Blogprinzessin

Was machst du eigentlich?

Lesezeit: 3 Minuten

„Und was machst du beruflich?“

Ich zucke innerlich bei dieser Frage immer ein bisschen zusammen. Ja, was mache ich eigentlich beruflich? „Ich schreibe einen Blog, und hier und da auch mal etwas für alle die mich so beauftragen und bezahlen“, wäre wohl die korrekte Antwort. Wenn ich das allerdings sage, bekomme ich meistens den Blick der sagt: „AHA! Ein Infaulenzer bist zu also!“

Wenn sich die Person nicht ganz so gut im Internet auskennt, dann ist es auch gerne mal „AHA! Hausfrau und Mutter bist du also! Lässt dich von deinem Mann aushalten.“

Wie gerne wäre ich als Bäckerin beschäftigt. Oder als Steuerberater. Oder auch beim Finanzamt. In letzterem Fall würde mich zwar jeder hassen, aber alle würden zumindest glauben zu wissen was ich mache und es als echten Job anerkennen.

Randnotiz: Selbst während meiner Ausbildung als Buchhändlerin fragten mich 99% der Menschen ob ich gut in Mathe bin. „Wieso das?“ „Na du hast doch grad gesagt du bist BuchHALTERIN.“ Erm. Nein, habe ich nicht.

Inzwischen sage heute ich meist: „Ich bin Journalistin*“, da bekommen viele zwar ein nervöses „Hilfe! Schreibt sie dann über mich?“-Zucken um die Augen, aber immerhin meinen sie zu wissen was ich da eigentlich mache. Jeder hat eine Idee davon was Journalisten machen oder zumindest machen sollten….

Nun ja. Ja, ich schreibe ab und zu für die Bunte, aber eigentlich bin ich Bloggerin, seit 6 Jahren als Erwerbsarbeit.

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Das interessiert jemanden?

Hauptsächlich schreibe ich über mein Leben mit meiner Familie.  „Das interessiert die Leute?“, fragen dann einige mit verständnislosem Blick.

Später konsumieren die Fragenden je nach Alter dann Tik Tok, Instagram, YouTube oder die Gala.  „Hast du gelesen was die Kardashians wieder gemacht haben?“ fragen sie nebenbei.

Nein, ich habe uns jetzt nicht ernsthaft mit den Kardashians verglichen. Obwohl ich deren Bankkonto gerne hätte. Alles andere brauche ich nicht. Super Mann und super Kinder habe ich schon.

Der Punkt ist: Ja, sowas lesen die Menschen. Unterschiedlich gerne, klar. Einige gehen nur ins Internet, wenn sie es müssen, meine beste Schwiegermutter zum Beispiel. Andere gehen hauptsächlich ins Internet um Informationen zu einem rationalen Thema zu finden, das wäre dann mein Mann. Und wieder andere nutzen es zur Unterhaltung oder Entspannung.

Meine Leser, also Ihr, seid ziemlich sicher in der letzten Kategorie einzuordnen. Zu dieser Einschätzung komme ich, weil mein Tagebuchbloggen so viel beliebter ist als alles andere worüber ich auch schon gebloggt habe.

Fällt euer Besuch hier also unter „sucht Informationen“? Eher nicht. Denn ich bringe euch hier ja gar nichts bei. Das ist absichtlich so, denn ich glaube nicht, das ich irgendwelche universellen Tipps zum Thema Kindererziehung habe.

Wir machen hier so unser Ding und wurschteln uns so durch. Wenn etwas nicht klappt, ändern wir es. Sind wir perfekt? Ganz sicherlich nicht.

Was bei uns funktioniert, mag bei euch nicht funktionieren. Daher gibt es hier keine Erziehungs-„macht es so und so“-Tipps.

Passe ich mit dem Blog in die Kategorie „Unterhaltung und Entspannung“? Sicherlich eher. Denn so einige von euch haben mir schonmal geschrieben: „Ich lese bei dir so gerne rein, weil es so ähnlich ist wie eine Soap im Fernsehen. Nur realer und weniger kitschig.“

Falls du mir sowas auch schreiben möchtest (es ist anonym) mach das doch gerne hier.

(https://forms.gle/mxqLwsT16dpkjANb7)

Wenn du gerne eine Antwort von mir möchtest, dann schreib es in die Kommentare (dann ist es aber nicht mehr Anonym).

Finde ich es schlimm, dass mein Blog zur seichten Unterhaltung am Abend gelesen wird? Nein. Kein bisschen.

  1.  Ich lese auch gerne was andere Familien so machen.
  2. Das Leben da draußen ist anstrengend genug, jeder braucht mal Entspannung.

„Was machst du eigentlich beruflich?“

Ich bin eure persönliche Trainerin für „Me-Time“, die Freundin im Internet welche zugibt auch nur mit Wasser zu kochen.

Die mit Wäschebergen und „Wähähä die Kinder nerven mich heute, aber generell mag ich mein Leben sehr“.

