frage ob sie alles hat oder noch ein Shirt für Sport braucht. „Nee,nee alles drin, hab extra geschaut“ sagt Motti und klopft bestätigend auf den Beutel.

10 Minuten später, sie steht gestriegelt und gesport im Flur, die Hand schon auf der Klinke und den Ranzen auf dem Rücken.

“Ach du Mamaa, ich glaube da ist doch kein Shirt im Beutel“, sagen zwei unschuldige Augen.

Arrrrrrgrrrrr. Ich sprinte in Windeseile durchs Haus und bringe ihr hechelnd ein Shirt. „DU hättest gar nicht rennen brauchen MAMA. Wir haben heute kein Sport.“

Ende. Vorhang fällt. Abgang der Königin.

Marc kommt nach Hause, Marc fällt ins Bett. Normale Nachtdienste. Ich sammel rücksichtsvoll die restlichen Kinder ein und fahre einkaufen. 47€ später habe ich gekauft:

– Einen Gartenschlauch aus diesem Stoffartigen Material.

– Neue Düsen für den alten Schlauch

– Caps für alle Kinder (Sonnenschutz und so)

– Eine Stoffhose für mich

– Seifenblasenwasser

– Einen neuen Wäschekorb

– Klopapier

– Ein Rollo für mein Büro

Zu Hause angekommen jage ich die Kinder in den Garten.“Bitte passt ein bisschen auf. Wir wollen gleich mit Omi und Opi Sandkiste noch Schuhe kaufen.“

Kaum alles ausgepackt und weggeräumt, kommt mir eine zerknirschte Nini entgegen. Sie könne sich ganz gar nicht erklären, wie es passiert sein könnte, dass ganz ausversehen sie mit der Gießkanne ihren Bruder „plitschnass“ gegossen hätte.

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Zögerlich schiebt sie einen tropfenden Dino durch die Tür der aussieht als wäre er schwimmen gewesen. Mit Kleidung. In einem Modderteich.  Ich linse auf die Uhr, noch 20 Minuten bis wir Motti an der Schule treffen sollen und von dort gleich weiter zum Schuhladen zu fahren. Dann greife ich zu einem Handtuch und während ich den Dino umziehe sagt Nini: „Aber gewachsen ist er jetzt irgendwie nicht“ und verschwindet blitzschnell wieder im Garten.

An diesem Punkt weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll. Ich wecke Marc, der relativ zügig vor mir steht und hilft die Zwillinge abmarschbereit zu machen. Denn aus unbekannten Gründen sind auch die beiden klitschnass. „Echt jetzt Mama, keine Ahnung wie das passiert ist.“

Wir sammeln Motti ein und immerhin geht der Schuhkauf zügig vonstatten und das anschließende auswärts Mittagessen geht recht entspannt über die Bühne. Nur der Dino wird langsam müde.

Zu Hause ist es dann soweit und er kann nicht mehr. 16:00 Uhr und er ist fertig. (Wer jetzt was sagen will, macht’s nicht. Er macht seit er 3 Monate alt ist keinen Mittagsschlaf mehr. Aber wer meint bei Ihnen  wäre es anders, ich leih ihn aus und dann könnt ihr das selbst ausprobieren. Viel Glück.)

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Ich vermute ja, der aktuelle Wunsch nach nem Schläfchen am Nachmittag liegt an den Eckzähnen die sich grade durch seinen Kiefer bohren. Nach einem Powernap ist Mr. Grummel wach. Ich schaue auf die Uhr. Noch 30 Minuten bis Marc wiefern los muss. Ich renne in mein Büro. Stille empfängt mich. Göttliche 30 Minuten nur unterbrochen von 20 „Mamaaaaaa? Allerletzte Frage…..“.

Dann ist der Dino wieder untröstlich und Marc muss los.

Ins Büro komme ich heute nicht mehr, und diesen Post schreibe ich mit Dino im Arm im Bett. Gleich gehe ich mal den Zahn suchen, der Motti grade aus dem Mund und dann im Dunkeln auf den Boden gefallen ist. Fotos bekommt der Beitrag später.

Aber morgen darf ich arbeiten, ja?

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6 Comments

  1. Yvonne vB

    Der Titel ist der Hammer!
    Der Text – hey, sag mal. Beim nächsten Mal Mäuschen spielen trinken wir aber bitte nen Kaffee oder Tee oder haste nicht gesehen… :-)
    Chaos pur gibt es hier auch. Aber nicht so schön geschrieben und so.
    Aber der ist doch nicht gewachsen…. – made my day!!!!!!

    Kinder scheinen genau zu wissen, wann Quatsch machen dran … äh nicht dran ist und es trotzdem machen. Weil et eben einfach Spaß macht – ihnen jedenfalls.

    Dann nen juten Abend und frohes Zahn finden und ich muss hier auch aufpassen, da wieder einer wackelt bei der Großen… Also, natürlich nicht ich, sondern die Zahnfee. :-)

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