wasserfarben regenbogen mit spruch

Vom Mental-Load: Ja, jetzt ich auch noch…

Lesezeit: 4 Minuten

Mich hat Sarah in ihrem letzten Blogartikel mental angeschubst auch mal etwas über diese „Mental Load“ Sache zu schreiben. Sie findet nämlich: „Darf’s noch ein bisschen mehr Mental Load sein?

Ich gestehe, ich sehe es ähnlich wie sie. Vielleicht weil wir fast ähnlich viele Kinder haben, oder sehr privilegiert sind (weiß, able bodied, verheiratet etc.) oder weil wir einfach auf die selben Filme und Serien stehen. Who knows.

Eins ist sicher: Mental Load, also die zweihundertfünfzig Tabs die man im Kopf offen hat, sind ein Problem. Meistens ein weibliches.

Welches Kind muss noch Hausaufgaben machen, wer braucht was für die Schule, haben noch alle passende Schuhe, welche Schuhgröße haben die eigentlich alle grade? Wer muss zum Kinderarzt? Wann müssen sie da hin? Wo ist der Arzt? Bonusfrage: Wie heisst der Arzt  und so weiter und sofort.

Daneben dann Tabs wie „Was gibts zum Mittagessen, wer kauft das Geschenk für Oma, wir müssen noch die Wände neu streichen und sag mal hat das Auto eigentlich noch TÜV?“

Solche Gedanken kennt ihr sicherlich alle.

Ich hatte und habe sie auch. Ich war auch so voll mit offenen to-do Listen, bis ich irgendwann heulend am Küchentisch saß und sagte: Ich kann das SO nicht mehr. Wir müssen was ändern.

Und dann haben wir uns hingesetzt und was geändert. Miteinander gesprochen. Inzwischen sieht es bei uns z.B. so aus, dass ich weiterhin quasi das „Kindererziehungsbrain“ bin, aber mir nicht mehr jeden Kleinkram merken muss, sondern ihn in unseren Familienkalender eintrage.

Mit Namenskürzel steht dann daneben, welches Kind was genau zur Faschingsfeier mitbringen muss. Ans dekorativ nicht so schöne, aber sehr praktische Whiteboard kommt der Hinweis: „Achtung! Kostüme kaufen bis dann und dann.“ Inzwischen können die Kinder lesen und erinnern uns so auch gerne selbst nochmal an Aufgaben die dort stehen.

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Kindererziehungsschnickschnack – ich. Wieso? Ich bin bei uns mehr zu Hause, ich bekomme mit wenn die Kinder zwischen drei Nudeln und einem Fleischklösschen nuscheln, das sie neue Bleistifte brauchen. Marc kann das dann gar nicht mitbekommen, weil er nicht da ist. Easy.

Einkaufen

Einkaufskram macht zu 99% Marc. Wir nutzen die App „Bring!“, die synchronisiert sich mit beiden Handys und super dringende Dinge schicke ich ihm zusätzlich per WhatsApp Nachricht. Er fällt nach seiner Arbeit in den nächsten Supermarkt und kauft ein.

In den meisten Fällen weiss er auch viel besser was wir überhaupt an Vorräten haben, oder was an Lebensmitteln eingekauft werden muss. Da ich Einkaufen absolut langweilig finde, ist das eine super Arbeitsteilung. Dazu kommt: Marc ist auch derjenige der bei uns am allermeisten kocht. Ihm macht das Spass, er schaut sogar diese Kochsendungen im Fernsehen beim kochen und freut sich.

Ich dagegen starre missmutig in meine Nudelsauce und frage mich wieeee laaaaange das dauern kann bis so eine popelige Sauce fertig ist.

Den Kindern ist es schnuppe wer kocht, hauptsache lecker. Mitkommen zum einkaufen wollen sie auch so gut wie nie, ich glaube das ist die vorgezogene Pubertät. Mit 7 und 6 Jahren.

Der Dino dagegen findet einkaufen „supercool“ und so hat Marc ihn öfter im Schlepptau.

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Elternabende – Ganz klar mein Gebiet. Selbstgewählt in zwei Klassen Elternsprecherin, da sollte ich dann auch da sein. Nennt es neben meiner Selbstständigkeit mein „Pöstchen“. Andere haben Managerjobs, ich habe ein Pöstchen.

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Wie ich dazu kam? Nicht weil ich mich nicht schnell genug geduckt hätte, sondern weil ich zweimal freiwillig „HIER“ gerufen habe. Und bisher habe ich es auch keine Sekunde bereut. Nennt mich bekloppt wenn ihr wollt.

Elternsprechtag – Machen wir beide, kommt immer darauf an wie die Termine mit Marcs Schichtdienst zusammenfallen. Wenn er Zeit hat, geht er auch. (JA, das priorisiert seinen Job vor meinem. Das ist für uns okay so, wirklich.)