Ihr sitzt hier quasi auf meiner Couch, in Jogginghose und Schlabbershirt, mit einem Getränk eurer Wahl. Vielleicht hätten wir sogar folgendes Gespräch:

Du: „Boah ey, Katarina, ich bin sooo müde und kann nicht mehr.“

Ich: „Du, mir gehts genauso! Wollen wir einfach nur hier sitzen?“

Du: „Ja gerne. Hauptsache niemand ruft zum drölfzigsten mal „Mamaaaa!“. “

 

 

Wir lesen uns morgen wieder, wenn ihr mögt. Hier, auf meiner Couch. Im Internet.


*Ich habe auch einen Presseausweis, um es zu untermalen. Zum Leidwesen von Menschen, die Journalismus richtig gelernt und studiert haben, ist die Berufsbezeichnung nicht geschützt. Jeder Depp darf sich so nennen, und da komme ich ins Spiel.

BULB
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15 Comments

    1. Katarina

      Danke Sari :) Mir ist aufgefallen, deinen Blog lese ich schon irre lange. Unglaublich.
      Erinnerst du dich noch das wir uns bei Netflix mal getroffen haben? Und ich dich voll Starstruck angeschaut habe?

  1. Eva W

    Ich kann mich Sari nur anschließen. Schön geschrieben. 😊 und wenn du uns dann virtuell auch noch auf deine Couch einlädst, hat man echt das Gefühl einer Freundin gegenüber zu sitzen. 😉

  2. David

    „Was machst du eigentlich beruflich?“
    Kenne ich auch zur Genüge, die Frage! Echt, man mag es kaum glauben, aber selbst als Sänger wird man das hin und wieder gefragt, vorzugsweise nach Konzerten. Von Konzertbesuchern. Die sich eben das Konzert angehört hatten…
    Okay, inzwischen nicht mehr so häufig, gebe ich zu. Mit der Größe der Auftrittsorte bzw. der besseren Situierung der Veranstaltungen wächst auch die Kenntnis des Publikums.
    Aber trotzdem ist es eine totale Klischee-Frage unter Musikern. :)

    PS: Echt, man kann einfach so einen Presseausweis bekommen?

    1. Sigrid Lauer

      Das werd ych auch manchmal gefragt… ja ich bin Lehrerin, also arbeite ich fast mehr zu Hause als in der Schule selbst… was für manche wohl befremdlich ist… Ich verdiene Geld und bin ja dauernd zu Hause… klingt für viele Nichtwisser nach Nichtstun.

      1. Christl

        Ich lese so gern von dir.. danke für die Einblicke in euer Familienleben.
        Und ein bisschen „etwas lernen“ ist auch dabei. Von der Gelassenheit, die du vermittelst. Meine Kinder haben einen kurzen Abstand (15 Monate), deine ersten drei ja einen noch kürzeren. Da staune ich immer, wie entspannt du damit wirkst. Ein bisschen Vorbild bist du also auch für mich.

      2. Katarina

        Meine Schwiegermutter ist auch Lehrerin, und dabei müssen Lehrer nach Unterrichtszeit noch so viel machen. Und auch Ferien bedeutet nicht immer, das sie auch wirklich nichts vorbereitet (oder nachbereitet). Warum haben wohl so viele Menschen so komische Vorstellungen von anderer Leute Jobs?

    2. Katarina

      Huhu David,

      unglaublich. Ich bin grade echt fasziniert, dass es Menschen gibt die sich ein Konzert von dir anhören und dann sagen „Sag mal was machst du eigentlich“? Vielleicht weil sich so wenige Menschen vorstellen können, das du mit dem Gesang tatsächlich Geld verdienst?

      #Presseausweis: Ja, das geht tatsächlich relativ einfach. Man braucht allerdings „echte“ Referenzen und eine schriftliche Bestätigung eines Auftraggebers (in meinem Fall jemand von Hubert Burda Media) die man einreicht und dann wird geprüft. Aber wenn man das einmal „geschafft“ hat, wird das gar nicht mehr geprüft, solange du die Jahresgebühr bezahlst. XD

  3. Jacqueline

    Ich setze mich gerne dazu ;) Und oft genug denke ich: Genau wie bei uns! Solche Momente liebe ich. Wenn es bei anderen genauso ist, wie bei einem selbst. Dann fühle ich mich nicht allein mit meinem überquellendem Wäschekorb, nörgelnden Kindern und herumliegendem Spielzeug.
    Schreib weiter so schön herrlich normal
    Liebe Grüße von der Küste
    Jacqueline

    1. Katarina

      Liebe Jacqueline,

      ich freue mich über alle die gerne auf meiner virtuellen Couch sitzen wollen. Außerdem glaube ich wirklich daran, dass es nicht immer der super duper Tipp sein muss, sondern manchmal auch reicht, wenn man einfach weiss das man nicht alleine ist mit seinem Chaos.

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