Kinderarzt – U-Untersuchungstermine macht, wenn möglich inzwischen lieber Marc. Bei ihm gehen solche Termine immer 20x schneller als bei mir. Mir will jeder Mensch ungefragt immer seine komplette Lebensgeschichte erzählen und ich kenne den GANZEN Dorftratsch aus den umliegenden Dörfern.

Marc dagegen geht in die Praxis, kam, sah, siegte. Und ist mit dem passenden Kind schwupp-di-wupp wieder draußen.

Putzen – Machen wir beide. Beide gleichermaßen keine gesteigerte Lust drauf, aber muss halt gemacht werden. Derjenige oder Diejenige die Zeit hat macht was. In dem Fall er wieder eher Küche und Vorratskammer, ich Spielzimmer der Kinder und Badezimmer. Alles andere machen wir alle gemeinsam.

Garten – Wir haben viel zu viel Garten, und viel zu wenig Lust auf Unkraut jäten und Blumen und so. Sprich wir machen das eigentlich nur im Sommer, wenn wir eh draußen sind (und uns ins W-lan der Wohnung wünschen, es aber angebracht ist draußen zu sein). Oder wenn meine besten Schwiegereltern da sind und sich ihre Gartenhandschuhe anziehen und Aktivurlaub an der See machen wollen.

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Embrace the colors

Aber ohne euch jetzt mit noch vierhundert Details zu langweilen, worauf ich hinaus will: Redet miteinander! Sagt sowas wie: „Halt stopp! Ich kann SO nicht mehr!“

Ihr müsst nicht wie ich heulend am Küchentisch sitzen, aber bitte redet doch mehr mit den Leuten die wirklich etwas an der Situation ändern können über euren Mental-Load, und nicht mit euren 100k Instagram Followern*.

 

*Ausser die 100k sind alle die engere (Achtung Klischee) Italienische Verwandtschaft, dann redet mit denen!

 

PS. Es muss nicht immer aussehen wie im „Schöner Wohnen“ Katalog. Es muss nicht mal monatlich so aussehen, wenn das nicht zu eurem krümeligen-Kinder-Job-Haustiere-Freunde Leben passt.

PPS. Ich verrate euch jetzt mein Geheimnis: Es kommt (solange es sich in einem normalen Ramen hält) keine Putzpolizei und fragt ob die Wäsche noch immer ungefaltet rumliegt. Und es gibt auch keine Strafzettel für „Heute statt putzen lieber mit den Kindern fernsehen geschaut“. Wirklich. Ich habs ausprobiert. ;-)

Kurzer Hinweis in eigener Sache

Du hast keine Zeit ständig auf Facebook zu schauen ob du vielleicht etwas verpasst hast, weil du das erste Mal heute einen heißen Kaffee in der Hand hältst?

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5 Comments

  1. Eva W

    Oh ja, das kenne ich auch. Dadurch passiert es mir immer wieder das ich Sachen vergesse. Mein Handy ist deswegen sooo wichtig. Stehen viele Erinnerungen drin. 🙈 Vielleicht bräuchte ich auch so ein Board. Mein Mann hat mittlerweile Bedenken angemeldet und sagt ich soll beim Arzt klären lassen ob es nicht frühe Alzheimer ist. 😅

    Was ich auch als Stressig empfinde, wenn ich direkt nach der Arbeit wieder los muss zu einem Termin. Die ganze Zeit hatte meine Tochter Donnerstags Logo um 17:15. Ich bin aber immer erst 16:50 zuhause. Das war immer ein gerenne. Zum Glück war heute der letzte Termin. 😊

  2. Leena

    Hi Katharina! Ich lese ab und zu mal hier und finde es vor allem interessant, weil du ja 3 deiner Kinder bei uns an der Schule hast. Vielleicht wird jemand von ihnen in Klasse 5 mal meine Schülerin. :) Bleibt gesund und liebe Grüße Leena

      1. Leena

        Na, Englisch und Deutsch sind meine Fächer, Religion und Kunst mache ich aber auch. Ich lerne deine Mädchen aber bestimmt auch mal so im Vertretungsunterricht kennen. Bin zur Zeit noch in Elternzeit, aber zur Zeit findet ja eh nur homeschooling statt. Genießt das schöne Wetter!! Liebe Grüße

      2. Leena

        Hallo hallo, ich unterrichte Deutsch und Englisch, Religion und Kunst mache ich jedoch auch nach Bedarf und Laune. Noch bin ich in Elternzeit und derweil natürlich eh nicht an der Schule, aber irgendwann ist ja auch das homeschooling beendet und es geht zum normalen Alltag über. Liebe Grüße und genießt das schöne Wetter!!

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